Sollten Bayerns Schüler vor den Ehrenrunden bewahrt werden? Geht es nach Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, wird das Sitzenbleiben - wie in Hamburg und mehreren anderen deutschen Bundesländern geplant - ersatzlos gestrichen. Auch den Bayerischen Philologenverband hat Ude auf seiner Seite - nicht aber die User von merkur-online. Die nennen den Vorschlag "populistisch", halten ihn für einen Versuch, beim Wähler Punkte zu machen - und glauben, dass Schule ohne Leistungsprinzip den Schülern schadet.
Leistungsträger sagt: "Populismus pur. Das Ergebnis ist, dass Leute die Schule verlassen, die in wichtigen Fächern keine Anhnung haben und dann keine Arbeit finden. Den Kindern muss frühzeitig klargemacht werden dass Leistung zählt nicht Rumhängen!"
Jagdazubi: "Nein, Herr Ude! Leistung muss sich lohnen, auch in der Schule. Wenn Sie dafür eintreten, dass das Widerholen einer Klasse abgeschafft wird, dann können Sie gleich auch noch die Schulpflicht abschaffen, denn lernen müssen die Schüler nichts mehr, nur noch am Schuljahresende ein nichtssagendes Zeugnis abholen (...)."
Prominente Sitzenbleiber
Nicht nur um die Sitzenbleiber, sondern um deren Mitschüler macht sich SteinfischSorgen: "Das Mitschleppen der Nichtsitzenbleibendürfer bedeutet in meinen Augen vor allem, dass die guten Schüler in der Klasse nicht mehr gefördert werden, sondern deren Leistungsanspruch runtergefahren wird (...)."
Eigene Erfahrungen mit der Ehrenrunde bringt dagegen Gast in die Diskussion ein: "Mir hat das Sitzenbleiben gut getan. Ich hatte halt einfach keine Lust zu lernen und vielleicht auch schlechten Umgang. Hat sich alles wieder gelegt."
Mancher sieht den Vorschlag vor allem als Wahlkampfhilfe:
Und Kritiker findet, der Ministerpräsidenten-Kandidat hätte das falsche Publikum angesprochen: "Herr Ude, Sie haben sich vergaloppiert. Die Personen die Sie meinen, also Schüler, sind meist unter 18 Jahren alt und können Sie nicht wählen und das ist gut so."
Einige User versuchen es mit Ironie: So sagt DIHK- und vdL-Kritiker: "Man sollte das Sitzenbleiben einmalig zur Pflicht machen. Eleganter kann man das G-9 gar nicht einführen. Wer im Übrigen zu früh mit der Schule fertig wird, den bestraft der kapitalistische Arbeitgeber."
narzl: "Nie mehr durchfallen, weder in der Schule, im Studium, beim Führerschein. Das wärs. Danke Herr Ude. Sie machen mich glücklich."
mm
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