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    • 21.01.13
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Die Kirche im Dorf lassen

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Paul von Hindenburg: von Hitler getäuscht oder mitschuldig?“; Leserbriefe 15. Januar

In einigen Städten Deutschlands scheint es momentan keine anderen Probleme zu geben, als sich für die Umbenennung von Straßen stark zu machen. Ob es sich dabei um Populismus oder Profilierungssucht einiger Personen handelt sei dahingestellt. Mit einer adäquaten Aufarbeitung der deutschen Geschichte hat die Sache jedenfalls nichts zu tun. Das erreicht man nicht durch die Tilgung unliebsamer oder umstrittener Namen. Man wird Persönlichkeiten wie Hindenburg, Bismarck, Wilhelm II. oder Treitschke nicht gerecht, wenn man nach ihnen benannte Straßen einfach umbenennt. All diese Menschen und noch etliche andere Kandidaten müssen im Kontext ihrer Zeit gesehen werden. Wer würde auf die Idee kommen eine Martin Luther-Straße umzubenennen, weil dieser gegen die „mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern“ gewettert und deshalb eine Mitschuld an den Verbrechen des Bauernkrieges auf sich geladen hat? Ich denke, man sollte die Kirche im Dorf und die Hindenburgstraße in Tölz lassen. Der Umbenennungswahn sollte nicht zum Vorwand werden, eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte zu vermeiden. Die Damnatio memoriae war ein Mittel autoritärer Staaten und ist einer Demokratie unwürdig. Deutschland hat die Kraft, auch mit umstrittenen Persönlichkeiten verantwortungsbewusst umzugehen. Einem Hindenburg allein die Schuld am Hitlerregime zu geben, zeugt von Ignoranz und mangeldem Geschichtsverständnis.

Udo Lang Wackersberg

Die nachfolgende Generation sollte sich bei der Beurteilung der Leistungen und Taten der Vorgängergeneration stärker geschichtlich informieren (z.B. die Verhinderung des Einmarsches der Russen in Ostpreußen am Anfang des 1. Weltkrieges und die damit begonnene Huldigung von Hindenburg) und nicht nur dem aktuellen Zeitgeist folgen. Mein Vorschlag für alle, die Straßen und Plätze jeweils aktuell umbenennen wollen, wäre dieser. Es sollten gegenwärtig und zukünftig in Deutschland überhaupt keine Straßen und Plätze mehr nach Politikern benannt werden. Dann hat man in der späteren Generation nicht das Problem, wieder korrigieren zu wollen oder zu müssen. Deutschland hat in seiner langen Geschichte eine Vielzahl an Dichter, Denker, Maler, Komponisten, Künstler, Erfinder, Forscher und Wissenschaftler hervorgebracht. Aus deren Reihen lassen sich sicher sehr viele Straßen und Plätze benennen und das Problem wäre damit gelöst. Was meinen Sie?

 Leo Schwarz Bad Tölz

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