Der Betrug an der Packstation

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL2FrdHVlbGxlcy9iYXllcm4vYmV0cnVnLXBhY2tzdGF0aW9uLTI0NDU3MzMuaHRtbA==2445733Der Betrug an der Packstation0true
    • 04.08.12
    • Bayern
    • 9
    • Drucken

Der Betrug an der Packstation

    • recommendbutton_count100
    • 0

München - Kunden von Packstationen der Post können leicht Opfer von Kriminellen werden – wenn sie im Internet ihre Geheimnummern verraten. Derzeit kursieren betrügerische E-Mails. Die Polizei warnt davor.

© dpa

An Packstationen können DHL-Kunden rund um die Uhr ihre Päckchen abholen oder aufgeben.

Immer mehr Menschen in Bayern nutzen die Packstationen der Deutschen Post und ihrer Tochterfirma DHL. An den Schaltern können die Kunden Pakete abholen oder auch versenden – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Nervige Öffnungszeiten gibt es nicht, wer auf ein Päckchen wartet, muss nicht den Nachbarn um Hilfe bitten oder seinen Tagesplan nach dem Paketboten ausrichten.

Doch auch Betrüger nützen das System für ihre Zwecke. Die Post-Tochter DHL warnt Kunden bereits auf ihrer Internet-Seite und per Newsletter mit einem Sicherheitshinweis vor sogenannten Phishing-Attacken. Bei dieser Masche ergaunern Kriminelle persönliche Kundendaten. Beim Phishing, angelehnt an das englische Wort „fishing“, werden Daten „abgefischt“. Die Kunden werden per E-Mail auf eine Website gelockt, auf der sie ein Formular mit ihren persönlichen Daten und Passwörtern ausfüllen oder ihre PIN-Nummer für die Packstation eintragen sollen. Derzeit kursieren diese Nachrichten wieder verstärkt im Netz.

Ist der Kunde den Gaunern erst einmal auf den Leim gegangen, drohen ihm unangenehme Folgen. Mithilfe der Geheimnummer können die Täter das Päckchen des Kunden stehlen oder mit dessen Zugangsdaten Pakete in seinem Namen versenden. Kriminellen Machenschaften sind damit Tür und Tor geöffnet: Das Postfach kann beispielsweise für den Handel mit Waffen, Drogen oder Diebesgut verwendet werden – und der Kunde bekommt davon nichts mit.

Die Polizei bestätigt diese Masche: „Die Möglichkeit besteht“, sagt Jürgen Sigl, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA), auf Anfrage. „Man kann sich da alles hinliefern lassen.“ Es liege in der Natur der Sache, dass sich eine anonyme Empfangsmöglichkeit hervorragend für den Verkehr von illegalen Objekten eigne.

Trotz guter und enger Zusammenarbeit mit der Polizei ist die DHL gegen diese Machenschaften machtlos. In den E-Mails, mit denen die Kunden ausspioniert werden, ist oft die gültige Postnummer für die Packstation angegeben. Woher diese Daten stammen, ist dem Versandunternehmen nach eigenen Angaben nicht bekannt. Wie DHL-Sprecher Klaus-Dieter Nawrath sagte, gibt es keinen Hinweis auf ein Datenleck: „Unsere Sicherheitsvorkehrungen sind sehr hoch“, so Nawrath. Eine Möglichkeit: „Die Daten könnten von Onlineshops kommen.“

Die Betrüger werden immer raffinierter, die E-Mails sehen täuschend echt aus – wie können sich Kunden vor einem Datenmissbrauch schützen? Ein Anzeichen könnte sein, dass der Kunde Probleme hat, sich mit seinen Zugangsdaten auf der Internet-Seite oder an der Packstation anzumelden. „Wenn der Zugang nicht mehr möglich ist, stimmt etwas nicht. Der Täter hat dann möglicherweise die PIN oder Kontakt-E-Mail-Adresse geändert“, erklärt Sigl vom Landeskriminalamt. Zudem hat die DHL nach eigenen Angaben ein Prinzip, von dem nicht abgewichen wird: „Wir fragen per E-Mail niemals nach der PIN-Nummer unserer Kunden“, betonte Sprecher Nawrath.

Wer trotzdem Zweifel hat, soll sich mit dem Kundenservice oder der Polizei in Verbindung setzen. Außerdem sollten verunsicherte Kunden bei verdächtigen Mails Stichworte daraus in eine Suchmaschine eingeben – vielleicht finden sich im Internet Hinweise auf ähnliche Betrugsnachrichten. Anhänge von E-Mails, die unaufgefordert eintreffen, sollten ignoriert werden, auch pdf-Formate können infiziert sein. Und am besten: Dubiose E-Mails einfach löschen.

Jörg Bullinger

zurück zur Übersicht: Bayern

Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

Wetter für München und Bayern

Aktuelle Fotostrecken

Hochspannung in Ferguson: Kommt es wieder zu Unruhen?

Die Menschen in Ferguson warten gespannt auf die Entscheidung der Geschworenenjury, ob der Todesschüzte von Michael Brown sich vor Gericht verantworten muss. Foto: Larry W. Smith
weitere Fotostrecken:

Kleinanzeigen

merkur-online.de folgen

facebook googleplus twitter youtube

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.