„Landarzt" abgesetzt - Region wehrt sich

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    • 05.10.12
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„Landarzt" abgesetzt - Region wehrt sich

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Kappeln - „Der Landarzt“ schließt überraschend seine Praxis für immer. An den Drehorten in Schleswig-Holstein befürchtet man Einbußen für den Tourismus. Die große Politik soll jetzt helfen.

© dpa

Die Drehorte des "Landarztes" erlebten dank der Serie einen Tourismus-Boom

Gelbe Rapsfelder, blauer Himmel und die schöne Schlei: Als idyllischer Ort „Deekelsen“ war das kleine Kappeln in Schleswig-Holstein regelmäßig auf Millionen deutschen Fernsehbildschirmen zu sehen. Möglich machte das die beliebte ZDF-Heimatserie „Der Landarzt“. Doch jetzt hat der Sender nach 25 Jahren das Aus verkündet. „Der Landarzt“ wird in Rente geschickt. Das ist ein herber Schlag für die Region, in der die Serie spielt. Nahezu zeitgleich verkündeten die Mainzer zwar auch das Ende für „Forsthaus Falkenau“. Doch der strukturschwache hohe Norden nimmt sich den Verlust eines Imageträgers mehr zu Herzen als das reiche Bayern.

Heiko Traulsen ist Kappelns Bürgermeister. Der parteilose Politiker will das „Landarzt“-Aus zur Chefsache machen: Im Namen seiner 10 000 Bürger hat er an Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD) geschrieben. „Wir müssen das verhindern. Meine Hoffnung ist, dass der Ministerpräsident diesen Schlag für die Region erkennt und versucht, das über das ZDF zu verhindern.“ Schließlich könne man keine wirtschaftlichen Gründe anführen - bei mehr als vier Millionen treuen Zuschauern. Der Sender hatte angekündigt, Platz für neue Formate machen zu wollen. Traulsen hat mehr Interesse an der Zielgruppe über 50, als es das ZDF zu haben scheint: „Wir sind ein Landstrich für Best Ager und Familien.“

Bei den Tourismusorganisationen in der Schleiregion schrillen ebenfalls die Alarmglocken. Überall wird mit dem „Landarzt“, seinen Drehorten und seinem Hauptdarsteller geworben. „Unser Urlaubsmagazin 2013 mit Wayne Carpendale ist da“, wirbt etwa die Ostseefjord Schlei GmbH im Internet. „Allein dadurch verdoppelte sich der Abgriff des Magazins im Vergleich zum Vorjahreszeitraum“, heißt es in einer Stellungnahme zum TV-Aus. „25 Jahre Dreharbeiten an der Schlei bedeutet nicht nur, dass der Bekanntheitsgrad dieses Landstriches enorm gesteigert wurde, sondern auch eine Wertschöpfung, die dieser Region in Zukunft schmerzlich fehlen wird. Die Produktion mit zahlreichen Mitarbeitern hat jeweils ein halbes Jahr innerhalb des Kalenderjahres hier gewohnt und gelebt, ihr Geld hier ausgegeben.“

Bei Hedda Krog im gleichnamigen Café in Ulsnis wurden Szenen gedreht, die im Gasthof der Landarztfrau Maren spielen. Sie beobachtete zuletzt „keine gute Stimmung im Team, da sind Existenzängste bei Mitarbeitern“. Krog ist traurig wegen des Serien-Endes, gerade wegen der Darsteller: „Ich werde die schon vermissen, wir haben uns gut vertragen, uns auch mal beim Einkaufen getroffen.“ Das Aus kam zu abrupt, findet Krog - und auch noch im Jubiläumsjahr.

1987 wurden die ersten Folgen ausgestrahlt. Gerade die hätten Bilder vermittelt in die ganze Republik, seufzt Ingwer Hansen, Vorsitzender des Touristikvereins Kappeln/Schlei-Ostsee: „Gelbe Rapsfelder, die Schlei mit blauem Wasser und blauem Himmel.“ Das Aus sei sehr schlimm für den Tourismus in der Region.

Bayerns Tourismusbranche bedauert Aus für „Forsthaus Falkenau“

Trauer auch im Süden: Bayerns Tourismusbranche bedauert das Ende der beliebten ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“. Die im Freistaat gedrehte Sendung habe mehr als 20 Jahre lang Urlauber neugierig auf Bayern gemacht, sagte der Geschäftsführer der Bayern Tourismus Marketing GmbH, Jens Huwald, am Freitag der dpa in München. Die Folgen wurden erst im niederbayerischen Landkreis Passau und danach nahe dem Ammersee in Oberbayern gedreht. Die dort zu sehenden Bilder hätten Bayern schon ideal dargestellt, meinte Huwald. „Aber Wandel muss sein.“ Er sei zuversichtlich, dass schon bald andere in Bayern gedrehte Fernsehproduktionen zu sehen sind.

Am Mittwoch (10. Oktober) startet im ZDF in der Tat die neue Vorabendserie „Die Garmisch-Cops“. Sie spielt zu Füßen von Deutschlands höchstem Berg, der 2962 Meter hohen Zugspitze, und setzt auf die Beliebtheit der ebenfalls im ZDF ermittelnden „Rosenheim-Cops“.

dpa

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Kommentare

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Axel Schweiss06.10.2012, 07:04
(1)(0)

Die öffentlich Rechtlichen müssen auch sparen, sonst bleibt von den ca. 7.000.000.000 Eur Fernsehgebühren zu wenig für die Rundfunkräte uns sonstigen Schmaro...ern. Die verwöhnten Gebührenzahler sollen sich doch mit: "Die Tagesschau vor 20 Jahren" oder "Isar 12" usw. zufrieden geben.

Fra Rol05.10.2012, 18:01
(0)(0)

Haben sie wohl auf das falsche Pferd gesetzt...
Die haben sie wohl nicht alle !

Gast05.10.2012, 17:44
(3)(0)

Ich beantrage einen Rettungsschirm für die betroffenen Regionen! :-)

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