Bei Wahl gegensteuern

„Wohnungen drastisch teurer“; Titelseite, Georg Anastasiadis: „Seehofers teure Geschenke“; Kommentar 19. Februar

Ja, die Wohnungen werden drastisch teurer – das kann jeder Mieter bestätigen, und die gestiegenen Strompreise betreffen uns alle. Das immer mehr Menschen Nacht- und Schichtarbeit leisten müssen – leider eine bedauerliche Entwicklung im Hinblick auf Familienleben und gesundheitliche Belastungen. Die Rente ist nicht sicher– das wissen wir alle und das betrifft und alle - egal ob noch im aktiven Berufsleben oder schon Rentenempfänger. Diese vier Aussagen der Titelseite vom Dienstag sind ein Armutszeugnis für die politischen Kräfte in unserem Land – sie sind aber hoffentlich auch ein Ansporn für alle Wahlberechtigten, dieses Recht (nicht nur) im September aktiv wahr zu nehmen und so langfristig positive Veränderungen im Sinne der Bürger zu bewirken. Leider reicht es auf Dauer nicht, negative Entwicklungen nur festzustellen, sondern wir müssen endlich – mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen – gegensteuern. Also aktiv werden – mit Wählen ist der erste Schritt getan.

Gabriele Weber Kirchseeon

Von Franz-Josef Strauß geerbt! Herr Anastasiadis schreibt mir sprichwörtlich aus der Seele. Bereits in den Jahren ab 1981 machten meine Frau und ich eine ähnliche Erfahrung. Da wurden von der CSU medienträchtig (vor den damaligen Wahlen!) „Ehe- und Familiengründungsdarlehen“ beworben, um diese dann kurz nach den Wahlen wegen angeblicher allgemeiner Finanzprobleme wieder drastisch zu kürzen. In unserem Falle wurde der versprochene Tilgungszuschuss für das dritte Kind kurzer Hand um 2/3 gekürzt. Strauß antwortete mir damals unverhohlen, dass er (tatsächlich) an den Familien sparen musste. Ein allgemeiner medialer Aufschrei blieb damals aus, weil Familien nicht wirklich durch Verbände vertreten werden, anders als z.B. die Pharma- oder die Autoindustrie usw., welche schon vorher durch gezielte Lobbyarbeit ihre Pfründe sichern. Seehofer wäre nicht politischer Erbe von Strauß, würde er jetzt nicht die gleiche Taktik verwenden: Vor der Wahl verspricht er alles Mögliche. Für die Korrektur (= Rücknahme seiner Versprechen) findet sich nach der Wahl immer ein Grund oder ein anderer seiner Untertanen, den er dann als Schuldigen nennen (sprich: opfern/schlachten) kann. Für ihn gilt nur, alle auch noch so perfiden Register zu ziehen, um an der Macht zu bleiben. Es lebe die Besessenheit! So wie Umfrageergebnisse derzeit liegen, schafft die CSU das auch. Der Wähler vergisst leider zu schnell, wie schamlos er von dieser Partei immer wieder belogen wurde und auch weiterhin belogen wird. Immer wieder schafft diese Partei es, dem Wähler vorzugaukeln, Bayern existiere nur mit der CSU. Der Wähler sollte wissen: Ehrlichkeit im Allgemeinen und Familienpolitik im Besonderen hatten bei der CSU schon immer ein kurze Halbwertzeit! Man darf gespannt sein, mit welchen scheinheiligen Argumenten die jetzigen Wahlversprechen dann wieder korrigiert werden.

Thomas Gerg Gaißach

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