Guantanamo 50 Shades of Grey
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Der Roman Fifty Schades of Grey ist auf rätselhafte Weise in Guantanamo aufgetaucht.

Sex-Roman im Hochsicherheitstrakt

Rätsel um "Shades of Grey" in Guantanamo

Havanna - Der Erotik-Roman "Fifty Shades of Grey" hat es nicht nur auf die Bestseller-Listen geschafft, sondern auch in den Hochsicherheitstrakt von Guantanamo. Nun wird gerätselt, wie das Buch dorthin kam.

Der Kongressabgeordnete Jim Moran behauptet nach seinem Besuch in Guantanamo, dass der Erotik-Besteller "Fifty Schades of Grey" zu der Lieblingslektüre der Häfltinge im streng geheimen "Camp 7" gehört. Das Buch der britischen Autorin E. L. James sei bei den Gefangenen sogar noch beliebter als der Koran. Es schildert ausfühlich Sadomaso-Praktiken und Sex-Spielchen.

Moran findet das nicht weiter schlimm und sagt dazu: "Ich denke, da gibt es nicht viel zu tun, diese Jungs können nirgendwo hin, also was soll's." Das berichtet Spiegel Online. Trotzdem wundert sich nun die ganze Welt darüber, wie der Schmuddelroman überhaupt in das Gefängnis gelangte.

Terrorist: Wärter hat mir Erotik-Buch aufgedrängt

Der Anwalt Attorney James Connell mit einer Ausgabe des Erotik-Romans.

Der Anwalt des muslimischen Insassen Ali Abdel Asis Ali beschuldigt die Wärter, das Buch in den Hochsicherheitstrakt geschmuggelt zu haben. Das Lesematerial der Insassen wird streng kontrolliert. Das Buch weist weder einen Stempel der Bücherei noch einen Code des Lagers auf.

Ali Abdel Asis Ali, gilt als einer der Hauptverdächtigen der Terroranschläge vom 11. September 2001. Er muss sich vor einem Sondergericht für die Planung und Ausführung der Anschläge, bei denen knapp 3.000 Menschen ihr Leben verloren haben, verantworten. Der mutmaßliche Drahtzieher erzählt eine andere Geschichte als der Abgeordnete Moran: Er gibt an, das Sex-Buch von einem Gefängniswärter erhalten zu haben. Dieser habe ihm das Buch aufgedrängt. Er weigerte sich aber, den Roman zu lesen und gab ihn stattdessen seinem Anwalt James Conell. Ali bevorzuge nach Angaben von Cornnell die englischsprachige Zeitschrift „Economist“ sowie das Magazin „Wired“.

Der Jurist hält den Vorfall für einen "schlechten Scherz" des Politikers, mit dem er seinen Mandanten Ali Abdel Asis Ali und die anderen Insassen zu brüskieren versucht.

mb/dpa

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