SPD-Vorstand nominiert Steinbrück als Kanzlerkandidaten

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL2FrdHVlbGxlcy9wb2xpdGlrL3NwZC12b3JzdGFuZC1ub21pbmllcnQtc3RlaW5icnVlY2sta2FuemxlcmthbmRpZGF0ZW4tMjUyODEwNC5odG1s2528104Nach Nominierung: Steinbrück greift an0true
    • 01.10.12
    • Politik
    • 30
    • Drucken
SPD-Kanzlerkandidat kritisiert Regierung

Nach Nominierung: Steinbrück greift an

    • recommendbutton_count100
    • 0

Berlin - Die SPD-Führung hat sich geschlossen hinter die Kanzlerkandidatur von Peer Steinbrück gestellt. Und der frühere Bundesfinanzminister geht direkt aufs Ganze.

© dpa

Peer Steinbrück

Steinbrück wurde am Montag einstimmig vom Parteivorstand in Berlin nominiert, wie der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel im Anschluss an die Sitzung mitteilte. Am 9. Dezember soll die endgültige Kür des 65-Jährigen auf einem Sonderparteitag in Hannover folgen.

Die SPD werde mit den beiden Schwerpunktthemen Finanzmarktregulierung und soziale Gerechtigkeit in den Wahlkampf gehen, kündigte Gabriel an. Die SPD wolle den Finanzmärkten endlich wieder Spielregeln geben, die entfesselten Märkte bändigen und dafür sorgen, dass wieder die soziale Marktwirtschaft in Deutschland einkehre. Zudem wolle die SPD für ein soziales Gleichgewicht sorgen. Dafür wolle man gemeinsam mit Steinbrück kämpfen. „Dabei haben SPD und Steinbrück den gleichen Herzschlag“, versicherte Gabriel.

Steinbrück freute sich über das einstimmig Votum und sprach von „sehr viel Rückenwind“, aber auch eine hohe Erwartung. Er nehme die Herausforderung aber auch gerne an. Steinbrück kündigte einen Wahlkampf an, der „spannend, und teilweise auch spaßig“ sein werde. „Es soll kein langweiliger Wahlkampf sein. Es muss kein lustloser Wahlkampf sein. Es darf auch Humor, und es darf ein bisschen Witz dabei entstehen“, betonte Steinbrück.

Da Parteichef Sigmar Gabriel und der Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier nicht antreten wollten, war der Weg für den 65-jährigen Steinbrück frei. Der frühere Bundesfinanzminister soll in einem Jahr Kanzlerin Angela Merkel (CDU) herausfordern.

Gabriel hatte den Vorschlag am Freitag öffentlich verkündet, intern war die Personalie innerhalb der Troika schon länger klar. Ziel der SPD ist eine rot-grüne Koalition.

Peer Steinbrück: Klare Kante und loses Mundwerk

Steinbrück gab nach der Abstimmung ordentlich Gas. So bekräftigte er seine Kritik am geplanten Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz. Er könne dem Abkommen in der jetzigen Form nicht zustimmen.

Die Schweiz müsse sich bei der Aufdeckung von Steuerbetrug mehr engagieren. Steinbrück fügte hinzu, hierbei sei nicht die Souveränität der Schweiz angesprochen, sondern die Souveränität Deutschlands. Deutschland müsse seine Steuerbürger „steuerehrlich“ machen können, es gehe hier um mehr Gerechtigkeit. Steuerbetrug sei für die SPD nicht nebensächlich, betonte Steinbrück.

Der frischgebackene SPD-Kanzlerkandidat attackierte auch die Bundesregierung erneut. Man habe es derzeit mit einem „recht schlechten Regierungshandwerk“ zu tun, sagte Steinbrück.

Bei Schwarz-Gelb handle es sich um die wohl schlechteste Bundesregierung seit Beginn der Bundesrepublik. Auch in der großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei die SPD der bessere Teil gewesen.

Steinbrück sicherte zu, dass er nach seiner Nominierung innerhalb der Partei nicht die Ellbogen ausfahren wolle. Zugleich kündigte er an, Auftritte im Wahlkampf mit seiner Familie zurückhaltend handhaben zu wollen.

Steinbrück legt ThyssenKrupp-Mandat nieder

Steinbrück will außerdem sein Aufsichtsratsmandat beim Industriekonzern ThyssenKrupp wegen der SPD-Kanzlerkandidatur niederlegen. Sein Aufsichtsratsmandat beim Deutschen Fußballmeister Borussia Dortmund wolle er nach Rücksprache mit dem Verein behalten, sagte Steinbrück. „Das sind wohl alles BVB-Anhänger“ kommentierte er den Applaus zur Ankündigung im Willy-Brandt-Haus. Er werde vom heutigen Tag an keine honorarpflichtigen Vorträge mehr halten.

Steinbrück gehört bisher dank seiner Nebenverdienste aus Buchveröffentlichungen und Vorträgen zu den Topverdienern unter den Bundestagsabgeordneten. Seit 2009 hat Steinbrück mindestens 600.000 Euro für Vortragshonorare und andere Tätigkeiten kassiert.

dpa

zurück zur Übersicht: Politik

Kommentare

  • Neueste Kommentare
  • Beliebteste Kommentare
Gemeindeplag02.10.2012, 19:23Antwort
(1)(0)

Richtig, das habe ich etwas flapsig formuliert. Aber Steinbrück war zumindest in Schröders Partei. In der Partei kann man durchaus etwas unterstützen, auch wenn man kein Regierungsmitglied ist.
Zu Ihrer Frage: Ich sorge mich nicht um die Schweiz, aber um den guten Ton unserer Landleute. Kritisieren ist i.O., aber sachlich und nicht beleidigend.
Gerade unsere Volksvertreter sollten so etwas können, um Ressentiments zu vermeiden.

Ichbins02.10.2012, 04:52Antwort
(4)(0)

Ein Tiger, der als Bettvorleger landen wird!

Wadlbeissa01.10.2012, 23:23
(2)(0)

boah der greift an, jetzt fliesst Blut.
So ein wilder Hund.
Muss man vor dem Angst haben?

Alle Kommentare anzeigen

Aktuelle Fotostrecken

Waffen für den Irak: Diese Länder liefern

Waffen Irak IS Kurden
weitere Fotostrecken:
Newsletter

Meist kommentierte Artikel

  • Letzte Woche
  • Monat
  • Themen
US-Journalist James Foley

Enthaupteter US-Journalist: Video wohl echt

Kairo/Washington - Ein Video über eine Enthauptung schockiert Washington. ISIS-Terroristen wollen einen US-Fotografen als Vergeltung für den amerikanischen Militäreinsatz ermordet haben.Mehr...

Außenminister Frank-Walter Steinmeier 

Russland: EU Mitschuld an Ukraine-Gemetzel

Moskau/Brüssel - Russland hat der EU eine Mitverantwortung am Blutvergießen in der Ostukraine gegeben. Derweil sieht Außenminister Frank-Walter Steinmeier das Vertrauen zu Moskau schwer beschädigt. Mehr...

Wirtschaft

Jeder fünfte Unternehmens-Gründer in Deutschland ist Migrant

Jeder fünfte Unternehmens-Gründer ist Migrant

München - Sie sind jung, meist männlich und mutig: Migranten in Deutschland gründen häufiger ein eigenes Unternehmen als der Bevölkerungsdurchschnitt und sie beschäftigen häufiger von Anfang an Mitarbeiter.Mehr...

Berlin billigt Verkauf von RWE-Tochter Dea

Berlin billigt Verkauf von RWE-Tochter

Berlin - Trotz der Ukrainekrise verkauft RWE seine Öl- und Gas-Tochter an Investoren um einen russischen Oligarchen und freut sich über den Geldsegen von mehr als fünf Milliarden Euro.Mehr...

Präsentiert Microsoft im September neues Windows 9?

Windows 9: Das bietet das neue Betriebssystem

München - Viele Microsoft-Kunden haben noch nicht einmal den Wechsel auf Windows 8 vollzogen. Das hindert den Softwaregiganten nicht daran, bereits die Nachfolgeversion 9 vorzustellen.Mehr...

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.