Kretschmann kritisiert Smartphones in der Politik

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    • 23.03.13
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Grünen-Ministerpräsident über digitale Medien

Kretschmann kritisiert Smartphones in der Politik

Berlin - Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann bedauert die Schnelllebigkeit durch Smartphones in der Politik. Er wünsche sich teilweise die Zeiten zurück, vor der Erfindung des Faxgerätes.

Winfried Kretschmann

© dpa

Winfried Kretschmann hätte gerne mehr Zeit zum Nachdenken und Reagieren.

Die Kurzatmigkeit der Politik macht dem grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (64) zu schaffen. „Es wird erwartet, dass man in Echtzeit reagiert“, sagte der baden-württembergische Regierungschef am Samstag der „Tageszeitung“ („taz“/Samstag). Schuld daran seien „Smartphones und all diese wunderbaren Geräte“. Er träume manchmal von den Zeiten vor der Erfindung des Faxgerätes. „Es dauerte, bevor ein Schriftsatz zurückkam. Ein herrlicher Zeitpuffer, in dem man nachdenken, sich besprechen, recherchieren konnte.“

Kretschmann twittert nicht

Kretschmann nutzt die neuen technischen Möglichkeiten nur sehr beschränkt.Im Gegensatz zu anderen Spitzenpolitikern twittert er nicht. „Ich warte auf den Frühling und freue mich aufs Zwitschern. Von den Vögeln.“ Auch Kurznachrichten per Smartphone sind nicht seine Welt. Das passe eher zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). SMS-Botschaften entsprächen Merkels Regierungsstil: „In der Krise schnell handeln, reagieren, moderieren“, sagte Kretschmann.

Die Kurzatmigkeit stelle Politiker immer wieder vor ein Dilemma. Als Beispiel nannte Kretschmann die Ernennung des neuen Papstes, zu dem er schnell eine Stellungnahme abgeben sollte, obwohl er den früheren Erzbischof von Buenos Aires nicht kannte. In so einem Fall habe man als Politiker nur die Alternative: „Entweder ich sage etwas, auch wenn ich wenig weiß. Oder ich recherchiere, denke nach und komme in den Medien nicht vor.“ Und die zweite Variante sei eigentlich keine, denn „wenn ich, der politische Oberkatholik der Nation, nichts zum neuen Papst sage, denken viele: Der hat was gegen den.“

dpa

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