So war Otti Fischers letzter „Schlachthof“

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    • 24.11.12
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„Politisches Testament“

So war Otti Fischers letzter „Schlachthof“

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München - Viel Spaß, eine Torte und etwas Wehmut zum Abschied: Kabarettist Ottfried Fischer (59) sagte nach 17 Jahren und mehr als 170 "Schlachthof"-Sendungen "Servus" als Gastgeber.

© dpa

Die Kollegen Urban Priol (hinten, l-r), Günter Grünwald, Willy Astor, Helmut Schleich, Michael Altinger (vorne l) und Monika Gruber feierten Ottfried Fischer nach der Aufzeichnung der letzten Folge seiner Sendung "Ottis Schlachthof"

Am Freitagabend war er zum letzten Mal Gastgeber der Sendung „Ottis Schlachthof“ im Bayerischen Rundfunk. Schon als er zu Beginn den Raum betritt, brandet tosender Applaus auf. Zahlreiche Fans, Kollegen und Wegbegleiter sind gekommen, um nach 17 Jahren „Servus“ zu sagen zu Fischer und seiner Kultsendung.

Von großer Trauer ist bei Fischer keine Spur. Sichtlich gut gelaunt verliest er sein „politisches Testament“. Was solle nur aus Deutschland werden, wenn der „Schlachthof“ nicht mehr ist, fragt er. Sein Szenario: Mit Gabriele Pauli endet die frühchristliche Zeit in Bayern, die CSU wird zur Splitterpartei und fusioniert mit den Piraten und Lothar Matthäus wird Trainer beim TSV 1860 München - weil ohne den „Schlachthof“ niemand mehr da ist, der etwas dagegen tun kann.

Doch es geht alles andere als ausschließlich politisch zu an diesem Abend. „Welche Vögel haben den Schwanz vorne?“, fragt Fischer. Antwort: „Die Kastelruther Spatzen“. Er habe in 17 Jahren und mehr als 170 Folgen „Schlachthof“ übrigens immer selbst gesprochen, sagt er und singt später „17 Jahr, volles Haar“.

Kabarettisten-Kollegen würdigen Fischer mit herzlichen, bissigen und sehr persönlichen Erinnerungen als großen Kabarettisten. Sein Abschied sei ein historischer Tag, sagt Christian „Fonsi“ Springer. „Die Mondlandung war ein Scheißdreck dagegen.“ Ihm würden vor allem Fischers dreckige Witze in der Garderobe fehlen. Den über „den Beckenbauer und die Jacob Sisters im Swinger-Club“ behält er dann aber doch lieber für sich.

Willy Astor sagt: „Du bist ein großartiger Mensch.“ Seine Kollegin Monika Gruber meint zwar erst „Es wird viel G'schiss gemacht um ihn“ und erinnert wenig ehrfürchtig an Fischers angeblich ersten Satz im Fernsehen: „Den Leberkäs musst du probieren, den hab ich fei selber gemacht.“ Dann bittet sie ihn aber doch: „Denk ab und zu noch an uns.“ Alle sind sich einig: „Wir haben ganz viel gelernt von dir“ und singen zum Abschluss: „We are Fisherman's Friends“. Fischer gibt sich verwundert: „Ich hab immer gemeint, ihr mögt mich nicht.“

„Vorsichtshalber“ wolle er mit dem „Schlachthof“ aufhören, hatte der an Parkinson erkrankte Kabarettist zuvor in einem Interview der „Passauer Neuen Presse“ gesagt. „Lieber eine Woche zu früh als einen Tag zu spät“, sagte er der Zeitung. „Der Kollege Parkinson stört am meisten durch die Unsicherheit.

Seinen Abschied hat er auch lyrisch verarbeitet und aus seinem „Abschied vom Schlachthof“ ein Gedicht gemacht, das er zum Ende seiner letzten Sendung vorliest: Die letzte Strophe lautet so: „Dass dieses sei uns ein Vermächtnis, bitt' ich herzlich Euch: Tränchen quillt, wenn in meinem Sinne künftig ihr dabei! Es fließt doch weiter bester alter, Wein, füllt die neuen Schläuch'; Freude deshalb weil's so schön war - nicht Trauer weil's vorbei!“ Standing Ovations gibt es dafür. „Ich bin der Otti, das ist der Bayerische Rundfunk und hier war ich daheim.“

dpa

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