Generalsekretär Alexander Dobrindt zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung verärgert über Altmaiers Ankündigung, einen „EEG-Soli“ zu erheben, sprich fest zugesagte Vergütungszusagen an Betreiber von Wind- und Solaranlagen zu beschneiden. „Die CSU lehnt einen Eingriff in Bestandsanlagen ab. Der Vertrauensschutz von Investoren muss Vorrang haben“, betonte Dobrindt.
Tatsächlich verdient der Staat derzeit an der Energiewende kräftig mit. Auf die EEG-Umlage, die Stromverbraucher zahlen müssen, um damit die Subventionen für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu finanzieren, erhebt der Staat Mehrwertsteuern. Damit profitiert der Staat von der (von ihm selbst verursachten) Stromverteuerung, und zwar im Umfang von 1,4 Milliarden Euro jährlich. „Die Energiewende darf nicht ausschließlich im Geldbeutel der Bürger stattfinden. Auch der Bund muss seinen Anteil tragen“, verlangt Dobrindt.
Bei ihrem Münchner Koalitionspartner FDP rennt die CSU, jedenfalls mit dieser Forderung, offene Türen ein. Bayerns FDP-Wirtschaftsminister Martin Zeil verlangte gestern eine Absenkung der – zusätzlich zur Mehrwertsteuer erhobenen – Stromsteuer. Er warnte vor einem Wettbewerbsnachteil durch höhere Strompreise für Unternehmen. Diese wären von den Altmaier-Rösler-Plänen unter anderem dadurch betroffen, dass künftig weniger Betriebe als bisher von der Zahlung der EEG-Umlage befreit werden sollen.
Auf harsche Ablehnung war die Strompreisbremse zuvor bereits bei SPD und Grünen gestoßen. „Was wir erleben, ist nicht eine Mondlandung, die vorbereitet wird, sondern eine Bruchlandung. Das ist Chaos“, sagte SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück. Auch die Grünen kündigten harten Widerstand an. Die Grünen-Spitzenkandidatin Karin Göring-Eckardt verlangte stattdessen Spartarife für Privathaushalte. So könne die Energiewende am besten sozial gestaltet werden. „Der schwarz-gelbe Plan, den Ausbau der Erneuerbaren auszubremsen, würde angesichts steigender Preise für fossile Energieträger zu höheren Energiekosten führen“, warnte sie.
Immer fraglicher wird somit, ob sich Bund und Länder vor der Bundestagswahl auf gesetzliche Regelungen zur Preisdämpfung einigen. Bereits für den Sommer werden weiter steigende Strompreise für den Fall befürchtet, dass es nicht gelingt, sich auf Gegenmaßnahmen zu einigen. geo/dpa


Alexander Dobrindt,CSU-Generalsekretär,fordert niedrigere Steuern.















