Putin faltet ARD-Reporter zusammen: Interview mit Jörg Schönenborn

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    • 07.04.13
    • Politik
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Interview mit Jörg Schönenborn

Putin faltet ARD-Reporter zusammen

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Von Franz Rohleder

München - WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn wurde im TV-Interview von Russlands Präsident Wladimir Putin übel zusammengefaltet. Hier finden Sie das Protokoll des aufsehenerregenden Gesprächs.

© Screenshot: ARD

Das komplette Putin-Interview

Runde 1: Thema Nicht-Regierungsorganisationen

Zu Beginn spricht Schönenborn Einschüchterung und Razzien bei Nicht-Regierungsorganisationen in Russland an. "Die deutsche Öffentlichkeit hat die Erklärung: Da soll eingeschüchtert werden. Warum handelt Ihre Behörden so?"

Da lacht Putin nur amüsiert. "Ich glaube, Sie schüchtern die deutsche Öffentlichkeit ein. Es passiert doch gar nichts Ähnliches und man muss die Menschen nicht einschüchtern." Nichts werde verboten und niemand an nichts gehindert. Und überhaupt: Russland behalte sich eben vor, zu kontrollieren, wie mit ausländischem Geld in Russland politisch gearbeitet werde. Auch in den USA sei es seit über 75 Jahren üblich, dass sich ausländische Organisationen, die im Land politisch agieren und von fremdem Geld finanziert werden, registrieren lassen müssen.

Putin in Aktion: Hier weist er Vögeln den Weg

Als Schönenborn einwendet, dass in den USA ähnliche Durchsuchungen und Beschlagnahmungen gar nicht stattfänden, schickt Putin sich an, ihm Nachhilfeunterricht zu erteilen. Von einem Mitarbeiter lässt er sich ein Dokument reichen, das ein von Putin erwähntes Gesetz in den USA belegt. Er blafft Schönenborn an: "Ich wiederhole: Das ist kein Novum, das wir uns haben einfallen lassen. Aber warum ist das so aktuell für uns? Was glauben Sie? Wie viele Nicht-Regierungsorganisationen gibt es in Europa, die sich aus Russland finanzieren lassen? Was glauben Sie persönlich?"

Da muss der WDR-Mann passen. "Ich kann das nicht schätzen, Herr Präsident. Ich kann ja auch nur über meinen Eindruck sprechen. Lassen Sie mich…"

Putin unterbricht Schönenborn und lässt sich abermals eine Mappe mit Unterlagen reichen. "Entschuldigen Sie bitte die Störung. Ich werde es Ihnen sagen. [...] Eine solche Organisation gibt es in Paris und die andere, die zweite Organisation ist in Nordamerika tätig und ist in den USA registriert worden. Es gibt zwei, insgesamt. Einmal in den USA, einmal in Europa. Ich habe schon geahnt, dass Sie mich fragen werden.

Dann schaut Putin Schönenborn an: "Wie heißen Sie übrigens?"

Schönenborn: "Jörg Schönenborn."

Putin: "Jörg?" (nickt Schönenborn zu)

Schönenborn: "Ja."

Runde 2: Russlands Opposition

Anschließend will Schönenborn wissen, ob Russland ein starke Opposition brauche. Rasch fällt Putin ihm wieder ins Wort: "Das heißt aber nicht, dass diese Opposition sich aus dem Ausland finanzieren muss. Stimmen Sie dem nicht zu? Haben Sie eine andere Meinung?"

Schönenborn: "Heißt das, dass die Opposition frei demonstrieren darf?"

Putin: "Ja, natürlich. Aber im Rahmen des Gesetzes. Es gibt bestimmte Regeln, die es vorsehen, dass es verschiedene Formen politischen Engagements gibt."

Wikileaks: So denken die Amis WIRKLICH über Merkel & Co.

Runde 3: Deutsch-russische Beziehungen

Als Schönenborn den anstehenden Deutschland-Besuch des russischen Präsidenten anspricht, betont Putin: "Ich freue mich sehr  über unser Interview. Denn das gibt uns die Möglichkeit, die Positionen zu klären, zu erklären, was in Wirklichkeit passiert und wovon wir uns leiten lassen. Sie haben ja mit Razzien angefangen, mit Durchsuchungen, mit Verhaftungen. Von welchen Verhaftungen sprechen Sie denn? Nennen Sie bitte nur einen Namen. Das findet ja gar nicht statt."

Schönenborn: "Ich habe nicht von Verhaftungen gesprochen, Herr Präsident. Ich habe von Durchsuchungen gesprochen."

Runde 4: Zypern

Schönenborn spricht die Geldanlagen von Russen in Zypern an: "Bei der Zypernkrise jetzt haben viele Deutsche zum ersten Mal bewusst wahrgenommen, wie viel russisches Geld in Zypern liegt und fragen sich: Warum sollen deutsche Unternehmen europäische Investitionen in Russland finanzieren, während viele Russen ihr Geld außer Landes bringen?"

Schwarzgeld in Zypern? Putin kontert aggressiv: "Verstehen Sie wirklich nicht, wie absurd Ihre Frage ist?"

Dann belehrt er Schönenborn: Die Anleger, die man in Zypern enteigne, hätten doch gegen nichts verstoßen. Und wenn der EU Geschäftsmodelle wie Zypern nicht passten, dann hätte sie eben rechtzeitig etwas dagegen unternehmen müssen. Putin meint sogar, dass Enteignungen von Anlegern in Zypern ein Vorteil für Russland seien: "In gewissem Sinn freue ich mich darüber. Es hat gezeigt, wie unzuverlässig die Einlagensysteme bei westlichen Banken sind."

Bilder aus dem Urlaubsalbum von Merkel & Co

Dann will Putin Schönenborn zum Thema Steuern ein Lehrstunde erteilen: "Übrigens haben wir eine sehr viel vorteilhaftere Besteuerung als bei Ihnen. 13 Prozent ist bei uns die Einkommensteuer. Und was zahlen Sie in Deutschland?"

Schönenborn: "Das wäre schön. Lassen Sie uns..."

Putin unterbricht Schönenborn und sagt auf Deutsch: "Nicht: 'Das wäre schön'. Das ist schön."

Schönenborn: "Wenn es bei uns 13 Prozent wären, wäre das schön. (Putin lacht). Bei uns wird Wahlkampf gemacht mit Steuererhöhungen. Herr Präsident, ich will beim Euro bleiben…"

Putin unterbricht Schönenborn: "So kämpfen Sie doch bitte um die Steuerherabsetzung."

Schönenborn geht darauf nicht ein: "Herr Präsident, ich will beim Thema Euro bleiben..."

Das Urteil

Hätte es sich nicht um ein Interview gehandelt, sondern um einen Boxkampf, dann hätte Putin den zaghaften Schönenborn ohne Probleme K.o. gehauen. Wenn der WDR-Reporter harte Fragen stellte, gelang es ihm nicht wirklich, den aggressiven Kontern des russischen Präsidenten etwas entgegenzusetzen. Im Laufe des Interviews nimmt Putin, der als KGB-Mann jahrelang in der DDR arbeitete, auch die Kopfhörer für die Übersetzung ab. Soll heißen: "Für Deine Fragen reichen meine Deutschkenntnisse locker..."

fro 

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Kommentare

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Frank Frühbrodt01.07.2013, 02:25
(0)(0)

Russischer Präsident erhält internationalen Kunstpreis in der Kategorie " Lebenswerk, besondere Leistungen im Bereich Kunst"
W.W.Putin erhält im August 2014 den zum ersten mal vergebenen internationalen PaintArtAward "Tcherno More". Dieser Preis ist mit 5000 Euro, einer goldnen Trophäe und einem goldnen Siegelring dotiert. Er wird in Bulgarin in der Schwarz Meer Region um Varna/Balchik vergeben.
Am 16.8.2014 ist W. W. Putin der erste Preisträger in der Kategorie "Lebenswerk, besondere Leistungen im bereich Kunst". Dieser internationale PaintArtAward "Tcherno More" wird im Jahr 2014 zum ersten Mal vergeben. Dieser Preis ist entstanden durch Mitwirkung verschiedener Künstler und Menschen aus verschiedenen Lebensbereichen und Ländern dieser Erde. Dieser Preis wird sich nicht hinter anderen internationalen Preisen im Bereich der Kunst verstecken müssen. Er ist mit Preisen von 10000 Euro bis zu 30000 Euro Studiumspreisgeld einer der höchsten Preise in diesem Sektor. Er ist der Größte Preis dieser Art wie er auf dem Balkan und Bulgarien überhaupt vergeben wird. Putin wurde als erster Preisträger für diese Kategorie auserwählt, weil er in seinem Wirken als Präsident über viele Jahre auch immer wieder ein Förderer von Kunstprojekten war. Wie kürzlich erst die erste weltweite Ausstellung von sogenannter Beutekunst. Er ist der einzige Präsident, der diese Kulturgüter überhaupt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Ohne Ihn wäre diese Ausstellung vermutlich nie zustande gekommen. Desweiteren hat er im Jahr 2009 mit seinem Erstlingswerk "Uzor" ein Bild geschaffen, was viele trotz jahrelangem Studium nie zustande bringen würden. Denn diese Bild schafft es dem Betrachter eine Gesichte zu erzählen. Der Betrachter wird in eine russische Holzhütte zur Winterzeit versetzt. In der gerade Oma Und Opa vor dem Ofen auf der Holzbank sitzen und die Enkel auf dem Ofen hocken und der Gesichte von Opa lauschen, während die Mutter und der Vater die Abendspeisung zubereiten und alle zusammen schauen aus dem Fenster in den russischen kalten Winter. Dann ist es mit diesem Bild gelungen für ein soziales Projekt in Petersburg einen Wert zu erzielen, der für ein Erstlingswerk meist erst nach dem Tode eines Künstlers zu erzielen ist.
In der Jury sind von einer deutschen Museumskünstlerin and Master of Art, einer russisch-schwedischen Künstlerin mit Lehramt und Vorsitzende eines schwedischen Kunstvereins, europäischen Adels bis Hollywood Schauspielern eine Mischung gelungen, die Kunst nicht immer nur mit den Augen eines Agenten sieht, sondern sie auch mit dem Auge des Betrachters wahrnimmt.
Die Gewinner in den drei Kategorien werden alle mit einer goldnen Trophäe in Form einer Welle bedacht. Der Gewinner des Jugendawards bekommt ein Studium finanziert, um ihm die Tore und Türen zu öffnen für seine zukünftige künstlerische Laufbahn.

Sedun14.06.2013, 08:41Antwort
(0)(0)

"In Tschetschenien und Dagestan leben mehr als die Hälfte der Menschen in
Armut; weitere arme Regionen sind Inguschetien, Tuwa und
Kabardino-Balkarien, Mari El, Kalmückien, Burjatien und Altai und
Mordwinien."

Wo haben Sie gesehen diese Propaganda? Kommen Sie in Tschetschenien, das ist ein Märchen!

Vladisgolk08.04.2013, 22:43Antwort
(3)(0)

Vergiss das Fernsehn. Ich war von 1996-2001 in Moskau und habe all die Bettler erlebt, die vor den Metroeingängen kauerten. Die wurden ab 2000 immer weniger. Heute fahre ich täglich in der U 7 in Berlin und bin stark an die Zeit von 1999-1999 in Moskau erinnert. Was am meisten schockiert sind nicht die Roma aus Rumänien und Bulgarien, sondern dass es immer mehr Berliner sind, die um ein paar Cent betteln. Pro Fahrt (15 Minuten lang) im Durschschnitt 2-3 Personen, die um eine Spende bitten. Auf der Straße, an Ampeln und vor Supermärkten übrigens auch.
Also, ihr Besserwisser, die ihr alles so gut wisst aus dem TV: GLAUBT ES NICHT ALLES! P.S.: Tausende Obdachlose ist in einer 20 Millionenstadt (geschätzte Dunkelziffer) wie Moskau sind prozentual immer noch weniger als eintausend Obdachlose in Berlin.

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