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Freimann: Keller seit Beginn der Kältewelle unter Wasser

Auensiedlung: 50 Keller unter Wasser

München - Hilfe, die Siedlung säuft ab: In mehr als 50 Keller in der Auensiedlung läuft seit Tagen eiskaltes Wasser. Feuerwehr und THW arbeiten auf Hochtouren - nun gibt es erste Erfolge.

© Gaulke

Diese Maschine senkt den Wasserspiegel eines Baggersees in der Auensiedlung.

Überall liegen Schläuche. Fahrzeuge des Technischen Hilfswerks (THW) und der Feuerwehr parken an den Straßen. Und vor allem: Überall ist Wasser. Bewohner der Auensiedlung pumpen es auf die Straße, in ihre Gärten oder in nahegelegene Bäche. Am Sonntag begann auf einmal ein Keller nach dem anderen mit Wasser vollzulaufen – weshalb, das ist noch immer ein Mysterium.

„Die Ursache ist unbekannt“, sagt Katrin Zettler, Sprecherin des Umweltreferats. Am Donnerstagmittag trafen sich Feuerwehr, THW, Wasserwirtschaftsamt, Umwelt- und Baureferat zu einer Krisensitzung. Doch noch immer gibt es keine eindeutige Erklärung, warum das Grundwasser plötzlich anstieg.

Die Anwohner entwickeln unterdessen ihre eigenen Theorien. Zwei Wasserläufe liegen in der Nähe der Auensiedlung: Der Garchinger Mühlbach und der Schleißheimer Kanal. Je nach Gebiet haben die Bewohner ein anderes Gewässer im Verdacht, für den Wasseranstieg verantwortlich zu sein. Vielleicht liegt es auch am benachbarten Klärwerk, das auf einmal mehr Wasser in den Kanal leitet? Alles nur Vermutungen.

Großeinsatz in der Auensiedlung

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Von Mittwochnachmittag an pumpte das THW Wasser aus dem Baggersee, der inmitten der Siedlung liegt. 35 000 Liter pro Minute, der Wasserpegel des Sees ist um 80 Zentimeter gesunken. Das brachte aber nicht den gewünschten Erfolg, die Anwohner kämpfen noch immer mit überschwemmten Kellern. „Wir müssen über andere Lösungen nachdenken“, sagt Max Berthold, der THW-Einsatzleiter. Am Donnerstagabend zog das THW mit seinen Pumpen wieder ab.

„Niemand informiert uns vernünftig, niemand übernimmt Verantwortung“, beschwert sich Frank Wegerhoff. Bei ihm stand das Wasser im Keller 70 Zentimeter hoch, inzwischen ist es etwas abgesunken. Vier Pumpen sind bei Wegerhoff im Einsatz. Bis Mittwoch war er Tag und Nacht auf den Beinen, passte auf, dass nichts einfriert.

„Ständig fahren hier Autos von der Stadt herum, Mitarbeiter machen Fotos von unseren Pumpen und Schläuchen“, sagt Wegerhoff. Der 46-Jährige befürchtet, dass am Ende noch eine Rechnung ins Haus flattert, weil er das Wasser nicht auf die Straße abpumpen dürfe.

Bei seinem Nachbarn, Stefan Winkler, stand der Keller ebenfalls unter Wasser – und darin 8000 Schallplatten, Gemälde, antike Möbel, allesamt triefend nass. Zumindest der Keller ist wieder einigermaßen trocken. Winkler hat noch keine Ahnung, wie es weitergehen soll. „Die Versicherung zahlt bei Grundwasserschäden nicht“, sagt er.

„Es herrscht riesiges Chaos bei uns“, stöhnt Wolfang Völkner, der Vorstand der Siedlung. Laut ihm sind fast alle Häuser der Auensiedlung vom Grundwasseranstieg betroffen, mehr als 50 Bewohner kämpften mit nassen Kellern. Immerhin: Die Gemeinschaft wächst zusammen. Man hilft sich mit technischen Ratschlägen, leiht einander Pumpen und Schläuche aus. Heuer wird die Auensiedlung 60 Jahre alt. „Können wir direkt eine Poolparty machen“, brummt Völkner und stapft wieder in den nassen Keller hinab.

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