Fall Mollath: Zweifel an der Justiz

Der unglaubliche Justizirrtum muss umgehend berichtigt werden!

Nach diesem unglaublichen Justizfehler im Falle Mollath müsste es Ehrensache sein, Herrn Mollath aus der Psychiatrie zu entlassen und adäquat zu entschädigen. Frau Merk sollte zurücktreten. Schwer wird es sein, das Vertrauen in die Justiz wiederzufinden. Die CSU tut sich keinen Gefallen, an Frau Merk festzuhalten.

Rosemarie Waibel München

Es drängt sich die Vermutung auf, dass hier eine Person ganz oben geschützt wird. Anders lässt sich das, wie mit Herrn Mollath umgegangen wird, nicht erklären. Da wurden doch ganz bewusst elementare Rechtsgrundlagen verletzt.

Inge Schael Geretsried

Nachdem das Justizministerium im Fall Mollath nicht beschleunigend eingreifen kann (will?), wurde mir einiges klar, das ich nachfolgend in meinem Leserbrief verdeutlichen will. Gerichte sind unabhängig. Lediglich, wenn es eine Gefahr für die BRD oder bundesdeutsche Interessen betrifft, könnte (will) die Justizministerin eingreifen. Aber dies ist im Fall Mollath nicht der Fall. Schließlich hat er ja nur betrügerische Machenschaften einer BRD-Großbank angeprangert. Und dies ist kein Fall für das Justizministerium, sondern für die Gerichte. Und für die ist ein Mensch, der sich alleine mit einer mächtigen Großbank zu einem Gefecht einlässt, schlichtweg irre. Nachdem sich aber nach sieben Jahren herausgestellt hat, dass der (irre) Herr Mollath Recht hatte und also gar nicht irre zu sein scheint, sieht sich das Gericht verpflichtet, den Fall neu aufzurollen. Aber das kann nicht von heute auf morgen geschehen. Schließlich sind Richter auch nur Menschen, die Zeit brauchen für Schlaf, Essen, sich zu pflegen, Zeitung zu lesen, Sitzungen zu erledigen, Termine (oftmals in der Weltgeschichte) wahrzunehmen, für die Familie da zu sein, sportlichen Betätigungen nachzugehen, Hobbys zu frönen, die Erinnerungen aufzufrischen und und und. Da bleibt nur wenig Zeit für die Aufarbeitung (Revidierung eines zuvor falschen Urteils) des Falles Mollath. Das Justizministerium sieht sich nicht veranlasst einzugreifen, obwohl fast die ganze Welt via Internet nur noch den Kopf schüttelt. Schließlich sind die Gerichte in so einem lapidaren Fall, wo es nur darum geht, ob ein zu Unrecht verurteilter Mensch noch länger in Gewahrsam bleiben muss, unabhängig. Fehlt nur noch von ranghoher Stelle der Hinweis, dass Herr Mollath froh sein sollte, in der BRD zu leben; denn in vielen anderen Ländern wäre er für sein Vergehen, die Wahrheit zu sagen, hingerichtet worden.

Egil Reeg Bergen

Warum so spät? Es ist höchste Zeit zu fragen, warum die mit dem Fall Mollath befasste Bank ihren Revisionsbericht erst nach Jahren bekannt gemacht hat! Ist doch das, was Herr Mollath angeprangert hat, durch den Bericht zumindest bestätigt worden. Aber seine Einwände wurden ihm zum Nachteil. Denn ein Aktenvermerk nennt ihn „Spinner“.

Wolfgang Hülmeyer Greiling

Der Fall Mollath ist für die Rechtsprechung in unserem Land eigentlich atypisch. Bei der weit überwiegenden Mehrheit der deutschen Richter wird der Buchstabe des Gesetzes überlagert von Menschlichkeit und Mitgefühl, weshalb die Kritik an Gerichtsurteilen fast immer eine angeblich zu milde Be-strafung zum Ausdruck bringt.

Dr. Karl Englert Kottgeisering

Viele haben es schon mitbekommen, einige wenige haben scheinbar einen zu starren schwarzen Blick für die Sicht der Fakten in Bezug auf die bayerische Justizministerin. Mit Sicherheit braucht diese niemanden, der sie in Schutz nimmt oder gar bedauert, auch macht sie auf mich keinen schüchternen Eindruck, wie Herr Steidl schreibt, ich würde diesen eher als hinterlistig, uneinsichtig und niemals bereit, Fehler einzugestehen, beschreiben. Allein die Körpersprache und die vielen Gesichtsausdrücke sprechen für sich (gegen sie). Wer schon in seiner eigenen Partei keine Anhänger hat, außer in der zwielichtigen Schwaben-CSU, wer als Justizministerin nur längere, härtere Strafen fordert, längere Verjährungsfristen verlangt, von keiner Gnade spricht, zeigt auf, dass er hier fehl am Platz ist, noch dazu in unglaubwürdiger Weise solch einen Justizskandal schönredet, dem Bürger einreden will, sie wäre am Schicksal des Herrn Mollath persönlich betroffen. Wer seinen Staatsanwälten solch eine juristische Sichtweise/Politik mitgibt, braucht sich nicht wundern, wenn diese abgehoben, weltfremd gar nicht mehr wissen, was sie tun. Vor lauter Übereifer haben diese kein Interesse mehr an der Wahrheit (wie im Fall Mollath, aber auch Peggy), sondern nur noch an Höchststrafen, vor allem, wenn es gegen Männer geht, dabei wird Frauen eigentlich alles geglaubt, auch wenn es noch so absurd ist.

Thomas Klar Straubing

 

„Lasst Mollath umgehend frei!“; Leserbriefe 19. Juni, „Gefälschtes Fax: Mollath fast frei“; Titelseite, Dirk Walter: „Armer Mollath“; Kommentar, und „,Unverzüglich zu entlassen‘“; Bayern 18. Juni

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