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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich bei der Türkei für die Toten Aktivisten beim Überfall auf die Gaza-Hilfsflotte entschuldigt

Netanjahu bedauert Tote bei Gaza-Hilfsflotte

Jerusalem - Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat sich für den Tod von neun Türken entschuldigt und damit die Voraussetzung für eine Normalisierung der Beziehungen geschaffen.

In einem Telefonat mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan habe Netanjahu am Freitag zudem erklärt, die tragischen Folgen des Einsatzes seien nicht beabsichtigt gewesen, teilte Netanjahus Büro weiter mit. Erdogan habe die Entschuldigung angenommen, berichteten auch türkische Medien. Israel habe Entschädigungszahlungen für die Hinterbliebenen zugesagt. Beide Seiten seien auch übereingekommen, wieder Botschafter auszutauschen.

„Nachdem eine israelische Untersuchung operative Fehler ans Licht gebracht hat, entschuldigte sich der (israelische) Ministerpräsident für alle Fehler, die zum Verlust von Menschenleben führten“, hieß es in einer kurz nach der Abreise von US-Präsident Barack Obama verbreiteten Mitteilung von Netanjahus Büro.

Das Telefonat mit Erdogan habe Netanjahu vom Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv aus noch direkt vor Obamas Abreise unter dessen Beteiligung geführt. Obama hatte sich wiederholt für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern ausgesprochen. Ob er aktiv zwischen beiden Seiten vermittelte, war zunächst unbekannt. Erdogan hatte eine Entschuldigung Israels und Wiedergutmachung zur Voraussetzung einer Normalisierung der Beziehungen gemacht.

Bei dem israelischen Einsatz gegen das türkische Schiff „Mavi Marmara“ waren im Mai 2010 insgesamt neun türkische Aktivisten getötet worden. Die einst guten Beziehungen zwischen beiden Ländern lagen seit dem Zwischenfall auf Eis. Die islamisch-türkische Stiftung für humanitäre Hilfe (IHH) hatte die „Mavi Marmara“ gechartert. Zusammen mit anderen Schiffen sollte sie als „Solidaritätsflotte“ Israels Seeblockade des Gaza-Streifens durchbrechen und 10 000 Tonnen Hilfsgüter zu den Palästinensern bringen.

Das israelische Militär enterte mehrere Schiffe von Kommandobooten und Hubschraubern aus. Auf der „Mavi Marmara“ wehrten sich vor allem türkische Aktivisten und lieferten sich mit den Soldaten Schlägereien und Kämpfe. Es wurden 50 Aktivisten sowie sieben israelische Soldaten verletzt. Erdogan warf Israel damals „Staatsterrorismus“ vor.

In einem UN-Bericht wurde die israelische Seeblockade des Gazastreifens als „rechtmäßig und angemessen“ bezeichnet. Der Militäreinsatz gegen die Hilfsflotte wurde aber als „maßlos und unangebracht“ eingestuft.

AP/dpa

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