Klinik weist Vergewaltigungs-Opfer ab

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL2FrdHVlbGxlcy93ZWx0L3Zlcmdld2FsdGlndW5ncy1vcGZlci1rcmFua2VuaGF1cy1lcnpiaXN0dW0tYWJnZXdpZXNlbi16ci0yNzAzOTI5Lmh0bWw=2703929Klinik weist Vergewaltigungs-Opfer ab0true
    • 17.01.13
    • Welt
    • Drucken
Skandal in katholischen Krankenhäusern

Klinik weist Vergewaltigungs-Opfer ab

    • recommendbutton_count100
    • 5
Von Veronika Hueber

Köln - Der Fall ist ein Skandal: Einem Kölner Vergewaltigungsopfer (25) wurde von Krankenhäusern der katholischen Trägerschaft die Behandlung verweigert.

Zwei katholische Kliniken in Köln sollen im Dezember 2012 eine 25-jährige Frau, die Opfer einer Vergewaltigung wurde, abgewiesen haben. Das berichtet der Kölner Stadtanzeiger.

Die junge Frau war dem Bericht zufolge, bei einer Feier offenbar mit K.o.-Tropfen betäubt worden und erst am nächsten Morgen auf einer Parkbank wieder zu sich gekommen. Zusammen mit ihrer Mutter suchte die Frau daraufhin den ärztlichen Notdienst auf. Da die 25-Jährige keinerlei Erinnerung hatte, konnte die behandelnde Ärztin eine Vergewaltigung nicht ausschließen und klärte das Opfer über das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft auf. Zudem stellte sie der Patientin nach umfassender Beratung ein Rezept für die Pille danach aus. Für die Beweissicherung sowie alle weiteren Untersuchungen sollte die Patientin an ein benachbartes katholisches Krankenhaus überwiesen werden.

Doch dort lehnte man ihren Fall laut Bericht ab - man könne die Patientin nicht behandeln. Der Grund: Untersuchungen nach einem sexuellen Übergriff seien mit einem Aufklärungsgespräch über eine ungewollte Schwangerschaft und deren Abbruch verbunden. Das aber widerspreche dem katholischen Gedankengut, weshalb auch keine Untersuchung vorgenommen werden könne. Auch der Versuch in einer zweiten Klinik der katholischen Trägerschaft blieb laut Zeitungsrecherchen erfolglos. Dort war sogar von "fristloser Kündigung" die Rede, sollte man sich gegen die Vorschriften widersetzen.

Diese unfassbare Regelung gilt offenbar seit zwei Monaten in einigen Krankenhäusern des Erzbistums Köln. Ein Sprecher des Erzbistums bestätigte, dass die Pille danach in katholischen Häusern nicht verschrieben werden dürfe und auch entsprechende Aufklärungsgespräche nicht durchgeführt werden könnten. Die reine Untersuchung zur Spurensicherung sei dagegen nicht untersagt. In einer Stellungnahme bedauert das Bistum, dass der Eindruck entstanden sei, in katholischen Krankenhäusern dürften Vergewaltigungsopfer nicht mehr untersucht werden. Das sei falsch. Zudem wurde betont, dass betroffene Frauen eine notwendige Behandlung erhalten würden.

Warum dem Vergewaltigungsopfer dennoch die Untersuchung verweigert wurde, ist derzeit nicht klar. Feststeht jedoch, dass die neue Regelung nicht nur für Opfer eine Zumutung ist, sondern auch für behandelnde Ärzte problematisch werden könnte.

vh

zurück zur Übersicht: Welt

Kommentare

Die Kommentarfunktion ist bei diesem Artikel nicht aktiviert. Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Aktuelle Fotostrecken

Bilder: Glatteisunfall zwischen Ruhpolding und Traunstein

Unfall Ruhpolding
weitere Fotostrecken:

Strom & Energie

Energiesparliste der EU: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Energiesparliste der EU: Die wichtigsten Fragen

Brüssel - Fernseher, Geschirrspüler und Lampen - sie alle stehen auf der Energiesparliste der EU. Die Geräte dürfen nur bestimmte Mengen Strom verbrauchen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Thematik.Mehr...

Fallstricke beim Anbieter-Wechsel

Fallstricke beim Anbieter-Wechsel

München - Die Öko-Umlage steigt und damit wieder einmal die Stromrechnung. Das wird viele Verbraucher zum Tarifwechsel animieren. Sie sollten aber auf Fallstricke achten.Mehr...

Runter mit den Heizkosten im Winter: Mit diesen Tipps sparen Sie Geld und Energie

Mit diesen Tipps sparen Sie Geld und Energie

Stuttgart - Pünktlich zum Beginn der Winterzeit drehen viele Haushalte wieder die Heizung auf - und merken das gleich am Geldbeutel. Mit diesen Tipps lassen sich Energie und Geld sparen:Mehr...

Wirtschaft

Ex-Flughafenchef von Berlin Rainer Schwarz hat Anspruch auf eine Million Euro

Ex-Flughafenchef hat Anspruch auf eine Million Euro

Berlin - Der frühere Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz hat Anspruch auf Gehaltszahlungen in Höhe von rund einer Million Euro. Das hat das Landgericht Berlin am Donnerstag entschieden.Mehr...

Europäischer Gerichtshof stärkt Stromkunden

Europäischer Gerichtshof stärkt Stromkunden

Luxemburg - Strom- und Gasanbieter müssen ihre Kunden vor Preiserhöhungen genau über den Grund und Umfang informieren. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in einem Urteil festgelegt.Mehr...

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.