Was treibt die Gema an?

„Gema gegen YouTube“; Wirtschaft 28. Januar

 Die Stimmungsmache von YouTube hat sich die Gema redlich verdient. Ein Beispiel dafür, wie sehr die Gema jegliches Augenmaß vermissen lässt: Für eine Aufführung wollte mein Sohn den „Gangnam Style“ Tanz der koreanischen Band Psy lernen. Kein Problem, im Internet gibt es zahllose Tutorial Videos von Tanzlehrern - nur leider nicht in Deutschland. Weil im Hintergrund ab und zu die Musik von Psy zu hören ist, hat die Gema die Videos gesperrt oder die Rechte verweigert. Das ist in dem Fall besonders unverständlich, weil mehrere Original-Videos von Psy ohne Probleme bei YouTube betrachtet werden können. Nur dadurch ist Psy international bekannt geworden. Man fragt sich, was die Gema dazu antreibt, einer koreanischen Tanzlehrerin vorzuwerfen die Rechte einer koreanischen Band zu verletzten, die dem freien Download Ihres Videos über YouTube zugestimmt hat. Das mag eine Grauzone sein, aber die Gema hat in diesem Fall sicherlich nicht im Sinne des Rechteinhabers gehandelt, da ja auch die Tanztutorials zum Bekanntheitsgrad von Psi beigetragen haben. Ein Test mit einem Proxyserver hat ergeben, dass Deutschland dass einzige Land ist – ich habe alle EU Länder, USA, China, und weitere getestet – in dem diese Videos nicht zugreifbar sind. Ein anderes Beispiel dafür, dass die Gema noch nicht so recht verstanden hat, wie Kommerz im Internet funktioniert: ich habe einmal bei der Gema angefragt, ob ein ausländischer MP3 Bezahldownloaddienst legal ist. Die Antwort der Gema: „Wir dürfen … um Ihr Verständnis bitten, dass wir wegen der Vielzahl ausländischer Anbieter nicht informiert sein können, welche ausländischen Anbieter lizenziert sind und welche nicht.“ Aber wehe, der Verbraucher ist darüber nicht informiert!

Michael Sögtrop Poing

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