Im Superwahljahr geben sie sich beim Politischen Aschermittwoch in Landshut betont kampfeslustig. Ihr Vorbild finden sie im konservativen Papst Benedikt.
Mit der Politik der Bundesregierung und der bayerischen Staatsregierung ging er hart ins Gericht. Er warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „unbarmherzige Klientelpolitik“ vor und sagte: „Wenn sich Union und FDP für bürgerlich halten, dann ist das ungefähr so wahrhaftig wie die Dissertation von Karl-Theodor zu Guttenberg, dem Felix Krull aus Oberfranken.“ Die FDP nannte er in einer unterhaltsam polemischen Rede den „Blinddarm von Schwarz-Gelb“.
Mit Rainer Brüderle habe die Partei ihren „inneren Schweinehund“ zum Spitzenkandidaten gemacht. Dem FDP-Fraktionsvorsitzenden, der mit Dirndl-Äußerungen wochenlang Schlagzeilen gemacht hatte, empfahl er sarkastisch in Anlehnung an die bunten Paraden zum Christopher Street Day einen „Brüderle Street Day“ und eine „Chauvi-Pride-Parade“ durch die Straßen. Die FDP verstehe es, Täter und Opfer zu verwechseln, sagte Trittin.
Politischer Aschermittwoch in Bayern
Auch die eigentlich freundschaftlich verbundene SPD und ihr Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kamen nicht ohne einen Seitenhieb von Trittin davon. Dem wegen seiner Nebeneinkünfte in die Kritik geratenen Steinbrück empfahl er eine Talkrunde: „Juweliere fragen, Peer antwortet“.
Das Volk in Bayern habe bereits mit Volksbegehren und -entscheiden zum Nichtraucherschutz, zur dritten Startbahn am Münchner Flughafen und jüngst zur Abschaffung der Studiengebühren gezeigt, dass es der Regierungspolitik kritisch gegenüber stehe, betonte Trittin. „Das Volk in Bayern zeigt, dass dieses Land nicht der selbsternannten und selbstverliebten schwarzen Staatspartei gehört.“ Heute schon könne man mit dem Fahrrad von Flensburg bis an den Bodensee fahren, ohne durch ein Land zu kommen, in dem die Union noch an der Regierung sei. „Das ist doch ein schönes Land.“
dpa






























