Atomgespräche mit Iran bringen mehr Tempo

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL2FrdHVlbGxlcy9wb2xpdGlrL2F0b21nZXNwcmFlY2hlLWlyYW4tYnJpbmdlbi1tZWhyLXRlbXBvLXpyLTI3NzMxMTguaHRtbA==2773118Atomgespräche mit Iran: Tempo wird erhöht0true
    • 27.02.13
    • Politik
    • 22
    • Drucken
Nach langem Stillstand

Atomgespräche mit Iran: Tempo wird erhöht

Almaty - Schneller als zuletzt wollen die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland und der Iran die Verhandlungen über Teherans Atomprogramm vorantreiben. Einen Durchbruch gibt es bislang zwar nicht.

© dpa

Das iranische Atomprogramm bereitet der Weltbevölkerung Sorgen.

Im Streit um das iranische Atomprogramm erhöhen die internationale Gemeinschaft und Teheran nach monatelangem Stillstand das Tempo. Bereits in gut einem Monat, am 5. und 6. April, wollen sich beide Seiten erneut zu Verhandlungen treffen - dafür haben die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland dem Iran ein neues Angebot mit auf den Weg gegeben.

Die Einzelheiten würden aber erst offengelegt, wenn Teheran das Angebot geprüft habe, sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Mittwoch nach Gesprächen in der kasachischen Großstadt Almaty. „Wir hoffen, dass wir Fortschritte sehen werden.“ Der Iran äußerte sich nach dem ersten Treffen seit neun Monaten verhalten optimistisch.

Sanktionen sollen gelockert weden

Angeblich bietet die sogenannte 5+1-Gruppe an, einige Sanktionen gegen den Iran zu lockern, etwa im Bankensektor. Allerdings müsse Teheran Entgegenkommen signalisieren. Zu der 5+1-Gruppe gehören die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie ein Atomwaffenprogramm aufzubauen.

Die Gruppe habe dem Iran eine Lockerung der Sanktionen angeboten - im Tausch zur Bereitschaft Teherans, die Anreicherung von Uran bis zu 20 Prozent zu stoppen, sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der russischen Agentur Itar-Tass zufolge in Almaty. Von der Stufe der 20-prozentigen Anreicherung aus ist es deutlich einfacher, den Brennstoff höher anzureichern, damit er für Atomwaffen verwendet werden kann.

Die Gruppe habe ihre Position abgemildert, sagte der iranische Chefunterhändler Said Dschalili. „Einige Vorschläge lagen enger an unseren als bisher.“ Dschalili wies aber Forderungen strikt zurück, dass Teheran die Uran-Anreicherungsanlage Fordo schließen solle.

Israel droht mit Präventivschlag

Israel zeigte sich „extrem skeptisch“ über mögliche iranische Zugeständnisse. Der Iran wolle mit Atomgesprächen wie denen in Almaty nur Zeit für die Entwicklung von Atombomben gewinnen, sagten Regierungsvertreter der Zeitung „Jerusalem Post“ (Mittwoch). Die israelische Regierung hat dem Iran mehrmals indirekt mit einem Präventivschlag gedroht. Eine atomare Bewaffnung des Irans bedrohe die Existenz Israels, hieß es zur Begründung.

„Solange unser Recht auf zivile Atomtechnologie nicht verneint wird, sind wir bereit, über andere Themen zu diskutieren. Aber auf unser Recht werden wir nicht verzichten“, kündigte Dschalili an. Die nächste Verhandlungsrunde ist ebenfalls in der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien geplant. Mitte März sollen Experten beider Seiten zu technischen Gesprächen in Istanbul zusammenkommen.

Die Weltmächte bestehen bisher darauf, dass Teheran - zusätzlich zur Schließung der Anlage in Fordo - die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent einstellt. Das bereits angereicherte Uran müsse in einem Drittland lagern. Das islamische Land beharrt auf dem Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie und der Aufhebung der Sanktionen.

dpa

zurück zur Übersicht: Politik

Kommentare

Meist kommentierte Artikel

  • Letzte Woche
  • Monat
  • Themen

Pädo-Debatte: CSU und Grüne mit harten Attacken

Berlin - Was haben Pädophile bei den Grünen gemacht? Vor der Bundestagswahl wird der Streit über diese heikle und peinliche Frage mit harten Bandagen geführt.Mehr...

NSU-Prozess

Türkischer Politiker: Kreuz muss sofort weg

München - Der türkische Politiker Mahmut Tanal hat gefordert, das Kruzifix im Gerichtssaal A 101, in dem der NSU-Prozess stattfindet, sofort zu entfernen. Es sei eine "Bedrohung" für alle Nichtchristen.Mehr...

Newsletter

Aktuelle Fotostrecken

Hoch die Krüge! Angela Merkel zu Besuch im Truderinger Festzelt

weitere Fotostrecken:
Bilder: Joachim Gauck zu Besuch in Kolumbien
Fast 50 Tote bei Bombenanschlag in Türkei

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • Letzte Woche
  • Monat
  • Themen

Fäkalien-Attacke auf Anwälte der NSU-Opfer

München - Die Angehörigen der NSU-Opfer sind seit Prozessbeginn immer wieder Attacken ausgesetzt. Eine Anwaltskanzlei wurde mit Fäkalien angegriffen. Die Täter sind vermutlich rechtsextrem. Mehr...

Zschäpe Anwälte

Lachen im Gericht: Zschäpe-Anwalt stürmt raus

München - Vor dem Oberlandesgericht München geht der NSU-Prozess heute in seinen dritten Verhandlungstag. Bislang versuchen die Anwälte sich mit Anträgen zu übertrumpfen und verlieren sich in bizarren Diskussionen.Mehr...

NSU-Verhandlung vertagt: "Das ist ein Skandal"

München - Beate Zschäpe steht seit Montag in München vor Gericht. Bereits kurz nach Beginn des Prozesses gab es die erste Unterbrechung. Der erste Verhandlungstag endete mit einem Paukenschlag.Mehr...

Wirtschaft

Verbraucherschützer: Abschaffung kleiner Cent-Münzen genau prüfen

Abschaffung von Cent-Münzen genau prüfen

Berlin - Das Portemonnaie voller Kupfermünzen - dieses Problem könnte bald der Vergangenheit angehören, wenn die Brüsseler Pläne zur Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen wahr werden.Mehr...

Yahoo offenbar kurz vor Tumblr-Übernahme

Yahoo offenbar kurz vor Tumblr-Übernahme

Los Angeles - Der amerikanische Internet-Gigant Yahoo steht offenbar kurz vor einer spektakulären Übernahme. Am Montag werde "etwas ganz besonderes vorgestellt", sagte Chefin Marissa Mayer.Mehr...

Reformhauskette Vitalia zieht in Schlecker-Filialen

Reformhauskette Vitalia zieht in Schlecker-Filialen

München - In den vergangenen Monaten hat die Reformhauskette Vitalia drei neue Filialen an ehemaligen Schlecker-Standorten in München eröffnet.Mehr...

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.