Sitzenbleiben in Bayern: Uder fordert Abschaffung - das sagen die User

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    • 19.02.13
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Schluss mit Sitzenbleiben? Unsere User sagen: Nein!

München - Da hat er in ein Wespennest gestochen: Mit seiner Forderung, die Ehrenrunden für bayerische Schüler abzuschaffen, steht Münchens OB Christian Ude relativ allein da. Zumindest wenn es nach unseren Usern geht:

Sollten Bayerns Schüler vor den Ehrenrunden bewahrt werden? Geht es nach Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, wird das Sitzenbleiben - wie in Hamburg und mehreren anderen deutschen Bundesländern geplant - ersatzlos gestrichen. Auch den Bayerischen Philologenverband hat Ude auf seiner Seite - nicht aber die User von merkur-online. Die nennen den Vorschlag "populistisch", halten ihn für einen Versuch, beim Wähler Punkte zu machen - und glauben, dass Schule ohne Leistungsprinzip den Schülern schadet.

Leistungsträger sagt: "Populismus pur. Das Ergebnis ist, dass Leute die Schule verlassen, die in wichtigen Fächern keine Anhnung haben und dann keine Arbeit finden. Den Kindern muss frühzeitig klargemacht werden dass Leistung zählt nicht Rumhängen!"

Jagdazubi: "Nein, Herr Ude! Leistung muss sich lohnen, auch in der Schule. Wenn Sie dafür eintreten, dass das Widerholen einer Klasse abgeschafft wird, dann können Sie gleich auch noch die Schulpflicht abschaffen, denn lernen müssen die Schüler nichts mehr, nur noch am Schuljahresende ein nichtssagendes Zeugnis abholen (...)."

Loremipsum  treibt es ironisch auf die Spitze: "Sollen Schüler, die das Unterrichtsziel nicht erreichen, die Klasse wiederholen? Progressive Reformpädagogen sind dagegen, in Hamburg wurde diese "Ehrenrunde" bereits abgeschafft, in Rheinland-Pfalz ist ein Modellversuch geplant und die neue rot-grüne Koalition in Niedersachsen denkt auch schon darüber nach und nun auch noch die Bayern, zumindest die roten. Man könnte das konsequent angehen, das heißt, Abschaffung der Zensuren. Wenn die Noten sowieso egal sind, kann man den lieben Kindern den ganzen Prüfungsstreß ersparen. Nach zehn Jahren, ob man nun Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt, oder in der Schule nur mit den Mitschülern geplaudert, gespielt und gerauft hat, bekommt der Schüler den Realschulabschluss. Hält er zwei weitere Jahre durch, wird das Abitur bescheinigt (kein "Zeugnis", da müßten ja Zensuren drin stehen), nach 15 Jahren der Pätscheler, nach 17 Jahren der Master und nach 20 Jahren der Doktor-Titel. Den muß man nicht einmal mehr abschreiben, den gibt es für die reine Anwesenheit."

Prominente Sitzenbleiber

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Nicht nur um die Sitzenbleiber, sondern um deren Mitschüler macht sich SteinfischSorgen: "Das Mitschleppen der Nichtsitzenbleibendürfer bedeutet in meinen Augen vor allem, dass die guten Schüler in der Klasse nicht mehr gefördert werden, sondern deren Leistungsanspruch runtergefahren wird (...)."

Eigene Erfahrungen mit der Ehrenrunde bringt dagegen Gast in die Diskussion ein: "Mir hat das Sitzenbleiben gut getan. Ich hatte halt einfach keine Lust zu lernen und vielleicht auch schlechten Umgang. Hat sich alles wieder gelegt."

Mancher sieht den Vorschlag vor allem als Wahlkampfhilfe:

Signo200: "Wenn ein "Großkopferter" erst vor der Wahl solche Thesen loslässt, können diese keinerlei Wert haben. Herr Ude, auf welche "Bildungsexperten" stützen sie sich denn? Warum hat die SPD diese Ansicht nicht bereits vor einem halben Jahr vorgebracht und entsprechend begründet? Da lob ich mir den Verstand der Bürger, die genau wissen, dass man ohne Grundlagen nicht weiterrücken kann, insbesondere wenn der weitere Stoff eben auf diese Grundlagen aufbaut (...)."

Und Kritiker findet, der Ministerpräsidenten-Kandidat hätte das falsche Publikum angesprochen: "Herr Ude, Sie haben sich vergaloppiert. Die Personen die Sie meinen, also Schüler, sind meist unter 18 Jahren alt und können Sie nicht wählen und das ist gut so."

Einige User versuchen es mit Ironie: So sagt DIHK- und vdL-Kritiker: "Man sollte das Sitzenbleiben einmalig zur Pflicht machen. Eleganter kann man das G-9 gar nicht einführen. Wer im Übrigen zu früh mit der Schule fertig wird, den bestraft der kapitalistische Arbeitgeber."

narzl: "Nie mehr durchfallen, weder in der Schule, im Studium, beim Führerschein. Das wärs. Danke Herr Ude. Sie machen mich glücklich."

mm

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Rubriklistenbild: © dpa

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