SPD-Deutschlandfest: Peer Steinbrück hält Wahlkampf-Rede vor Brandenburger Tor

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    • 17.08.13
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SPD-Deutschlandfest

Steinbrück: "Das wird Deutschland Geld kosten"

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Berlin - Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat in seiner Rede beim SPD-Deutschlandfest zwei Schwerpunkte gesetzt: Den geplanten Mindestlohn und die teure Euro-Politik von Kanzlerin Merkel.

Peer Steinbrück

© AFP

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hielt vor dem Brandenburger Tor eine Rede vor zehntausenden Bürgern.

Mehr als 150.000 Menschen haben nach Veranstalterangaben bis zum Nachmittag das SPD-Deutschlandfest am Brandenburger Tor in Berlin besucht. Mit den Besuchern vom Vormittag seien es sogar rund 200.000 Besucher, sagte ein SPD-Sprecher. Am Samstag und Sonntag sind auf vier Bühnen Auftritte von rund 700 Künstlern geplant. Politischer Höhepunkt ist eine Rede von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück auf der Hauptbühne am Brandenburger Tor.

Steinbrück: "Mit der SPD gibt es kein Vertun"

Politischer Höhepunkt war eine Rede von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück auf der Hauptbühne am Brandenburger Tor. Dort warb er für einen Aufbruch für mehr gesellschaftliche Gerechtigkeit. Außerdem versprach er bei einem Wahlsieg die umgehende Einführung eines Mindestlohns von 8,50 Euro.

Heute gehe es nicht mehr um die Einführung des Acht-Stunden-Tages, den Sozialdemokraten durchgesetzt hätten, sagte Steinbrück in einer staatstragenden Rede, die seine Ziele in den Mittelpunkt stellte und nicht Angriffe auf Union und FDP. Aber heute verdienten fast sieben Millionen in Deutschland unter 8,50 Euro die Stunde. "Mit der SPD gibt es kein Vertun: Wir werden einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn einführen."

Das werde eine seiner ersten Maßnahmen sein. "Wir brauchen ein Bündnis der Starken mit den Schwachen. Und für dieses Bündnis trete ich ein." Er wolle ein Deutschland, "das stark ist, weil es gerecht zugeht".

"Will mit Euch wieder einen Aufbruch für dieses Land erleben"

"Am 22. September ist Wahltag und ich will Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden", sagte Steinbrück unter dem Jubel von zehntausenden Bürgern. "Ich will mit Euch wieder einen Aufbruch für dieses Land erleben", sagte Steinbrück unter dem Jubel vieler SPD-Anhänger und erinnerte an die Aufbruchzeiten unter Willy Brandt. Es gelte zudem, dem Kapitalismus Grenzen zu setzen. Die SPD will Banken und Märkte stärker regulieren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warf er vor, das Land nur zu verwalten und nicht zu gestalten. Es sei etwas aus dem Lot geraten. „Ich werde als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland mit aller Härte gegen Steuerbetrüger vorgehen.“ Er wolle ein Land, wo es nicht entscheidend sei, wo man herkomme, sondern wo man hinwolle. „Das Wir entscheidet und nicht millionfache Ellbögen.“

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Steinbrück: "Das wird Deutschland Geld kosten"

Die Bildungsinvestitionen sollten schrittweise auf 20 Milliarden Euro steigen - auch dank eines Spitzensteuersatzes von 49 Prozent für Spitzenverdiener. Zudem versprach er, die Rüstungsexporte bei einem rot-grünen Wahlerfolg zurückzuschrauben. Deutschland verkaufe unter Merkel so viele Waffen in Krisengebiete wie nie zuvor.

Mit Blick auf die weiterhin fragile Lage in mehreren Euro-Länder stellte er die Bürger auf unangenehme Wahrheiten ein. „Das wird Deutschland Geld kosten, dieses Europa zusammenzuhalten“, sagte der 66-Jährige. „Umso wichtiger ist es, dass wir dieses Geld nicht versenken.“ Es brauche einen funktionierenden Rettungsplan.

Steinbrück: "Ich habe so etwas noch nicht gesehen"

Die SPD wirft Merkel vor, auf eine niedrige Wahlbeteiligung zu setzen - daher sollte das Fest am Brandenburger Tor den Startschuss für die entscheidende Phase des Wahlkampfes bilden. „Frau Merkel hofft, dass die Menschen nicht zur Wahl gehen, weil, wenn die Wahlbeteiligung unter 70 Prozent liegt, dann gewinnt sie“, sagte Parteichef Sigmar Gabriel der Deutschen Presse-Agentur. Liege die Wahlbeteiligung bei über 75 Prozent, dann gewinne die SPD. Bis zu drei Viertel der Bürger seien laut Umfragen noch unentschlossen.

Steinbrück zeigte sich beeindruckt von den Massen auf der Straße des 17. Juni. „Ich habe so etwas noch nicht gesehen“, sagte er, als er die Bühne hochstieg. Im Hintergrund waren während der gesamten Rede fast wie im amerikanischen Wahlkampf Parteispitze, Kinder und Jugendliche sowie die Mitglieder seines Kompetenzteams postiert. Der Ex-Finanzminister hat klargestellt, dass er nur für Rot-Grün zur Verfügung stehe und nicht noch einmal in einer großen Koalition Minister unter Merkel wird. Ein Höhepunkt des Wahlkampfes dürfte das TV-Duell mit Merkel am 1. September werden.

Die Festmeile erstreckt sich über rund einen Kilometer auf der Straße des 17. Juni. Mit dem Deutschlandfest feiert die SPD offiziell ihr 150-jähriges Bestehen - zugleich ist es der Startschuss für die heiße Phase des Wahlkampfes. Bis Sonntagmittag treten insgesamt 700 Künstler auf vier Bühnen auf - unter anderem die Prinzen, der Rapper Samy Deluxe, Nena und Schlagerstar Roland Kaiser. Am Sonntag will Steinbrück noch mit seiner Frau Gertrud im Kinderzelt aus „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ vorlesen. Zudem plant die Parteispitze ein Frühstück mit Bürgern.

dpa

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Kommentare

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Dunkelschwarze Zukunft20.08.2013, 14:11Antwort
(0)(0)

Das sind Jobs, bei denen die Firma, die hier aufgekauft hat, im eignen Land umgerechnet so 20 Oiro zahlt, womit bereits widerlegt ist, dass man als Hochlohnland mit eigner Währung nicht konkurrenzfähig sei.

iss so19.08.2013, 21:15
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an T_T,dann hast du den UNDERCOVER-BERICHT im ERSTEN PROGRAMM nicht gesehen!!!ALLES LIVE und in FARBE!!!der Mann kam auf 1200 BRUTTO!!!bekam 900 NETTO,,,als Familienvater mit 2 kindern ,stand IHM dann noch 1550,EURO,von Sozialamt zu!!!alsooooooo,,,,STEUERGELD!!!DAIMLER lässt bauen!!!!

Karator19.08.2013, 00:04
(1)(0)

Die 150.000 Menschen kommen 'natürlich' nicht um die auftretenden "Pop-Acts", zu sehen oder sich an den aufgestellten Imbiss-Buden, Trinkständen und Bierbuden zu erfreuen, sondern allein wegen der SPD und ihrem tollen Partei-Programm.
___
Und wer bezahlt für das SPD-Deutschland(abschaffungs)-Fest? Am Ende doch der Steuerzahler, der die Parteien durch Parteienfinanzierung und die Fördergelder für Parteinahe Stiftungen (rund 500 Millionen Euro jedes Jahr) auch noch bezahlen muss.

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