Rentner mit Erhöhung unzufrieden

„Unmut der Rentner hält an“; Leserbriefe 25. März

Renten sind nur mit einem neuen Generationenvertrag gesichert. Länger arbeiten, weniger Geld. Der Direktor des Institutes zur Zukunft der Arbeit, Klaus Zimmermann, hat zur Stabilisierung der Rentenfinanzen einen neuen Generationenvertrag gefordert: In der kommenden Legislaturperiode muss der gesamte Generationenvertrag an mehreren Stellschrauben neu justiert werden. Der Sozialstaat braucht eine Generalüberholung, weil der Sozialstaat den sozialen Aufstieg blockiert. Vertreter von FDP und Union setzen auf eine faire Einbeziehung der Finanzreserven sowohl der Krankenkassen als auch der Rentenkasse. Der Staat sollte es nicht auf die Spitze treiben, denn der Souverän, also das Volk hat das Recht, sich zu wehren. Wir leben immer noch in einer Demokratie. Man kann nicht die ganze Welt retten und das eigene Volk verarmen lassen.

Ingrid Ehlers Aschau im Chiemgau

Die für dieses Jahr angekündigte Rentenerhöhung von 0,25 % im Westen zeigt in drastischer Weise, mit welcher Missachtung geleisteter Lebensarbeit und Altersvorsorge die Rentenformel zusammengeschustert wurde. Wenn ich meine persönliche Rente vom 1. Januar 2004 mit meiner Rente vom 1. Januar 2013 vergleiche, so ergibt sich über diese neun Jahre eine Steigerung nach Abzug der Pflichtbeiträge für Kranken- und Pflegeversicherung von 5,3 % beim Auszahlungsbetrag, von dem man schließlich leben muss. Im gleichen Zeitraum sind die Lebenshaltungskosten, gemessen am Verbraucherpreisindex (Statistisches Bundesamt), um 15,4 % gestiegen. Dies ist das Dreifache. Die diesjährige Ankündigung verstärkt das noch ins Unerträgliche. Es ist also absehbar, dass bei Weiterführung der heutigen Rentenformel die Bezieher von Altersrenten zu Sozialhilfeempfängern werden. Ist das die Würde einer Leistungsgesellschaft? Diese Rentenformel wurde ausgerechnet unter der rot-grünen Koalition im Kielwasser der Agenda 2010 gebaut. Beide Parteien führen ihren diesjährigen Wahlkampf unter dem Ziel der sozialen Gerechtigkeit. Was für ein Hohn! Bei diesen beiden Parteien ist auch an Kommentaren zur geplanten Rentenanpassung 2013 eigenartige Funkstille. Nur der Kandidat der SPD kündigt für künftige Erhöhungen weitere Gewichtungsverschiebungen zum Osten an. Dabei wäre eine Anlehnung an Beamtenpensionsregelungen so einfach.

Dittmar Meng Neufinsing

Genial, wie uns Menschen die Politik, in diesem Fall zusammen mit der Versicherungswirtschaft, über den Tisch zieht. Der damalige Minister Norbert Blüm hatte völlig Recht mit seiner Behauptung, die Renten seien sicher, wenn auch in ihrer Höhe schwankend, auch bei sich verändernder Alterspyramide. Der volle Rententopf weckte Begehrlichkeit und Kreativität bei Politik und Finanzwirtschaft: Um die Bevölkerung unter Druck zu setzen, senkte die Politik die Rentenansprüche auf weit unter 50 % und empfahl dem arbeitenden Teil, zum Wohle der Versicherungswirtschaft, die private Altersvorsorge. Per Gesetz verlängerte unsere Regierung unsere Lebensarbeitszeit und plünderte wieder einmal schamlos den Rententopf für versicherungsfremde Leistungen (Wiedervereinigung usw.). Ziel erreicht! Jetzt können von uns bankrotte Staaten finanziert werden, deren Bevölkerung im Schnitt wesentlich mehr auf der hohen Kante hat als wir deutschen Normalbürger. Und das alles, nachdem bei der überstürzten Einführung des Euro die Renten praktisch bereits halbiert worden waren. Leider fühlt sich unsere Justiz, falls wir eine haben, für Betrug am Volk nicht zuständig, für den Raub von ein paar Cent Flaschenpfand sehr wohl.

 Erika Galleithner Huglfing

Sechzehn Millionen Rentner im Westen werden immer wieder durch leere Versprechungen als Bewohner zweite Klasse behandelt. Nullrunden oder lächerliche Rentenerhöhungen gegenüber steigenden Mieten, Strom, Lebensmittel usw. bringen immer mehr Rentner, insbesondere Frauen in tiefe Armut. Die Versprechungen von Seiten aller Parteien sind nur leere Luft kurz vor den Wahlen ohne wirklichen Umsetzungswillen. Die Ostkanzlerin Merkel erhöht die Renten um das 13fache für die Rentner im Osten, gegenüber den Rentner im Westen. Herr Rössler leugnet die Armut in Deutschland. Mütter die ihre Kinder vor 1992 gebaren sind nochmals bestraft. Diesen Müttern stand damals kein zugesicherten Kindergarten- und Hortplatz und keine Erziehungsgeld zu. Den Müttern in der damaligen DDR standen dagegen Tagesstätten für alle Kinder zur Verfügung. Nur jammern und schimpfen wird die Rentner zukünftig wohl nicht weiterbringen. Von 16 Millionen Mitglieder der graue Generation sind sicher noch 12 Millionen immer noch gut zu Fuß um bis nach Berlin zu marschieren und ihren Protest kundzu- tun. Wie das geht, zeigen uns immer wieder die Franzosen oder auch die protestierenden Bürger gegen Stuttgart 21. Es ist Zeit, Rentenvereine in allen Städten und Gemeinden zu gründen und sich aktiv für deren Interessen einzusetzen.

Anna Bego Inning am Holz

Wenn es 2013 eine Nullrunde für die Westrentner gegeben hätte, es wäre eventuell akzeptierbar gewesen. Aber 0,25% Anpassung ist eine absolute Beleidigung . Mein Vater z.B. bekommt eine Rente monatlich von über 791 Euro. Die Anpassung wäre also nach Adam Riese 1,98 Euro. Vielen Dank für diese Erhöhung. Der Benachrichtigungsbrief, der irgendwann demnächst in der Post liegt und auf dieses großzügige Geschenk hinweisen wird, kostet sicherlich ein Mehrfaches an Arbeitsaufwand, Porto, Briefpapier etc. als die Erhöhung wert ist. Nachdem es, so wie man immer wieder in der Zeitung lesen kann, sehr viele Rentner gibt, die unter 800 Euro monatlich beziehen, sollte man am Ende die Unkosten addieren. Aber ich denke und hoffe, dass die betreffenden Leute im Herbst bei den Wahlen die richtige Antwort auf diese unschöne Begebenheit geben werden.

Johann Jagosits Feldkirchen

Zum Ausmaß der Rentenerhöhung standen so manchem West-Rentner über diese Neuigkeit bestimmt die Haare zu Berge. Kann das wirklich wahr sein, dass diese enorme Differenz nicht nur gerechtfertigt, sondern auch rechnerisch notwendig sein soll? Berechtigt der Anstieg der Löhne im Osten gegenüber dem Westen um ca. 2,8 Prozent im Jahr unverzüglich zu dieser Rentenanhebung? Liegt hier 23 Jahre nach der Wiedervereinigung zwischenzeitlich nicht eine Fehlüberlagerung der Be- und Verrechnungsformeln vor, welche einer wohlüberdachten Novellierung bedürften? Es wäre natürlich dabei im Wesentlichen zu berücksichtigen, dass sich die Einkommen im Osten vor den 90er-Jahren erheblich unter denen des Westens bewegten. Für die Rentenanpassung sind eine Vielzahl von Kalkülen zu überdenken, nämlich im Westen herrscht zweifelsohne ein weit höherer Mietspiegel, welcher zum großen Teil eine erhebliche Lücke in das Budget so manchen Rentners schlägt. Ähnliches gilt auch für die Senioren, welche ihren Altersruhesitz in ein Alten- oder Pflegeheim verlegen (müssen), ohne dass hierfür die Gewährung öffentlicher Mittel ausreicht. Für die täglichen Notwendigkeiten (z. B. Verpflegung) mögen sich die Ausgaben beiderseits die Waage halten. Wesentlich kostspieliger ist im Westen jedoch etwas bescheidener Luxus, wenn man sich mal hübsche Kleidung, ein gutes Abendessen oder einen kleinen Wochenendausflug gönnen will. Hier kommt doch das alte Sprichwort „Kleinvieh macht auch Mist“ zum Tragen. Ich bin fest der Überzeugung, dass, unter dem Strich gerechnet, wegen der erheblich höheren Lebenshaltungskosten der West- gegenüber dem Ostrentner wohl kein Plus verzeichnen kann. Noch dazu entsteht berechtigt die Frage, wie sich eine 0,25-prozentige Rentenerhöhung mit einem Inflationsrate von 1,8 bis 2 Prozent verträgt. Ist es unter all diesen oder ähnlichen Umständen wirklich möglich geworden, dass die ursprünglich euphorisch empfundene Verbindung der beiden deutschen Nachbarn echte Freundschaft entstanden ist und, wenn ja, diese für immer aufrecht erhalten bleibt? Es ist schon seit längerem zu erkennen, dass sich nicht nur im Rentenproblem immer wieder gewisse Querelen auf dem politischem Podest entwickeln und oftmals nicht bewältigt werden können. Eine Frage an Sie, Frau Bundeskanzlerin, sind Sie an den oft anstehenden Schlichtungsversuchen etwa nicht etwas befangen?

Peter Koll Weilheim

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