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    • 21.06.13
    • München
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Ein Müllmann leistet für uns Bürger mehr als ein Referent

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Felix Müller: „Reiter ließ sich vom FC Bayern einladen“; München 21. Juni

Wenn man die Vorteilsnahme eines Trinkgeldes zum Beispiel an einen Müllmann mit der Vorteilsnahme des Herrn Reiter vergleicht, ist das eine Diskriminierung der städtischen Angestellten. Ab mehreren hundert Euro ist es keine Vorteilsnahme mehr und wird sogar vom Oberbürgermeister genehmigt. Ein Müllmann leistet für uns Bürger mehr als ein Referent mit zehnfachem Gehalt. Trinkgeld dafür ist ein Dankeschön. Für was bedankt sich der FC Bayern bei Herrn Reiter? Der ehemalige Bundespräsident Wulff ist hier ein Waisenknabe mit den zirka 350 Euro Übernachtungskosten für das Oktoberfest. Ein Ministerpräsident Späth musste wegen Vorteilsnahme zurücktreten. Wahlkampf hin, Wahlkampf her, die Ungerechtigkeit bleibt die gleiche. Es gibt Menschen, die sind gleicher als gleich. Wenn man die Begründung der Obrigkeit liest, werden wir Bürger für dumm verkauft.

Friedrich Kraus München

Es irritiert mich sehr, wenn Sie das Verhalten von Wirtschaftsreferent und SPD-OB-Kandidat Reiter als formal wohl korrekt bezeichnen, insbesondere wenn man den Vergleich zu Ex-Bundespräsident Wulff zieht. Dieser wurde angeklagt, weil ein Unternehmer ihm eine Übernachtung in einem Hotel und die Bewirtung auf dem Oktoberfest gezahlt hat, wobei Wulff behauptet, von der Kostenübernahme im Hotel nichts gewusst zu haben. Begründet wird die Anklage mit einer – vermuteten – Verbindung zwischen Wulff (damals Ministerpräsident von Niedersachsen) und dem Unternehmer. Bei Münchens Wirtschaftsreferent Reiter ist diese Verbindung noch viel deutlicher. Er ist in seiner Funktion Ansprechpartner für den FC Bayern München, er muss als Wirtschaftsreferent Entscheidungen für oder gegen den Verein treffen und genau von diesem Verein hat er sich nun einladen lassen zu einem mehrere tausend Euro teuren Trip zum Champions-League-Finale nach London. Wenn Wulff wegen einer solchen – möglichen – Verbindung angeklagt wird, wie kann dann der ähnlich gelagerte Fall Reiter formal wohl korrekt sein, wobei die Summe, um die es hier geht, auch noch deutlich höher ist? Und schließlich stellt sich die Frage, warum ein städtischer Müllmann kein Trinkgeld annehmen darf, während die teure Sause eines städtischen Spitzenbeamten vom obersten Dienstherrn, SPD-OB Ude, genehmigt wurde. Gelten für Reiter die Antikorruptionsrichtlinien nicht?

Wolfgang Schwirz München

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