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Grundeis: Suche nach der Flut-Ursache geht weiter

Grundeis: Suche nach der Flut-Ursache geht weiter

München - Seit einer Woche durchleiden die Bewohner der Auensiedlung ein höchst seltenes Phänomen: Das Grundwasser wird zum Hochwasser. Und noch immer drängt Wasser nach

© Marcus Schlaf

Die Wasserpumpe ist derzeit für Wolfgang Völkner das wichtigste Gerät in seinem Haus.

Wolfgang Völkner, der die Siedler im äußersten Münchner Norden vertritt, kämpft auch gegen das Wasser im eigenen Keller. „Wir sind ratlos und kennen die Ursache nicht“, sagt er. Nur knapp ein halbes Dutzend Häuser sei verschont geblieben.

Die Häuser dort im Schatten des alten Müllbergs haben immer mal wieder „nasse Füße“ bekommen. Ein ganzes Netz von Bächen und kleinen Kanälen durchzieht die Gegend. Doch selbst die ausgiebigsten Regenfälle haben noch nicht solche Probleme verursacht wie die jetzigen Grundwasser-Zuflüsse. „So was haben wir noch nie gehabt“, sagt Wolfgang Völkner.

Auf der Suche nach der Herkunft der verborgenen Flut kursieren bei den Auensiedlern diverse Theorien. Die kurioseste verdächtigt ein Biberpaar, das schon zwei Bäume gefällt habe und in einem Bachlauf sein Unwesen treibe – allerdings 300 Meter von der Siedlung entfernt. Auch der zentrale Baggersee, um den sich die Häuser scharen, schien eine mögliche Ursache für die nassen Keller zu sein. Er wurde zum Teil abgepumpt – der Zulauf in die Häuser blieb ungeschmälert.

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Matthias Junge vom Wasserwirtschaftsamt vermutet etwas anderes: Er tippt auf Eisbarrieren im Boden, die das Grundwasser stauen. Und so hebe es sich bis auf Kellerniveau. „Wenn der Frost nachlässt, denken wir, dass die Probleme gelöst sind.“ Der Grundwasserspiegel liege in dieser Umgebung drei bis vier Meter tief, so der Wasserwirtschaftler. In einem normalen Winter reiche der Frost nicht so tief hinunter, dass das Grundwasser nennenswert beeinflusst werde. Die längere Folge von Kälteeinbrüchen deutlich unter zehn Grad habe wohl die nasse Bescherung ausgelöst. So müssen bis auf Weiteres die Pumpen brummen.

Neben der Feuerwehr hat auch das Technische Hilfswerk leistungsfähige Geräte bereitgestellt. Für heute haben sich alle beteiligten Behörden und Sachverständigen zu einem klärenden Gespräch verabredet. Die Experten wollen Erkenntnisse austauschen und die nächsten Schritte diskutieren.

Das Wasser im Untergrund fließt in diesem Bereich von Süden nach Nordosten. Wenn der Strom im Norden der Siedlung auf eine Eisbarriere stößt, staut sich das Wasser immer weiter nach Süden zurück, also in Richtung der Stadt. Diese Annahme stimmt jedenfalls mit der Abfolge der nassen Keller von Nord nach Süd überein. An die Version, dass sich ein aufgestauter Bach oberirdisch über die Siedlung ergossen hat, glaubt Matthias Junge nicht.

Die anfängliche Annahme, die Flut stamme aus dem Schleißheimer Kanal, konnte widerlegt werden. Eine Analyse des Wassers in den Kellern ergab eindeutig, dass der Schlosskanal ein Alibi hat. Vorsichtshalber hat das Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt die Einleitung von zusätzlichem Wasser in den Garchinger Mühlbach unterbunden.

All diese Vorkehrungen haben die Flut in der Auensiedlung freilich nicht mindern können. Auch dies ein deutliches Indiz dafür, dass es nur das Grundwasser auf Abwegen ist, das die Alarmstimmung ausgelöst hat.

Eberhard Geiger

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