München - In der Auensiedlung in Fröttmaning stehen weiterhin 60 Keller unter Wasser. Wenn die Bewohner Glück haben, ist der Spuk in einer Woche vorbei. Denn es soll tauen. In der Siedlung wächst derweil der Unmut über die Hilfe seitens der Behörden.

© Marcus Schlaf
Das Technische Hilfswerk im Einsatz: Schläuche und Pumpen schafften viel Wasser fort.
Bei einer Behörden-Besprechung am gestrigen Tag wurde Einigkeit darüber erzielt, dass Grundwasser in die Häuser drückt, das von gefrorenem Boden umgeleitet worden ist. Das ist für manche der Bewohner keine gute Nachricht, denn Versicherungen zahlen bei Hochwasser von Flüssen, aber meist nicht für aufsteigendes Grundwasser. Ein Zusammenwirken der milden Winterwochen mit dem plötzlich einsetzenden Frost dürfte der Auslöser für die ungewöhnliche Flut sein. So jedenfalls lautet die Analyse des Wasserwirtschaftsamts und des Münchner Umweltreferats.
Von den 60 betroffenen Häusern sind etwa 20 besonders schwer mitgenommen, schätzt der Sprecher der Bewohner, Wolfgang Völkner. Dies erfordere Reparaturen von 10 000 bis 40 000 Euro. Heute um 19 Uhr ist ein Treffen der Betroffenen vereinbart. Da will man die weiteren Schritte vereinbaren.
Die Entwicklung der Flut zwischen Müllberg und Isar ist minutiös aufgezeichnet worden. Vergangenen Donnerstag stieg der Pegel des Siedlungsteiches in sieben Stunden um 18 Zentimeter. Am Freitag lag das Niveau schon bei 60 Zentimetern. Über das vergangene Wochenende hinweg war die Ein-Meter-Marke erreicht. Stand gestern, 14 Uhr: 108 Zentimeter. Tendenz: weiter steigend. Für die Siedler heißt das weiterhin: Pumpen was das Zeug hält. Dem Laien erschließt sich nicht von vornherein, weshalb das herandrückende Grundwasser die Eisbarrieren nicht aufgeweicht hat. „Das Wasser sucht sich einfach einen Hohlraum, und das waren eben die Keller“, erläutert Lorenz, dem die städtische Wasserbehörde untersteht. „Bei einer derartigen Frostperiode bringt das Wasser die harte Schicht nicht so einfach weg“, so Sylvia Orlamünde.
Die Rathaus-CSU erklärte, man dürfe die Opfer nicht einfach im Wasser stehenlassen. Richard Quaas und Mario Schmidbauer fordern eine rasche Ursachenforschung und Hilfen für die Opfer.
Eberhard Geiger
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