Folgen der Volkszählung: Feiertag in Bayern in Gefahr

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    • 19.06.13
    • Bayern
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Konsequenzen der Volkszählung

Droht den Bayern bald ein Feiertag weniger?

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München - In Bayern leben weniger Katholiken als angenommen – das hat die Volkszählung ergeben. Einige Gemeinden könnte das Zensusergebnis einen Feiertag kosten.

© dpa

Mariä Himmelfahrt wird am 15. August begangen und ist in den Gemeinden Bayerns mit überwiegend katholischer Bevölkerung ein gesetzlicher Feiertag

Im Landesamt für Statistik kennt man die kleine Gemeinde Warmensteinach im Landkreis Bayreuth. Zumindest seit 1987. Denn damals, bei der letzten Volkszählung, war sie die Gemeinde im Freistaat, in der die Differenz zwischen katholischen und evangelischen Einwohnern am geringsten ausfiel – und das hatte Konsequenzen. „Damals hatte Warmensteinach 22 evangelische Bürger mehr als katholische Bürger“, berichtet Landesamt-Sprecher Gunnar Loibl. Und das bedeutete, dass in der Kommune im Gegensatz zu vielen angrenzenden Gemeinden am 15. August gearbeitet wird.

Denn das bayerische Feiertagsgesetz legt seit 1980 fest, dass Mariä Himmelfahrt in allen überwiegend katholischen Gemeinden ein Feiertag ist. Um überwiegend katholisch zu sein, reicht es, wenn die Katholiken mit einem Einwohner in der Überzahl sind – andere Konfessionen oder Atheisten werden nicht eingerechnet. Warmensteinach hätte etwa vier katholische Familien mehr gebraucht, um zu den 1700 der 2056 Gemeinden in Bayern zu gehören, die einen Feiertag im Jahr mehr haben.

Nach den jüngsten Zensusergebnissen müssen zehn weitere kleine bayerische Gemeinden – vor allem in den Regierungsbezirken Ober- und Mittelfranken – um den Feiertag fürchten, sagt Loibl. Denn die Zahl der Katholiken in Bayern hat seit 1987 deutlich abgenommen, sie ist von 67,2 auf 54,8 Prozent gesunken. „Noch steht nicht fest, in welchen Gemeinden die evangelischen Bürger seit 2011 in der Überzahl sind“, sagt Loibl. Denn die Zahlen sind vorläufig, die Ergebnisse der Stichproben müssen nun anhand der Daten aus den Melderegistern verifiziert werden. Diese Auswertung wird noch bis ins Frühjahr 2014 dauern, betont Loibl. „Bis dahin ändert sich für keine Gemeinde der Feiertag.“

Bislang ist Mariä Himmelfahrt in fünf der acht bayerischen Großstädte ein Feiertag – aber in Nürnberg, Fürth und Erlangen und den meisten Gemeinden in Ober- und Mittelfranken wird an diesem Augusttag gearbeitet. In Oberbayern und Niederbayern hingegen haben die Bürger aller Kommunen am 15. August frei. Es ist der einzige Feiertag, der nicht landesweit gilt, sondern in jeder noch so kleinen Gemeinde von der Katholikenzahl abhängig gemacht wird. Nur die Stadt Augsburg hat einen weiteren Feiertag, der nur für die Stadt gilt: das Friedensfest am 8. August.

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Rechtlich haben alle Kommunen drei Monate Zeit, um gegen die Zensus-Ergebnisse zu klagen. „Wegen der Feiertagsregelung wird das allerdings wohl keine Gemeinde tun“, ist Gunnar Loibl überzeugt. Besonders Oberbayern habe mit seinen rund 2,3 Millionen Katholiken nicht zu befürchten, dass ein Feiertag wegfällt.

Selbst im oberfränkischen Warmensteinach wird es nach den neuen Zensusergebnissen nicht knapp: Dort sind die Katholiken inzwischen schon mit 231 Bürgern in der Unterzahl.

Konsequenzen der Zensusergebnisse

Nicht nur auf die Feiertagsregelung könnten die Zensusergebnisse Auswirkungen haben. Für viele Städte und Gemeinden geht es auch um Geld. Denn nach der Einwohnerzahl richtet sich, wie viel Geld die Kommunen im Rahmen des Finanzausgleichs vom Land überwiesen bekommen. Gemeinden, deren Einwohnerzahl deutlich niedriger als angenommen ist, verlieren Geld. Besonders die Stadt Nürnberg könnte davon betroffen sein, dort leben 20 517 (-4,2 Prozent) weniger Bürger als angenommen. Auch die Anzahl der Sitze im Gemeinderat und im Bundesrat sind abhängig von der Einwohnerzahl der Kommunen bzw. des Landes. Die Wahlkreise könnten sich durch veränderte Einwohnerzahlen ebenfalls verändern. Die letzte Volkszählung fand 1987 statt, seit damals wurden die Zahlen einfach fortgeschrieben. Die neuen Zensusergebnisse wurden stichprobenartig ermittelt, die Kommunen können noch bis 1. Oktober gegen die Ergebnisse klagen

Von Katrin Woitsch

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Kommentare

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Nasowas08.07.2013, 04:57
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Diese Zensus-Ergebnisse können gar nicht stimmen, weil nur einzelne Bürger für diese Zählung herausgegriffen wurden und nicht alle. Diese Zählung wurde 4 Jahre lang wiederholt und zwar immer mit den bisher schon ausgewählten Leuten aus der Bevolkerung. Nach welchen Kriterien gehandelt wurde, ist mir ein Rätsel. Durch diese Art der Volkszählung konnten sie gar nicht alle Einwohner erfassen, weshalb auch ihre Ergebnisse nicht stimmen.

Aloisius24.06.2013, 08:41Antwort
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Oder Flaschensammler ?

Aloisius24.06.2013, 08:38Antwort
(0)(0)

Du verstehst da etwas falsch,

es geht nicht um einen Feiertag weniger in -Bayern-, sondern in der Gemeinde Warmensteinach !

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