NSA-Affäre: Steinmeier von Linkspartei als "Heuchler" beschimpft

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    • 08.08.13
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Steinmeier als "Heuchler" beschimpft

Linke: Rot-Grün hat NSA alle Türen aufgemacht

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Berlin - Die Linke hat SPD-Chef Steinmeier im Zusammenhang mit der NSA-Affäre scharf kritisiert und als "Heuchler" bezeichnet. Rot-Grün und nicht Schwarz-Gelb habe der NSA alle Türen geöffnet.

Steinmeier Kipping

© dpa

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und die Linke-Vorsitzende Katja Kipping

In der NSA-Spähaffäre haben die Regierungsparteien CDU und FDP sowie die Linkspartei scharfe Kritik am Auftreten des SPD-Fraktionschefs Frank-Walter Steinmeier (SPD) geübt. Der einstige Kanzleramts-Chef der rot-grünen Bundesregierung sei "der größte Heuchler in der ganzen Spionageaffäre", sagte die Linke-Vorsitzende Katja Kipping der Online-Ausgabe der "Mitteldeutschen Zeitung". Die Koalitionsparteien warfen den früher an der Regierung beteiligten Sozialdemokraten vor, in der Debatte zur Datenüberwachung unglaubwürdig zu sein.

Kipping: Rot-Grün hat der NSA alle Türen aufgemacht

Es sei Zeit für einen Offenbarungseid der SPD, forderte die Linke-Vorsitzende Kipping. "Während Steinbrück täglich ein Empörungstheater aufführt, kommt Schritt für Schritt heraus, dass Rot-Grün alle Türen aufgemacht hat, durch die die NSA und private Konzerne die Daten aus Deutschland absaugen." Für die Linke führe kein Weg an einem Geheimdienst-Untersuchungsausschuss nach der Bundestagswahl vorbei. "Dann müssen auch die Schlapphutpaten der SPD aussagen."

Ein Sprecher der Bundesregierung hatte am Mittwoch gesagt, die rot-grüne Koalition habe 2002 die Zusammenarbeit des Bundesnachrichtendienstes (BND) mit dem US-Geheimdienst NSA abgesegnet. Steinmeier habe damals als Chef des Kanzleramtes die Grundsatzentscheidung getroffen. "Die SPD ist als unglaubwürdig entlarvt", sagte der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler daraufhin der "Schwäbischen Zeitung" vom Donnerstag.

Steinmeier beruft sich auf Terroranschläge vom 11. September 2001

Steinmeier wies die Vorwürfe der Bundesregierung mit Verweis auf die Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001 zurück. "Was an Zusammenarbeit zur Aufklärung eines grauenhaften Verbrechens notwendig war, hat nichts zu tun mit der lückenlosen und flächendeckenden Abschöpfung von Daten unserer Bürgerinnen und Bürger", argumentierte der SPD-Politiker.

Seine Partei stärkte ihm am Donnerstag ebenfalls den Rücken: Die Schuldzuweisungen der Regierung gegen den früheren Kanzleramtsminister Frank-Walter Steinmeier seien "ein ganz billiger Ablenkungsversuch", sagte die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles am Donnerstag dem ZDF-"Morgenmagazin". Die jüngst bekannt gewordenen Ausspäh- und Abhöraktionen des US-Geheimdienstes seien unter Rot-Grün technisch gar nicht möglich gewesen. "Die Verantwortung liegt bei der jetzigen Bundesregierung, bei der Bundeskanzlerin", sagte Nahles.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) warnte die SPD, "aus dem seriösen Parlamentarischen Kontrollgremium eine Wahlkampf-Klamaukbude zu machen". "Wir sollten dafür dankbar sein, dass wir wegen der Hinweise amerikanischer Geheimdienste von Anschlägen in Deutschland verschont geblieben sind", sagte Kauder der „Passauer Neuen Presse“ vom Donnerstag.

dpa/AFP

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