Anne Will: Edmund Stoiber hält in der ARD flammende Rede für Euro in der EU

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    • 21.03.13
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Verbal-Attacke vor laufender Kamera

Wegen Euro-Kritik: Stoiber-Wutrede bei "Anne Will"

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Berlin - Stoiber-Ausbruch: Der ehemalige bayerische Ministerpräsident hat sich in der ARD-Sendung "Anne Will" derart über einen Euro-Kritiker aufgeregt, dass er zu einer flammenden Wutrede ansetzte.

© Screenshot ARD/Anne Will

Edmund Stoiber bei seiner flammenden Rede

Bei "Anne Will" diskutierten unter anderem Edmund Stoiber und Bernd Lucke über den "Sündenfall Zypern". Lucke ist ein deutscher Ökonom und Professor für Makroökonomie an der Universität in Hamburg. Bei "Anne Will" vertrat er am Mittwochabend die Meinung, dass die Europäische Union besser dran wäre, wenn der Euro abgeschafft und die ursprünglichen Währungen wieder eingeführt würden. Denn die Ursache für die enormen Spannungen zwischen den Euro-Ländern läge allein in der einheitlichen Währung. Vor allem für Deutschland würde sich eine Rückkehr zur D-Mark lohnen, da die Bundesrepublik dann keine neuen Haftungsverpflichtungen mehr eingehen müsse, argumentierte Lucke gegen Ende der Sendung.

"Ich denke nicht nationalistisch, ich denke im wahren Sinne europäisch", sagte der Ökonom. Diese Aussage begründete er mit seiner Sorge, "dass die europäischen Errungenschaften zunichte gemacht werden durch das jetzige Währungsregime." Bis zu diesem Zeitpunkt war der ehemalige bayerische Ministerpräsident und jetztige EU-Beauftragte für die Abschaffung der Bürokratie, Edmund Stoiber, unruhig in seinem roten Sessel umhergerutscht und hatte sich mit verächtlichen Schnaub-Geräuschen begnügt.

Stoiber: "Zustände wie vor dem Zweiten Weltkrieg"

Doch dann platzte ihm plötzlich der Kragen. "Darf ich ihnen mal ein politisches Argument dagegen halten?", setzte Stoiber an. Lucke gab er dabei nur in einem Punkt recht: "Wir hätten Italien nicht aufnehmen dürfen, aber wir haben es nun mal gemacht. Und jetzt müssen wir (...) zu einem vernünftigen Ergebnis kommen." Doch allein die Idee, die Währungsunion aufzulösen, bezeichnete Stoiber als "unausgegoren". 

"Wenn Sie das jetzt auflösen, würden Sie in Europa einen politischen Spalt-Prozess bekommen, den Sie später in keiner Weise mehr eindämmen könnten - mit all den Konsequenzen. Ich rede jetzt nicht über die ökonomischen Folgen, sondern ich rede über die politischen Folgen. Sie werden in Europa wieder einen Gegensatz bekommen. Da ist das, was wir gegenwärtig an Demonstrationen gegen Frau Merkel haben, das ist ja ein laues Lüftchen", wetterte Stoiber. Würde man Luckes Idee tatsächlich ernst nehmen, so würde man die Politik von Generationen - und dabei berief sich Stoiber auf Adenauer, Brandt, Schörder und Merkel - ad Absurdum führen. Und dann holte Stoiber zu seinem finalen Schlag aus: "Wir würden im Grunde genommen wieder dahin zurückkehren, wo wir vor dem Zweiten Weltkrieg gestanden haben. Das halte ich für absolut unmöglich!"

Stoiber: "Ich bin überhaupt nicht nervös, ich bin leidenschaftlich"

Lucke versuchte sich daraufhin mit den Worten "Sie müssen überhaupt nicht nervös werden..." zwar noch einmal ins Gespräch zu bringen, kam aber nicht weit. Stoiber fiel ihm sofort ins Wort: "Ich bin überhaupt nicht nervös, ich bin leidenschaftlich." Und auch als der Professor danach noch einmal mit der Ausführung seiner Argumente begann, unterbrach ihn Stoiber so oft, bis Lucke entnervt fragte: "Können Sie mich nicht mal ausreden lassen?" Stoibers trockene Antwort: "Nein, weil das so schrecklich ist, was Sie sagen." Mit diesem Schlagabtausch stellte er die anderen Gäste des ARD-Talks - Jürgen Trittin, Gesine Schwan und Nikolaus Blome - so in den Schatten, dass diese in der allgemeinen Berichterstattung der Medien fast gar nicht mehr auftauchten.

mm

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Kommentare

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Koehler26.09.2013, 19:15
(1)(0)

Leider wurde mein nachfolgender Kommentar bei Anne Will nicht freigeschaltet:
zitiere
Thema verfehlt – eine Jammervorstelllung !
50 min ein Gequatsche über Regierungskonstellationen und nichts konkretes zum “EURO”.
Dann noch dieser bedauerliche Auftritt von H. Somunca, der nachdem er seine auswendig
gelernten Sprüche losgelassen hatte, den anderen Teilnehmern ständig ins Wort fiel
(H. Poschardt sichtlich genervt), ein Wirrwar von Sprüchen von sich gab und dabei
H. Prof. Lucke einen Westentaschendemagogen nannte.
H. Somunca sollte sich als Komediant betätigen, paßt besser zu ihm, von Politik hat
er nach meiner Meinung keine Ahnung und schon gar nicht von Europapolitik.
Schade, daß die heutige Situation der südeuropäischen Länder nicht zur Sprache kam,
denn dort schlummert ein für uns nicht absehbares Risiko.
Beispiel Spanien – hierzu mein Kommentar im Vorfeld zur Sendung an die Redaktion:
würde es begrüßen, wenn man die heute Gesprächsteilnehmer
konkrekt zu Spanien befragen würde, dort tickt nämlich eine Zeitbombe.
Hier die Fakten:
Spanien hat über 10 Jahre nur auf den Bauboom gesetzt und gleichzeitig
ignoriert, daß ganze Industriezweige (Schuh-Textil-Spielzeug,etc) ins
billige Ausland gezogen sind, ohne daß für die verlorenen Arbeitsplätze
Ersatz geschaffen wurde. Selbst ein derzeitig leichtes Ansteigen der
Exportindustrie schafft keine neuen nennenswerte Arbeitsplätze.
Spaniens Wirtschaft ist vor allem gegenüber Osteuropa und Asien
nicht wettbewerbsfähig (darüber sind sich diverse Analysten auch in Spanien einig).
Bekanntlich ist die Immobilienblase geplatzt und Spanien wurde
zusätzlich von der Finanzkrise erfaßt.
Von den ca. 6 Mio. Arbeitslosen haben ca. 60 % weder einen Berufs-
noch vernünftigen Schulabschluß (Quelle: El Pais)
Bei Schulversagern steht Spanien an erster Stelle in Europa und bei
der Berufsausbildung an letzter Stelle, ebenso bezüglich Fremdsprachen (Quelle: El Pais/TVE)
Korruption und Amigowirtschaft durchdringen alle Parteien und Institutionen(Quelle: Die Welt)
In den letzten 10 Jahren kamen 800 Fälle vor Gericht, 2000 Politiker und
Unternehmer wurden verhaftet und hinter Gitter gebracht (Quelle: Die Welt)
Hinzu kommt das laufende Verfahren gegen H. Barcenas, den ehemaligen
Schatzmeister der Regierungspartei. Barcenas werden mehrere Schwarz-
geldkonten (Millionenbeträge) in der Schweiz zugeordnet. Er soll außerdem
Spitzenpolitikern der Partei PP Zusatzgehälter aus einer Schwarzgeldkasse
gezahlt haben (Quelle: Die Welt u. Spanische Presse).
Banken: über 100 ex-Bankmanager sind angeklagt, Gelder veruntreut zu
haben, darunter 32 Manager der Bankenunion BANKIA (Quelle: El Pais)
Bankia hat bereits 40 Milliarden aus dem Europäischen Rettungsfond erhalten (Quelle: intern. Presse).
Laut Spiegel haben die spanischen Banken immer noch ca. 176 Milliarden
an faulen Krediten in den Büchern.
Zusätzlich kann man lesen, daß die KfW für 800 Mio. Kredite an spanischen
Unternehmen geben wird, der Bund bürgt (Quelle: deutsche Presse)
EU-Hilfen: Milliarden wurden in Spanien vergeudet in unsinnige Projekt
wie Autobahnstrecken, Provinzflughäfen, Schnellzubahnstationen, etc. (Quelle: deutsche u. spanische Presse).
Organisiertes Verbrechen: Mafia-Banden aus China, Rußland, Südamerika
sind aufgeflogen. Diese hatten Milliarden an Schwarzgeld gewaschen, wobei
ein beträchtlicher Teil im Immobiliensektor „investiert“ wurde (Quelle: El Pais/ Publico/TVE)
Frage an die Politiker: „wie will man verhindern, daß diese Mißstände
(kostet Geld des Steuerzahlers) zukünftig nicht mehr vorkommen,
ein Verweis auf irgendwelche Kontrollorgane reicht mir nicht.
Wie soll sich Spaniens Wirtschaft wieder erholen? Erwarte hierzu konkrete
Vorschläge und nicht die üblichen Hinweise auf Kredite und die Ausbildung
von Jugendlichen in der BRD, es geht dort um ca. 6 Mio. Arbeitslose und
deren Familien.
Es gibt dort inzwischen 1,7 Mio. Familien, von den kein Mitglied eine Arbeitsstelle hat (Quelle: El Pais)
Warum hackt man ständig auf Griechenland herum, vermutlich weil Spanien
eine Nummer zu groß ist und man sich nicht traut die Fakten offen zu legen.
Hinweis an die Redaktion: alle von mir erwähnten Zahlen und Bemerkungen
stammen nachweislich aus genannten Quellen und sind von mir nicht erfunden.
Der “Fall” Spanien ist im Hinblick auf die heutige Situation der südeuropäischen
Länder zu sehen, deshalb würde ich es begrüßen, wenn Sie meinen Beitrag
freischalten würden.

Gast26.09.2013, 07:57Antwort
(0)(0)

Um über Stoiber und seine CSU Bescheid zu wissen, sollte man bei Schlötterer nachlesen. Stoiber der Finanzexperte. Ich sage nur: LWS.

Axel Weiss11.04.2013, 15:18
(7)(0)

Deutschland "die Deutschen" sind auf dem Weg wieder von allen Nachbarn gehasst zu werden. Was für viele von uns unverständlich ist, da wir ja immer wieder zahlen. In Wirklichkeit zahlen wir aber nicht, sondern verlagern nur neue Schulden auf unsere Kinder und Enkel. Die müssen dann die Schecks einlösen und werden uns - na was? - auch noch dafür hassen!
Und da gibt es wirklich Politiker die behaupten dass uns der Euro in Europa zusammengebracht hätte...
Was ist denn mit allen Zwangskonstuktonen passiert wie. z.B. Sowjetunion, Tschechoslowakei und Jugoslawien?
Sie haben sich - teils in Bruderkriegen - wieder in ihre gewachsenen Bestanteile aufgetrennt. Warum macht man mit Europa das Gegenteil und behauptet dann noch fälschlicherweise dass es gut für den Frieden sei?

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