Rösler verteidigt Homöopathie auf Kassenkosten

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    • 12.07.10
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Rösler verteidigt Homöopathie auf Kassenkosten

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Berlin - Im Streit über die Finanzierung von Homöopathie durch gesetzliche Krankenkassen will Gesundheitsminister Philipp Rösler an der Alternativmedizin festhalten.

“Grundsätzlich spricht nichts gegen Wahltarife, auch nicht bei der Homöopathie. Wenn eine Krankenkasse diesen Weg geht, kann und sollte ihr das nicht verwehrt werden “, sagte der FDP-Politiker der “Passauer Neuen Presse“ (Dienstagausgabe). Kritik an dem Verbotsvorschlag der SPD kam von Grünen und Linken, die Union zeigte sich gesprächsbereit. Rösler verteidigte das Prinzip der Wahltarife in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Wir wollen mehr Wettbewerb zwischen den Kassen.“ Der Minister kündigte an, man werde unabhängig von der Diskussion um die Homöopathie “nach der Finanzreform auch notwendige Reformen des Systems und im System“ angehen: “In diesem Zusammenhang werden wir auch die Wahltarife noch einmal genau anschauen.“ Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hatte im “Spiegel“ gefordert, man solle gesetzlichen Krankenkassen “verbieten“, Homöopathie zu bezahlen.

Grüne kritisieren Schulmedizin

Grünen-Chefin Claudia Roth pochte jedoch auf die Homöopathie als Wettbewerbselement. “Ein Verbot der Wahlangebote von Krankenkassen für homöopathische Behandlungsmethoden wäre vollkommen kontraproduktiv“, erklärte sie. Patienten, die auf gesunde Lebensführung achteten und mit homöopathischen Medikamenten gute Erfahrungen gemacht hätten, würden vor den Kopf gestoßen. “Große Einsparmöglichkeiten im Gesundheitswesen liegen nicht bei den Kleinbeträgen für Homöopathie, sondern bei den gigantischen Summen im Bereich der klassischen Schulmedizin, die nicht effektiv genug eingesetzt werden“, erklärte Roth. Fraktionschefin Renate Künast sagte der “Berliner Zeitung“: “Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt.“ Die Linke bezeichnete ein generelles Streichen als nicht zielführend. “Wir müssen die gesundheitliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger weiterentwickeln. Dazu sind auch ganzheitliche Ansätze zu verfolgen“, erklärte die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Martina Bunge.

Union will Verbot prüfen

Die Union will dagegen ein Verbot von Homöopathie auf Kassenkosten zumindest prüfen. CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn sagte der Berliner Zeitung, seine Fraktion sei offen für die Forderung von Lauterbach. “Wir haben Wahltarife für Homöopathie seinerzeit auf Wunsch von SPD und Grünen eingeführt“, sagte Spahn. “Sollte die SPD veränderungsbereit sein, können wir sofort darüber reden.“ In der “Bild“-Zeitung ergänzte er, es gebe keinen wissenschaftlichen Nachweis für den Nutzen. Der CSU-Sozialexperte Max Straubinger sprach sich gegen ein Verbot von Homöopathie auf Kassenkosten aus. “Wir stehen für einen umfassenden Leistungskatalog“, sagte Straubinger der “Passauer Neuen Presse“. Die Diskussion über eine Abschaffung der Wahltarife für Homöopathie sei “fehlgeleitet“. In vielen Fällen führe homöopathische Behandlung “zu guten Ergebnissen“.

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