Der blöde Steuerzahler zahlt

„Fraktions-Vize der CSU unter Druck“; Titelseite, Christian Deutschländer: „Für ein paar Euro“; Kommentar 21. August

Ist schon ein geiles Gefühl, so eine Leica in Händen zu halten. Sie ist der Inbegriff Deutscher Wertarbeit und Langlebigkeit. In meinen besten Zeiten als Bildjournalist abeitete ich zuweilen mit sechs solcher Juwelen. Alle von meinem Einkommen bezahlt. Mit bereits 21 Jahren ersparte ich meine erste Hasselblad. Mein Vertrauen in die Politik sinkt von Woche zu Woche. Aber bald ist Wahltag. Herr König, Sie sollten sich schämen.

Siegfried Martin Zolling

Die Union der Aussackla im Ausgabenpauschalen zuzelnden bayerischen Landtag kann einen längst nicht mehr verwundern. Dort, wo es gerade politischen Hauptberuflern, ihren Ältesten und Schutzpatroninnen um Einfluss, Macht und Geld geht, kann man u.a. nach dem Moralphilosophen Rupert Lay eher „ein gemütlich gebautes Nest der Unweisheit“ erwarten. Mit überwiegendem Interesse an Machterhalt und -erwerb. Folgerichtig werden diesem Ziel alle anderen Werte – auch und vor allem sittliche – zum Opfer gebracht. Dazu kennen die Polittröpfe auch ihren Machiavelli Anno Domini 1513: „Aber fromm, treu, menschenfreundlich, gottesfürchtig und ehrlich zu scheinen, ist nützlich.“ Auf dero Abwahl am 15. September, gsuffa!

 Rudolf G. Hörmandinger Farchant

Wundert das noch einen? Nein, nur sehr Unbedarfte oder vollkommen Desinteressierte. Es ist nun mal so, dass die Lobbypolitiker sich aufführen wie in einem Königreich und uns blöden Steuerzahler behandeln sie wie ihre Untertanen. Ich möchte gerne die Einzahlungsquittung über die 6000 Euro teure Kamera von Herrn König sehen, die er angeblich einbezahlt hat. Da reden alle von der Steuer-Affäre von Herrn Hoeneß und keiner merkt, wer die Steuergelder wirklich vernichtet. Diese abgehobene Politikerkaste wird uns nach der Wahl zeigen, wo der Hammer hängt. Denn eins ist klar, alle Parteien, egal welcher Couleur, kümmern sich nur noch um zockende Banken, marode, mit Geld um sich schmeißende Staaten (die nicht einmal annähernd ein ordentliches Finanzsystem haben), und nicht zu vergessen, vor allem um Großkonzerne, in denen sie selber in den Aufsichtsräten sitzen.

Nikolaus Ruml Markt Schwaben

Christian Deutschländer vergleicht die „paar tausend Euro“ mit den Milliardengräbern in Berlin und Stuttgart. Beinahe hätte ich ihm Recht gegeben, aber dann ist mir eingefallen, erst kürzlich erhielt ich eine Rentenerhöhung um 1,25 Euro. Mit 6000 Euro hätte man meine Rentenerhöhung für 40 Jahre verdoppeln können. So schaut der Vergleich schon anders aus. Und nicht zu vergessen, die Milliardengräber sind nicht von den Rentnern, sondern von Politikern verursacht und zu verantworten. Zur Rechenschaft und zum Schadensersatz wird aber keiner herangezogen.

Kurt Wiedemann Fürstenfeldbruck

Das nun wieder einmal ein Abgeordneter am Pranger steht, sein Name aber nur mit Hängen und Würgen veröffentlicht wurde, zeigt wieder einmal, welche Möglichkeit besteht, sich im Selbstbedienungsladen der Politik zu bedienen. Viele Mitbürger müssen den Euro dreimal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben, andere benötigen einen Zweitjob zum Überleben, aber der Politiker hat außer seinem üppigen Beamtengehalt, ohne in die Rentenkasse einzuzahlen, noch die Abgeordnetenzulage und die Technikzulage usw. So wird hier manchem Abgeordneten Tür und Tor geöffnet, um aus dem Landtag ein Selbstbedienungsladen zu machen. Wenn dann auch noch versucht wird, dies unter den Teppich zu kehren, ist es mit der Moral wohl schlecht bestellt. Jetzt aber sind wieder Wahlen und es wird wieder dem Bürger alles versprochen, an das man sich danach nicht mehr erinnern kann. Wenn dann reumütig heimlich das Geld zurückgezahlt wird, bleibt doch ein Geschmäckle und das Vertrauen in die Politik schwindet immer mehr. So wie der CSU-Fraktionschef Georg Schmitt sollte auch Herr König sein Amt niederlegen, wenn er Moral hätte.

Sepp Eberhard Freising

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