Ihre Bemühungen Frau Merkel im Amt zu halten, nehmen inzwischen skurrile Formen an. Zunächst waren es die Nebeneinkünfte von Herrn Steinbrück: Nein, wie steht er doch den Großkopferten so nahe und das für einen Sozialdemokraten – nein wie verwerflich! Immerhin, Herr Steinbrück hat seine beträchtlichen Nebeneinkünfte offen gelegt. Auf eine entsprechende Reaktion von schwarzen und gelben Mandatsträgern warte ich noch heute, genauso, wie auf eine angemessene Berichterstattung darüber in Ihrem Blatt. Jetzt ist es laut Allensbach die Führungselite, die Herrn Steinbrück ablehnt. Wer zählt denn zu dieser Führungselite? Etwa die Vorstände diverser Landesbanken, von den Damen und Herren sauber an die Wand gefahren? Oder sind es die Herren Middelhoff, Nonnenmacher, Zumwinkel & Co.? Sind es die Vorstände diverser Großfirmen, gegen die wegen Korruption ermittelt wird? Ist das unsere oder Ihre Führungselite? Per Steinbrück hat geltend gemacht, dass er bei seinen Vorträgen durchaus Tacheles geredet habe. Daran scheint etwas Wahres zu sein, hat doch die Führungselite etwas gegen einen Regierungswechsel. Klar, hätte ich auch, wenn die Gefahr bestünde, dass auch von mir ein fairer Beitrag in Form angemessener Steuern eingefordert werden könnte. Ach ja, hatte ich vergessen: Da wird eine neue Neiddebatte losgetreten. Angesichts der Reaktion unserer Führungselite schwinden so langsam meine immer noch erheblichen Zweifel an Herrn Steinbrück. Welch eine Wahlwerbung! Übrigens: Nicht die „Führungselite“ ist wahlentscheidend, sondern der Wähler. Sieht man in die diversen Foren kommt man zu dem Schluss, dass der so langsam die sprichwörtliche Schnauze voll hat.
Hartmut J. Bosserhoff Allershausen






