München - Ein 24-jähriger Mann ist am frühen Sonntagmorgen im Alkoholrausch auf die U-Bahngleise in der Station Am Hart gefallen und von einem Zug überrollt worden. Der Münchner verstarb noch an der Unfallstelle.

© Bodmer
Am Hart, Gleis 2: Obwohl der Mann in der Mitte des Bahnhofs auf den Gleisen lag, hatte ihn offenbar niemand gesehen.
Erst vor zwei Monaten war ein 23-jähriger Tourist auf nahezu gleiche Weise im U-Bahnhof Westpark ums Leben gekommen.
Nach Angaben der Polizei dokumentierte eine Sicherheitskamera, wie der 24-Jährige am Sonntagmorgen gegen 6.30 Uhr alleine auf dem Bahnsteig unterwegs war. Offenbar wegen seiner starken Alkoholisierung stürzte er plötzlich ohne Fremdeinwirkung über die Bahnsteigkante hinab. Anschließend blieb er knapp vier Minuten lang bewusstlos auf den Gleisen liegen, bis eine U2 Richtung stadteinwärts in den Bahnhof einfuhr. Der 58-jährige U-Bahnfahrer konnte trotz einer Vollbremsung nicht mehr verhindern, dass er den 24-Jährigen überrollte und tödlich verletzte.
Erst am 24. September war ein Tourist aus Mazedonien ebenfalls betrunken am Westpark auf die Gleise gefallen. Während der Mann versuchte, wieder auf den Bahnsteig zu klettern, wurde er von einem einfahrenden Zug erfasst und mitgeschleift. Der 23-Jährige verstarb wenig später im Krankenhaus.
Damals schon forderte der Fahrgastverband „Aktion Münchner Fahrgäste“ eine elektronische Gleisbettüberwachung. Diese sorgt dafür, dass Personen oder Gegenstände, die sich im Gleisbereich befinden, erkannt werden. Die Chance, dass ein herannahender U-Bahnzug rechtzeitig gestoppt werden kann, vergrößert sich dadurch erheblich, sagt Andreas Nagel vom Fahrgastverband. Auch der Münchner Stadtrat Georg Kronawitter sieht sich durch den erneuten Unfall bestätigt. Der CSU-Politiker hat bereits mehrfach eine Nachrüstung von Laser-Scannern über den Gleisen gefordert.
Sven Rieber
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