Biermösl Blosn trennen sich nach 35 Jahren

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    • 25.08.11
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Biermösl Blosn trennt sich nach 35 Jahren

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München - „Am 20. Januar 2012 haben wir als Biermösl Blosn unseren letzten gemeinsamen Auftritt“, erklärt Hans Well (Jahrgang 1953) im Gespräch mit dem Münchner Merkur.

© Haag

Die Biermösl Blosn trennt sich.

Die Trennung sei definitiv, „meine Brüder wollen in dieser Konstellation nicht mehr“, sagt der leidenschaftliche Künstler und seit 35 Jahren der Kopf dieses grandiosen bayerischen Phänomens, das mit seiner lebensechten Volksmusik samt lebensfrechen Texten Theater- wie Bierzeltpublikum von politisch links bis rechts hinreißen kann.

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Man sei immer eine ganz normale Familie gewesen, in der auch heftig gestritten werde, erzählt Hans Well. „Und der Hauptstreitpunkt war in den letzten vier, fünf Jahren, dass ich ein neues Programm – einmal nur wir allein ohne Gerhard Polt – entwickeln wollte.“ Bitter ist für Hans Well, dass seine Brüder Michael und Christoph (Stofferl) stattdessen ein Projekt von Franz Wittenbrink für die Münchner Kammerspiele zusammen mit den Schwestern Bärbi, Moni und Burgi Well sowie Karli Well verwirklichen. „Fein sein, beinander bleiben!“ wird im Februar 2012 im Schauspielhaus uraufgeführt und im Spielplan laufen. Der Älteste der Biermösls betont, dass es legitim sei, dass seine Brüder den Druck und Stress eines neuen Programms nicht mehr auf sich nehmen wollten, „aber enttäuscht bin ich schon, dass sie den Stress und Druck des Wittenbrink-Abends akzeptieren. Es tut schon weh, dass alles so gekommen ist“, sagt Hans und weiß, dass auch Michael und Stofferl so empfinden. Beide sind gerade im Urlaub. Geschiedene Leut’ seien sie nicht, erklärt er, „wir spielen ja im Winter noch weiter, gehen uns nicht aus dem Weg und können uns in die Augen schauen“.

Hans Well, aus dem die Ideen nur so heraussprudeln, schaut, wenn auch mit Wehmut, in die Zukunft. „Es ist schon eine Riesenumstellung, wenn man mit anderen spielt. Bei der Biermösl Blosn hat man blind gewusst, was der andere neben einem gerade auf der Bühne macht.“ Zunächst will Hans mit seinen Kindern seine Texte weiter singen: „Es wäre schade, sie aufzugeben.“ Aber die aktuellen Themen von Atomausstieg über die dritte Startbahn bis zur CSU, „die kein Monolith“ mehr sei, treiben ihn um. Die Möglichkeiten seiner Kunst sind für ihn „noch nicht ausgereizt – weder musikalisch noch inhaltlich. Ich freu’ mich drauf, mich mit neuen Texten mit den gesellschaftlichen Veränderungen bei uns auseinanderzusetzen“, lautet das Credo. „Das war bei uns zu dritt immer schwieriger.“

Und Hans holt sich Trost bei einem ganz Großen: „Mein Vorbild ist Dieter Hildebrandt. Wie frisch und engagiert der mit 84 noch ist! Vielleicht erarbeite ich etwas mit ihm. Ganz zu Anfang, vor Polt, sind wir ja mit ihm aufgetreten.“ Weitere Pläne sind im Werden. Maria Peschek ist im Gespräch oder Evi Keglmaier von „Zwirbeldirn“ und Michael von Mücke von „Koflgschroa“. Jedenfalls schreibt Well im kommenden Jahr an einer Biografie über Sepp Daxenberger, den Grünen-Chef, mit dem er befreundet war und der vor einem Jahr verstarb.

Auch wenn Hans Well das Herz schwer ist, ist er dennoch voll Energie: „Ich will auf alle Fälle weiterspielen. Ich kann relativ schnell mit einem Text auf akute Ereignisse reagieren.“ Das wird uns erhalten bleiben – und wir sind gespannt darauf.

Simone Dattenberger

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