Der Vorfall hatte sich am 3. September ereignet, einem Samstag. Am Montag danach erstattete die Mutter Anzeige bei der Inspektion Rosenheim. Bis zur Suspendierung vergingen zehn Tage. Der Leitende Oberstaatsanwalt, Helmut Vordermayer, erklärt das mit dem üblichen Dienstweg: Zunächst hätten die Rosenheimer Beamten die Mutter des 15-Jährigen vernommen, unmittelbar nach der Anzeige. Donnerstag sei die Staatsanwaltschaft alarmiert worden, die das Kriminalfachdezernats für Amtsdelikte in München anforderte – die Kollegen vor Ort seien personell überlastet gewesen. Wann der Fall im Ministerium aufschlug, konnte ein Sprecher gestern nicht sagen.
Unterdessen bestätigte Oberstaatsanwalt Vordermayer einen Bericht des BR, demzufolge der Beschuldigte 2002 bei der Münchner Sicherheitskonferenz einen Demonstranten aus einem Polizeiauto heraus mit einem Pfefferspray attackiert hat. Im Mai 2011 soll der Beamte in Rosenheim als Fußstreife einen Radler verfolgt und ihn zu Boden gerissen haben, weil dieser bei Rot über die Ampel gefahren war. Beide Akten liegen der Staatsanwaltschaft vor. Ein Sprecher des Innenministeriums hatte am Donnerstag unserer Zeitung gegenüber angegeben, dass der Mann bislang nicht aktenkundig war.
Carina Lechner









