Weg frei für Priesterin

„Frauen im Priesteramt“; Leserbriefe 19. März

Wie Herr Kothe bin ich der Überzeugung, dass die Zeit reif ist, Frauen priesteramtlich einzusetzen. Frauen hatten in der Urkirche wesentlich mehr Rechte als heutzutage. Erst gegen Ende des ersten Jahrhunderts passte sich das Christentum der patriarchalen Umwelt an. Schon Jesus nahm Frauen in seine Jüngerschar auf: Salome, Maria, die Mutter des Jakobus, Maria Magdalena. Nach heutigem Bibelverständnis konnte es auch durchaus möglich sein, dass bei der paarweisen Aussendung der Jünger, auch deren Ehefrauen dabei waren, es also gemischte Paare gegeben haben könnte. In der nachösterlichen Zeit war Phöbe Diakon der Gemeinde Kenchreä (einer Filialgemeinde Korinths), worauf der Begriff „prostatis“ = Patronin, Vorsteherin in Römer 16,7 hinweist. Ebenso Lydia in Philippi, die als Purpurhändlerin ihrem Haus vorstand und damit Leiterin einer christlichen Gemeinde war. Da Gottes Mühlen ja bekanntlich langsam mahlen, wird es bis zu einer Frauenordination noch lange dauern. Aber zumindest die Diakon weihe konnte man Frauen spenden. Ich setze in vielen Dingen große Hoffnungen auf den neuen Papst, fürchte aber, bei seiner Einstellung den Frauen in der Kirche gegenüber ein Beharren auf dem jetzigen Zustand.

 Sieglinde Fuchs München

Herr Kothe nennt in seinem Leserbrief einige Stellen aus der Bibel. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Bibel patriarchalisch ausgelegt wurde auf Kosten der Frauen. Schon damals zogen die Männer die Macht und die Herrschaft an sich. Im katholischen Lehramt gibt es keinen Grund, Frauen von der Priesterweihe auszuschließen. Es ist und war das Machtgehabe von Männern, die sich als Nachfolger Christi bezeichneten. Vor Gott sind alle gleich, hat bis in der heutigen Zeit in der Kirche keine Gültigkeit und Bestand. Es heißt auch, dass Jesus Jüngerinnen auf seiner Wanderschaft mitnahm. Die Frau wurde in der katholischen Kirche schon immer diskriminiert, den Männern aber die Autorität gegeben. Alle Religionen bis auf den Buddhismus sind frauenfeindlich geprägt. Warum leiden so viele Frauen brutal unmenschlich und als Diskriminierte unter der Macht der Männer? Diese schrecklichen Taten gehen ohne Gewissen an der Wohlstandsgesellschaft auch bei den Laien, bei Frauen wie bei Männern vorbei. Auch die katholische Kirche verstummt hier. Was wurde mit den geweihten katholischen Priesterinnen gemacht? Sie wurden exkommuniziert, und was wurde mit den Priestern gemacht, die hunderte von Kinderseelen zerstört haben? Sie dürfen weiter tätig sein. Es wird Zeit, so hoffe ich, dass dieser Papst ohne Angst und Schrecken in diesen Reihen Ordnung schafft. Nicht die Gläubigen haben die Kirche in die große Krise gebracht, sondern der Vatikan mit der Kurie und durch die Kleriker, die sich ein angenehmes Lebens eingerichtet haben in Prunk und Glanz. Verweltlichung – vom Genuss unserer Steuergeldern in Prunk und Glanz zu leben ganz zu schweigen. Männer zerstören, Frauen bauen in der Welt aber unermüdlich auf. Somit ist es schon lange überfällig, die berechtigte Frauen-Priesterweihe einzusetzen, ohne Widerstand. Ich kenne noch eine Zeit, wo die Frauen, die Theologie studieren wollten, von den Klerikern beschimpft worden sind und ihnen wurde so ein Studium höllisch erschwert.

Hubert Schraml München

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