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Jeroen Dijsselbloem, seit drei Monaten niederländischer Finanzminister, ist zum Nachfolger Jean-Claude Junckers als Chef der mächtigen Eurogruppe gekürt worden.
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Paris wollte die Berufung des „Greenhorns“ aus Eindhoven noch verzögern, um ihn mehr auf die eigene Linie zu trimmen. Doch  dann lenkte auch Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici ein: Er hoffe, der Neue werde genau so wie Juncker für eine Balance zwischen Nord- und Südländern, zwischen Spar- und Wachstumspolitik finden, sagte er.
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Zu seinem neuen Amt ist der 46-jährige Dijsselbloem wie die Jungfrau zum Kinde gekommen: Er ist studierter Agrarökonom, startete als „roter Ingenieur“ in die Politik, um die niederländische Sozialdemokratie zu erneuern.
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Zehn Jahre saß er im Parlament, kümmerte sich um Bildungs- und Migrationspolitik. Nach der Neuwahl in den Niederlanden saß er als Verhandlungsführer mit am Tisch und schmiedete die Koalition mit den Rechtsliberalen.
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Dennoch galt es als Überraschung, als ihn Regierungschef Mark Rutte zum Finanzminister berief.
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Und nur drei Monate später muss der Lockenkopf die vielen Fäden in der Währungsunion zusammenführen und den Weg aus der Krise aufzeigen. Damit gehen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seine Kollegen ein Risiko ein.
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In Berlin hofft man, Dijsselbloem werde dem Druck aus dem Süden standhalten und die strenge Konsolidierungskur für die Eurozone nicht lockern. Dafür spricht einiges.
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Zwar Sozialdemokrat, und damit politisch näher an der sozialistischen französischen Regierung, ist der Niederländer kein Keynesianer, der die Wirtschaft mit staatlichen Konjunkturprogrammen beleben will. Zuhause fährt er einen Reformkurs, zu dem auch die Liberalisierung des Arbeitsmarktes gehört. Und er kündigte die „knallharte“ Fortführung der Haushaltssanierung an.
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Dass der als konziliant und smart beschriebene Euro-Neuling nun in die riesigen Fußstapfen von „Mister Euro“ tritt, liegt auch daran, dass schlicht keine konsensfähige Alternative zu Juncker gefunden wurde.
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Eine Rotationslösung Schäuble-Moscovici scheiterte an deutsch-französischen Streitigkeiten sowie am deutschen Wahlkalender. Die finnische Ressortchefin Jutta Urpilainen kann es nicht werden, weil EU-Finanzkommissar Olli Rehn die gleiche Nationalität hat. Und Österreichs Ressortchefin Maria Fekter hat ein zu keckes Mundwerk für den sensiblen Job.

Er ist der neue "Mister Euro"

Brüssel - Er ist Spezialist für Landwirtschaft, soll zuhause ein Pferd und Schweine halten. Doch die Zeit für sein Hobby wird nun knapp: Jeroen Dijsselbloem ist der neue Chef der mächtigen Eurogruppe.

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