• aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL2FrdHVlbGxlcy9sZXNlcmJyaWVmZS9iYXllcm4tcmVnaW9uL2thdGhvbGlzY2hlLWtpcmNoZS0yODE5OTEzLmh0bWw=2819913Unsägliche Methoden0true
    • 25.03.13
    • Bayern und Region
    • 2
    • Drucken

Unsägliche Methoden

    • recommendbutton_count100
    • 0

Claudia Möllers und Christoph Seidl: „Stempelkarte für Kommunionkinder“; Bayern 23./24. März

Es sind durchwegs vernünftige Argumente von Pfarrern und Eltern zu den Unterschriften, die auf den Stempelkarten bzw. Streckenpässen den Weg zur Erstkommunion und Firmung ebnen sollen. Zur unglaublichen Farce aber wird die Heranführung der Kinder an den Glauben, wenn eine Pfarrei seit Jahren im Veranstaltungskalender der Heimatzeitung vermeldet: 18 Uhr: Pizzaessen mit dem Pfarrer für alle Firmlinge ab 30 Unterschriften für Kirchenbesuche. Die dritte Stufe der didaktischen Glaubensrakete wird schließlich gezündet, wenn die Firmfitnesspässe der Rekord-Messebesucher im Schaukasten vor der Kirche ausgestellt werden. Kinder und ihre Familien, die es auf 29 Kirchenbesuche bringen, sehen sich öffentlich als Pizza-unwürdig abgewertet und wenden sich nach der Firmung entnervt ab, weil sie intuitiv Ähnlichkeiten zu den unsäglichen Methoden von Dieter Bohlen und Heidi Klum (ich kann Dir kein Foto geben) feststellen. Vielleicht könnte ein lateinisch-englischer Stoßseufzer ja doch noch ein Umdenken bewirken: O sancta simplicitas! – Rent a brain! (O heilige Einfalt! – Miete Dir ein Hirn!)

 Sepp Obermeier Konzell

Ist es nicht ein Armutszeugnis für die Kirche, wenn sie sich den Kirchgang der Erstkommunionkinder und der Firmlinge durch einen Stempel nachweisen lässt, d.h. kontrolliert, ob sie ihre Pflicht erfüllen? Auch wenn es den Kindern vielleicht wirklich nichts ausmacht, sich nach dem Gottesdienst in der Sakristei einen Stempel für ihr Kärtchen abzuholen – ist es damit getan? Noch dazu, wenn wie bei uns die Kinder während des Gottesdienstes nicht einmal angesprochen, begrüßt oder sonst wie eingebunden werden. Die Tatsache, dass schon ab dem 1. Sonntag nach der Erstkommunion der Großteil dieser Kinder in der Kirche nicht mehr anzutreffen ist, zeigt doch, dass die Aktion im Sand verläuft. Die normalen Sonntagsgottesdienste sprechen Kinder einfach nicht an, manche Eltern scheinbar auch nicht. Die Angelegenheit ist zu ernst, um sie mit einem Stempel zu lösen. Was will man damit erreichen? Auch ich bin der Meinung, dass man dieses Sakrament nicht einfach so mitnehmen kann. Der Weg des Glaubens erfordert eigenes Zutun, eigenes Engagement. Müsste man da nicht bei den Eltern der Kinder anfangen, sie neben den Kindern auf diesem Weg begleiten? Für viele Eltern ist der Glaube seit der eigenen Kindheit kein Thema mehr. Ihnen zu helfen, über den eigenen Glauben, über ihre Glaubensschwierigkeiten zu sprechen – wäre das nicht ein guter Weg? In der Erziehung zum Glauben werden Eltern ohnehin allein gelassen. Die Erstkommunion der Kinder könnte ein guter Anlass sein, auch Eltern auf dem Weg des Glaubens zu helfen, Glauben wieder zum Thema zu machen. Da die Pfarrer mit den riesigen Pfarrverbänden immer weniger Zeit für so immens wichtige Dinge haben, müsste die Diözese Hilfen anbieten, vielleicht Seminare anbieten, bei denen Gemeindereferenten und auch engagierte Christen lernen können, diese Aufgaben zu übernehmen.

Inge Heidenfelder Odelzhausen

zurück zur Übersicht: Bayern und Region

Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

Kontakt "Ressort Leserbrief"

Münchner Merkur

Ressort Leserbrief

Paul-Heyse-Str. 2-4

80336 München

SMS: 0160/97002710

E-Mail: leserbriefe@merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.