Wie langsam ist das Internet in Bayern?

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    • 22.08.13
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Fragen und Antworten

Wie langsam ist das Internet in Bayern?

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München - Schnelles Internet, Breitbandausbau, Glasfasernetz - während in den Städten Bayerns die weitaus meisten Haushalte mit Hochgeschwindigkeit durchs Netz surfen können, ist das Netz auf dem Land weitmaschiger.

Ein großes Hindernis für das schnelle Internet steckt im Boden oder der Hauswand und ist aus Kupfer. So rasch die Daten über gut ausgebaute Glasfasernetze von Verteiler zu Verteiler jagen - auf der sogenannten letzten Meile zum Kunden wird das Highspeed-Internet oft eingebremst. Fragen und Antworten zum Ausbau der Infrastruktur für schnelles Internet.

Wie steht es um die Versorgung mit schnellem Internet in Bayern?

Im Prinzip gibt es in Bayern wie auch bundesweit flächendeckend schnelles Internet - zumindest wenn man Anschlüsse mit einer Datenübertragungsrate für das Herunterladen von einem Megabit pro Sekunde (MBit/s) als Grundlage nimmt. Das Heraufladen - der Upload - von Daten geht aber meist langsamer vonstatten. Für hochauflösenden TV-Empfang via Internet, Online-Videotheken oder das Hochladen von Fotos in Netzspeicher (Clouds) ist das meist zu wenig. Anschlüsse mit Übertragungsraten von 50 MBit/s oder schneller sind in Städten in rund 75 Prozent aller Haushalte möglich, auf dem Land sind es nur gerade 10 Prozent. Viel zu wenig, sagt die Wirtschaft.

Warum ist schnelles Internet nötig?

Viele Unternehmen sind angesichts der fortschreitenden Digitalisierung auf das Netz und eine möglichst rasche Übertragung angewiesen. Viele Kontakte und Geschäfte laufen über das Internet, die Angebote für Fernsehen und Video via Internet wachsen. Die Kommunen befürchten, dass vor allem Jüngere aus ländlichen Gebieten wegziehen, wenn es kein schnelles Internet gibt. Zahlreiche neue Dienste im Netz sind nur mit hohen Übertragungsraten nutzbar - auf dem Land werden viele Menschen aus technischen Gründen von dieser Entwicklung abgeschnitten.

Warum ist das Netz auf dem Land soviel langsamer?

In Deutschland sind bislang am häufigsten DSL-Anschlüsse (Digital Subscriber Line) im Einsatz, die über das Kupfer-Telefonkabel zum Kunden kommen. Es gibt verschiedene Varianten wie ADSL oder das modernere VDSL2 - ihnen allen gemein ist, dass trotz theoretisch hoher Übertragungsraten sowohl die Länge des Kabels zum Kunden als auch die Zahl der angeschlossenen Kunden die Bandbreite verringert. Für hohe Übertragungsraten wird vor allem Glasfaserkabel eingesetzt. Auf der letzten Meile zum Kunden gibt es das auf dem Land bisher kaum, solche Leitungen zu verlegen kostet viel Geld. In Städten rechnet sich das für Telekommunikationsunternehmen eher, in dünn besiedelten Gebieten dagegen kaum. Dort gibt es eine sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke, die der Staat mit Förderprogrammen und Geld zu schließen versucht.

Kann man das schnell ändern?

Rasch wird der Ausbau der Glasfasertechnik vermutlich nicht gehen. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft schätzt auf Basis einer Studie die Kosten für einen flächendeckenden Ausbau in Deutschland auf 70 bis 80 Milliarden Euro. Für die Telekom-Unternehmen ein riesiger Block, der sich bislang kaum wirtschaftlich finanzieren lässt, denn die Nachfrage nach den ganz schnellem Anschlüssen ist derzeit noch eher gering. Weil sich die immensen Investitionen nicht alleine rechnen, schätzt die vbw, müssten rund 16 Milliarden Euro aus Steuermitteln dazugeschossen werden - das dürfte kaum machbar sein. Realistischer ist, bestehende Leitungen auf- und nachzurüsten und das Glasfasernetz nur Stück für Stück auszubauen.

Was tut der Staat?

Der Bund, aber auch Bayern stecken eine Stange Geld in den Breitbandausbau - und haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, bis 2018 jeden Haushalt mit einem 50-Mbit/s-Anschluss auszustatten. Vor allem Gemeinden auf dem Land können über verschiedene Förderprogramme Zuschüsse für den Ausbau des Netzes beantragen. Das eigens eingerichtet Bayerische Breitbandzentrum zählt bisher rund 200 Anträge, zuletzt kam die Gemeinde Dinkelscherben in Schwaben dazu. Bis 2014 gibt der Freistaat rund 500 Millionen Euro für die Förderung aus.

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Breitbandversorgung in Bayern

Schnelles Internet gibt es in Bayern eigentlich überall. Trotzdem ist der Freistaat in Sachen Breitbandausbau noch ein Entwicklungsland. Denn lediglich bei Anschlüssen mit einer Leistung von einem Megabit pro Sekunde sind gut 99,2 Prozent der Haushalte versorgt. Bei Anschlüssen mit 50 MBit/s ändert sich die Lage entscheidend; darüber verfügen nur 44 Prozent. Damit landet Bayern im bundesweiten Vergleich auf Platz 9. Dazu kommt: Die regionale Verteilung ist extrem unterschiedlich. Während in den Städten rund 75 Prozent der Haushalte auf Anschlüsse mit 50 MBit/s zugreifen können, sind es auf dem Land gerade 10 Prozent.

Wirtschaft pocht auf schnelles Internet

Die bayerische Wirtschaft fordert einen raschen Ausbau des Breitbandnetzes. Für die Unternehmen sei es wichtig, möglichst flächendeckend auf schnelle Internet-Anschlüsse zugreifen zu können. Bisher stehe Deutschland, aber auch Bayern im internationalen Vergleich schlechter da als andere Industriestaaten, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). „Wir können unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit nur erhalten, wenn wir hier aufholen“, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Vor allem auf dem Land sieht es in Bayern noch finster aus: Gerade 10 Prozent der Haushalte verfügten in ländlichen Regionen über Anschlüsse mit Übertragungsraten von 50 Megabit pro Sekunde. „Die Breitbandversorgung ist in den Ballungszentren Bayerns deutlich besser als in den ländlichen Gebieten“, sagte Brossardt. Vor allem Firmen seien aber darauf angewiesen. „Die Breitbandinfrastruktur ist ein bedeutender Wachstumstreiber und Standortfaktor, der für die Unternehmen zunehmend wichtiger wird.“

Laut Studie kann gut ein Viertel der bayerischen Unternehmen derzeit manche netzbasierte Anwendungen nicht nutzen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat jedes zehnte Unternehmen überhaupt nur die normale Telefonleitung als Zugang und damit gar kein schnelles Internet.

Brossardt sagte, etliche Unternehmen würden inzwischen selbst aktiv: „Knapp jedes dritte Unternehmen im Freistaat lässt sich bereits heute aufgrund nicht ausreichender Infrastruktur einen eigenen leistungsfähigen Anschluss installieren.“ Das sei nicht hinnehmbar. „Ein Hochtechnologiestandort wie Bayern muss ein höheres Versorgungsniveau bieten.“

Der Freistaat gibt derzeit viel Geld für die Ausbauförderung. Bis 2014 stellt das Land rund 500 Millionen Euro zur Verfügung. Das sei ein wichtiger Schritt, sagte Brossardt. „Die Förderung muss so ausgestaltet werden, dass langfristig tragende Lösungen und leicht aufzurüstende Netze verstärkt gefördert werden.“ Angesichts milliardenschwerer Kosten für den Ausbau von Glasfaserleitungen müsse zunächst das bestehende Netz aufgerüstet werden.

dpa

 

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