Steinbrücks Debatte um Kanzlergehalt: Merkel widerspricht - SPD gibt Rückendeckung

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    • 31.12.12
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Ohrfeige für Steinbrück

Merkel widerspricht: "Ich verdiene genug"

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Berlin - Sind deutsche Regierungschefs unterbezahlt? SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück sieht das so. Auch einige Parteikollegen stimmen ihm zu. Dumm nur, dass nun die Kanzlerin selbst widersprochen hat.

© dpa

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und Kanzlerin Angela Merkel im Gespräch

Während die SPD-Politiker sich noch streiten, ob sie den Äußerungen ihres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück über das Kanzlergehalt zustimmen oder eine Debatte darüber ablehnen, hat sich Angela Merkel zu diesem Thema selbst zu Wort gemeldet. Über ihren Sprecher Steffen Seibert ließ die Kanzlerin mitteilen: "Das seit langem gewachsene Gehaltssystem im öffentlichen Dienst und in Staatsämtern ist ausgewogen, auskömmlich und hat sich bewährt."

Trotzdem bekommt Steinbrück in der von ihm angestoßenen Diskussion über das Gehalt des Bundeskanzlers nun doch Unterstützung aus den eigenen Reihen - vereinzelt zumindest. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte der „Rheinischen Post“ vom Montag: „Steinbrück hat in der Sache natürlich Recht: In Anbetracht der Größe des Landes ist das Gehalt der Kanzlerin zu gering.“ Lauterbach bezeichnete die Debatte über Steinbrücks Äußerungen als „Heuchelei“: „Die Debatte wird Steinbrück nicht schaden, weil jeder weiß, dass die Kanzler verglichen mit den Top-Managern zu wenig verdienen.“

Peer Steinbrück: Klare Kante und loses Mundwerk

Steinbrück hatte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gesagt, gemessen an der Leistung und im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten mit weniger Verantwortung und viel größerem Gehalt verdiene der Kanzler oder die Kanzlerin in Deutschland zu wenig. Dafür hatte er sich auch Widerspruch von Sozialdemokraten zugezogen.

Ernst Dieter Rossmann, Sprecher der Parlamentarischen Linken der SPD im Bundestag, pflichtete Steinbrück in der „Rheinischen Post“ bei: „Peer Steinbrück hat vollkommen Recht: Spitzenvertreter in der Wirtschaft werden viel zu hoch bezahlt. Manche Gehälter sind obszön.“ In der „Berliner Zeitung“ vom Montag fügte Rossmann allerdings kritisch hinzu: „Ökonomische Markt-Wahrheiten sind ein schlechter Maßstab für politische Werte.“

Politik 2012 in Zitaten

Der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion, Axel Schäfer, sagte der „Rheinischen Post“, Steinbrücks sachliche Einschätzung werde von allen in der Politik geteilt. „Doch wir diskutieren das Kanzlergehalt jetzt nicht. Die Diskussion hört auf, bevor sie angefangen hat.“

Auch die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zeigte kein Verständnis für die Debatte: „Unser Land hat drängende Probleme, die es anzupacken gilt. Die Frage des Gehalts der Kanzlerin gehört sicher nicht dazu“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“ vom Montag. Das Monatsgehalt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beträgt 16.085,91 Euro. Hinzu kommt eine steuerfreie Aufwandsentschädigung von gut 1.000 Euro. 

dpa

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Kommentare

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die-volkszeitung-de07.01.2013, 21:04Antwort
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Hervorragend, wie Sie das Wesen des Kapitalismus in wenigen Worten entlarvt haben: Wir dürfen nicht sexuell erfüllt sein, wir dürfen niemals frei davon sein, Angst um unsere wirtschaftliche Zukunft zu haben, es muss immer etwas geben, dem wir nach hetzen, wobei uns so oder so eingeimpft wird, dass Geld die Lösung brächte.

Sexueller Erfolg, gesellschaftliche Anerkennung, Leben ohne Armut - all das, so wird uns suggeriert, hängt am Geld. Also: Dem Geld nachlaufen, sich kaputt schuften, ob krank oder gesund. Damit das nie abreißen kann, wird in vielfältiger Weise dafür gesorgt, dass so gut wie jeder sein komplettes Geld in den Konsum steckt. Schon Dreijährige bekommen Markenbewusstsein eingeimpft, wer nicht das neueste Handy oder Auto hat, der traut sich kaum noch auf die Straße usw. So sammeln die Kapitalisten auf der anderen Seite wieder ein, was sie an die arbeitende Bevölkerung auszahlen.

Schade, dass Sie hier nicht unter Klarnamen auftreten, denn so kann ja behauptet werden, Sie seien in Wahrheit ein Linker oder ein Anarchist, der hier den Kapitalismus bloßstellen wolle.

Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

Unternehmer04.01.2013, 16:25
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"Ich verdiene genug"

wenn ein Mitarbeiter das zu mir sagt, kürze ich sein Gehalt sofort,solange bis er glaubt zu wenig zu verdienen.

wer Satt ist, bringt keinen Gewinn mehr fürs Unternehmen

Gast01.01.2013, 10:49Antwort
(1)(0)

Na, wieder mal am eigenen Unvermögen gescheitert?

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