Ein Tag, der in die Geschichte eingeht

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL2FrdHVlbGxlcy9sZXNlcmJyaWVmZS90aXRlbHNlaXRlL3RhZy1nZXNjaGljaHRlLWVpbmdlaHQtMjc2NzI0NC5odG1s2767244Ein Tag, der in die Geschichte eingeht0true
    • 24.02.13
    • Titelseite
    • Drucken

Ein Tag, der in die Geschichte eingeht

    • recommendbutton_count100
    • 0

„Tschechien bedauert Vertreibung“; Titelseite 22. Februar

Der 21. Februar 2013 wird in den Zeittafeln der Geschichte Europas sicher als denkwürdiges Datum seinen Platz finden. Denn endlich, 68 Jahre nach Beginn der Vertreibung von mehr als drei Millionen Sudetendeutschen und Karpatendeutschen aus der ehemaligen Tschechoslowakei fand jetzt auch der neu gewählte tschechische Premierminister Petr Necas klare Worte des Bedauerns über diese seinerzeit von Edvard Benes veranlasste und von den damaligen Siegermächten tolerierte Vorgehensweise seinen ehemaligen deutschen Mitbürgern gegenüber. Die slowakische Regierung hat den Karpatendeutschen bereits vor 20 Jahren ihr Bedauern über deren Vertreibung und über die in diesem Zusammenhang verübten Misshandlungen ausgedrückt. Als ehemaliger Betroffener und Zeitzeuge bin ich mit der Erklärung von Premier Necas (besonders mit seinen Begrüßungsworte auch an die anwesenden Vertriebenen: „Werte Landsleute und ehemalige Mitbürger“) nicht nur sehr zufrieden und erleichtert, sondern sehe darin auch einen wesentlichen Beitrag zur Beseitigung der noch bestehenden letzten Barrieren zwischen diesen beiden, in der langen Geschichte so eng verbundenen Völkern. Es liegt jetzt an der jungen Generation, diesen an der Basis längst begonnenen Weg intensiver fortzuführen, noch bestehende Vorurteile abzubauen und die Freundschaften, wie seinerzeit mit Frankreich, durch weitere Städte-, Vereins- und Schulpartnerschaften auch in Richtung Osten zu erweitern. Dabei sollten aber historische Irrtümer und Untaten wie Lidice und Aussig als Mahnmal bei der Vergangenheitsbewältigung nicht ausgeklammert werden. Bedauerlich ist nur, dass ein Großteil der Erlebnisgeneration beider Länder die Worte dieses 21. Februars 2013 und deren mögliche Auswirkungen nicht mehr erleben kann.
Ernst Walko
Geretsried

Wie müssen die noch lebenden Sudetendeutschen und ihre Nachkommen aufgeatmet haben, dass das große Unrecht der Vertreibung endlich von einem tschechischen Premierminister thematisiert wurde, der sich bei den Betroffenen entschuldigte. Sein Vorgänger Klaus lehnte dies strikt ab und ließ es zu, dass am Tag der Aufnahme von Tschechien in die EU ein Denkmal Benes’ in Prag errichtet wurde; sicher kein Beitrag zur Völkerverständigung, denn Benes hat die heute noch gültigen Benes-Dekrete verfasst. Sie waren Grundlage für die ethnische Säuberung Tschechiens von den Deutschen und erklärten Deutsche für vogelfrei. Diese auch heute noch gültigen Dekrete sind ein Schandfleck, der im Hinblick auf ein friedliches Zusammenleben beseitigt werden sollte. Eine Million der insgesamt drei Millionen Vertriebenen haben in Bayern eine neue Heimat gefunden und nachdem sie alles verloren hatten eine neue Existenz aufgebaut. Danken sollte man auch unserem Ministerpräsidenten Seehofer und Herrn Stoiber, die die Vertriebenen ständig gegen alle Widerstände unterstützt und vertreten haben. Es wäre zu wünschen, dass das der deutschen Zivilbevölkerung zugefügte Leid und Unrecht nicht von den Medien unter den Teppich gekehrt und auch im Geschichtsunterricht behandelt wird, damit es in Erinnerung bleibt.
Carla Lorenz
München

zurück zur Übersicht: Titelseite

Kommentare

Kommentar verfassen

Kontakt "Ressort Leserbrief"

Münchner Merkur

Ressort Leserbrief

Paul-Heyse-Str. 2-4

80336 München

SMS: 0160/97002710

E-Mail: leserbriefe@merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.