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    • 30.01.13
    • Wirtschaft
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Die Personalsituation ist eine Katastrophe

Marcus Mäckler: „Klinikbetreiber Rhön macht in Dachau Gewinn – und kämpft gegen Vorurteile“; Wirtschaft 28. Januar

Genau seit dem Jahr 2005, als die Dachauer Klinik von Rhön übernommen wurde, mussten mehrere Familienmitglieder ins Krankenhaus gebracht werden. Die Verhältnisse in der Orthopädie und in der Neurologie kann ich deshalb sehr gut beurteilen und ich sage Ihnen dass es hier nicht um Vorurteile geht, sondern um die gefühlte Realität – die Personalsituation ist eine Katastrophe. Darf es sein, dass jemand nach einem Schädelbruch und massiven Gehirnblutungen stärkstes Kopfweh hat, die Schmerztabletten aber in der Schachtel liegenbleiben, weil niemand Zeit hat, sie dem Patienten zu verabreichen? So ein Mensch kapiert nicht, was mit ihm los ist, und deshalb kann man nicht verlangen, dass er sich selbst versorgt. Derartige Vorkommnisse hätte ich noch viele zu erzählen. Mein Mitgefühl gilt dem noch vorhandenen Personal. Die zappeln sich wirklich ab, aber was bleibt ist die 0-8-15-Betreuung nach dem Gießkannen-Prinzip für alle Patienten. Selbstverständlich sind hervorragende Ärzte wichtig, was am besten in der Gynäkologie und Geburtshilfe zu beobachten ist. Nach dem Krieg bis in die 90er Jahre sind die Frauen nach München zur Entbindung gefahren, weil sie nicht wollten, dass im Pass des Kindes steht „geboren in Dachau“. Im Dachauer Geburtsregister können Sie sich jetzt davon überzeugen, dass massenhaft Frauen aus München und dem weiteren Umland nach Dachau kommen, um hier zu entbinden. Diese Abteilung genießt einen hervorragenden Ruf. Aber nach der glücklichen Geburt eines Kindes lassen sich die Zimmer mit schöner Aussicht, Fernseher, Parkettboden mit Fußbodenheizung und das Marmorbad genießen. Aber wenn man auf Hilfe und Fürsorge angewiesen ist, hat man Pech gehabt. Dass die Schwestern und Pfleger meistens am PC sitzen müssen, um die Pflasterl-Buchführung zu machen, ist allerdings nicht allein Schuld des Klinikbetreibers, da mischen auch die Krankenkassen mit. Nachdem ich die Statistik nicht selbst gefälscht habe, glaube ich ihr nicht. Mit der Meinung dass unser Krankenhaus immer größer, immer schöner und immer schlechter wird, bin ich jedenfalls nicht allein.

Elisabeth Geißler Dachau

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