Bayerns ungeliebte Großprojekte

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    • 19.06.12
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Nach dem Startbahn-Entscheid

Das sind Bayerns ungeliebte Großprojekte

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München - Die 3. Startbahn ist nur ein Beispiel. Ob Donauausbau, A 8-Verbreiterung oder Pumpspeicherkraftwerk – viele Großprojekte in Bayern sind seit Jahren in Planung, aber heftig umstritten. Ein Überblick.

Donauausbau Straubing/Vilshofen. Seit Jahrzehnten der Klassiker unter den Umweltstreitthemen. Es handelt sich um das letzte frei fließende Donau-Stück in Bayern – doch die Schifffahrt besteht auf einer Staustufe bei Aicha, um den Fluss mit 2,80 Meter Wassertiefe dauerhaft schiffbar zu machen. An besonders sensiblen Stellen wie etwa der Mühlhamer Schleife südlich von Deggendorf soll sogar ein Stichkanal die Schifffahrtswege abkürzen. Ende 2012 wird eine „variantenunabhängige Untersuchung“ vorliegen, die der Bund Naturschutz argwöhnisch erwartet. BN-Kreis-chef Georg Kestel: „Eine Flussregulierung ohne Staustufen wäre für uns ein gerade noch hinnehmbarer Kompromiss.“

Prognose: Der Ausbau ist äußerst unwahrscheinlich.

A 8-Ausbau Rosenheim-Salzburg. Die 65 Autobahn-Kilometer sind nur zweispurig und ohne Standstreifen. Die Autobahndirektion Südbayern will drei Spuren je Richtung – mit Standstreifen. Das kostet bis zu 850 Millionen Euro. „Zur Finanzierbarkeit kann ich heute beim bestem Willen nichts sagen“, erklärte jüngst Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Die Vorbereitungen sind – nach einem „Planungsdialog“ mit den Anlieger-Gemeinden – weit fortgeschritten. Bei Frasdorf etwa wird die A 8 eingehaust und tiefer gelegt.

Prognose: Der Ausbau wird kommen – wenn irgendwann Geld da ist.

Pumpspeicherkraftwerk Riedl an der Donau (Kreis Passau). Der österreichische Stromkonzern Verbund plant einen Energiespeicher mit einer Leistung von 300 Megawatt. Das Prinzip ist hochmodern: In Zeiten von wenig Stromverbrauch wird Wasser aus der Donau 350 Meter hoch in einen Speichersee gepumpt, in Zeiten hohen Strombedarfs rauscht es durch die Turbinen gen Tal. Problem: der gigantische Speichersee – von Anwohnern wird das Schreckgespenst eines Dammbruchs ausgemalt.

Prognose: Das Kraftwerk kommt – aber aufgrund erwartbarer Klagen nicht schon 2018, sondern später.

A 94 München-Pocking. Ein Flickenteppich, aber im wohl heikelsten Punkt hat sich die Autobahndirektion nach jahrelangen Gerichtsverfahren durchgesetzt: Der Bau der Autobahn durch das Isental zwischen Pastetten und Dorfen ist seit kurzem im Gange. Als nächstes steht wohl der Bau zwischen Dorfen und Ampfing an. Weiter östlich, ab Marktl, ist der Autobahnbau allerdings noch im Embryonalstadium.

Prognose: Die A 94 ist nicht mehr aufzuhalten.

Brenner-Zulaufstrecke. Über eine grobe Projektskizze ist der Ausbau der Bahnstrecke zwischen München-Ost und Kiefersfelden nicht hinaus gekommen. Nachdem vergangenen Freitag eine deutsch-österreichische Vereinbarung unterzeichnet wurde, kann die Bahn jetzt mit der eigentlichen Planung beginnen. Knackpunkte: ein Tunnel von Trudering bis Grafing, die Anbindung Rosenheims sowie der Bau weiterer Gleise im Inntal.

Prognose: kaum finanzierbar. Letztlich wird es auf Ausweichgleise an neuralgischen Stellen hinauslaufen.

2. Stammstrecke S-Bahn München. Der Bedarf einer zweiten Schienenstrecke zwischen Pasing/Laim und Ostbahnhof ist unstrittig. Dass es ein Tunnel östlich der bestehenden Stammstrecke sein muss, daran gibt es große Zweifel. Außerdem laufen die Planer andauernd Kostensteigerungen hinterher – dabei ist die Finanzierung ohnehin ungeklärt. Jetzt soll das Verkehrsministerium parallel Sofortmaßnahmen zur Ertüchtigung der S-Bahn-Strecke vorschlagen.

Prognose: Der 2. Tunnel kommt nicht

Von Dirk Walter

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