Berlin: Flughafen klagt gegen Planer

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    • 29.07.12
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Berlin: Flughafen klagt gegen Planer

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Berlin - Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens lässt auf sich warten. Doch der Justiz hat er bereits viel Arbeit gemacht. Nun kommt ein weiteres Großverfahren dazu.

Jetzt klagen die Betreiber gegen die inzwischen gekündigten Planer. Ihre fehlerhaften Arbeiten sollen einen Schaden von mindestens 80 Millionen Euro verursacht haben, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, das sich auf die Klageschrift beruft. Diese sei im Juni beim Landgericht Potsdam eingereicht worden, bestätigte der Sprecher der Flughafengesellschaft, Ralf Kunkel, am Sonntag. Einen entsprechenden Schritt hatten sich die Betreiber bereits nach der Kündigung von Chef-Planer Manfred Körtgen im vergangenen Mai vorbehalten. Weitere Details wollte Kunkel mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht nennen.

Mit einer sogenannten Feststellungsklage will sich die Flughafengesellschaft Schadenersatzansprüche sichern. Es geht darum, vor Gericht den Verantwortlichen für das Desaster zu benennen. Auf mehr als 1000 Seiten haben die von der Flughafengesellschaft beauftragten Rechtsanwälte Versäumnisse der Planer aufgelistet. Es geht um schlampige Planung und mangelhafte Bauausführung. In der Klage sprechen die Betreiber Klartext: Nach den Unterlagen wurde in der Planungsphase des Airports viel Wert auf Architektur und zu wenig Wert auf Funktionalität gelegt, so der „Spiegel“.

Wegen des unzureichenden Brandschutzes war die für den 3. Juni geplante Eröffnung vor wenigen Wochen abgesagt worden. Dieser gehört zu dem Sicherheitstechnikkonzept, das „unnötig komplex“, unter „rein optischen Gesichtspunkten“ geplant worden sei und sich bei der Umsetzung „als kaum beherrschbar“ erwiesen habe, berichtet der „Spiegel“ aus der Klageschrift.

So sollen bereits für die erste Verschiebung der Eröffnung im Juni 2010 - anders als damals öffentlich dargestellt - erhebliche Planungsfehler verantwortlich gewesen sein. „Die Verschiebung des Fertigstellungstermins war in jedem Fall wegen der Planungsrückstände der Ausführungsplanung für die technischen Gebäudeanlagen erforderlich“, zitiert der „Spiegel“.

Die Dokumente lassen dem Bericht zufolge auch erkennen, dass bereits Ende des Jahres 2010 der Bau der Anlagen elf Monate im Verzug war - und der damals avisierte Eröffnungstermin Anfang Juni 2012 nicht zu schaffen war. Auch hierfür machen die Betreiber in der Klageschrift die Planer verantwortlich. Die Bauunternehmen hätten Fristen nicht einhalten können, weil Zeichnungen und Berechnungen fehlerhaft gewesen seien.

Die Flughafengesellschaft habe damals auch eine Kündigung des Vertrags mit der Planungsgemeinschaft erwogen, heißt es dem Bericht zufolge in der Klage. Die sei letztlich aber „im Rahmen eines schwierigen Abwägungsgrundprozesses“ verworfen worden. Die Mitglieder der Planungsgemeinschaft wollten sich nach Angaben des „Spiegels“ wegen der laufenden juristischen Auseinandersetzungen nicht äußern.

Nach zwei Verschiebungen soll der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) voraussichtlich am 17. März 2013 in Betrieb gehen. Ob dieser Termin gehalten werden kann, will der Flughafen-Aufsichtsrat bei seinem nächsten Treffen am 16. August beraten. Maßgeblich soll dies von der Funktionsfähigkeit des Brandschutzes abhängen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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Kommentare

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Stinger30.07.2012, 10:58Antwort
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Wenn Herr Wowereit seine Aufgabe darin sieht eine Party zu organisieren hast du recht.
Wenn er sich nicht über den Zeitplan der Fertigstellung und den Eröffnungstermin informiert hat (macht bei uns allerdings die Sekretärin) hast du recht.
"Als Aufsichtsratsvorsitzender muss er Verantwortung für das Debakel übernehmen". (Wie das geht zeigt uns die BayernLB.)

Ich kann mir aber nicht vorstellen dass der Mann so blöd ist eine Eröffnungsfeier anzusetzen obwohl er weis den Termin nicht halten zu können.
Ich weis aber aus eigener Erfahrung dass einem verantwortliche Planer und Ausführende alles (un)mögliche versprechen um dann nach Nichteinhaltung mit 1000 Ausreden zu kommen.

ThomasDieWespe30.07.2012, 10:17Antwort
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Wowereit sieht seine Aufgabe als Aufsichtsratsvorsitzender darin, die Rede auf der Eröffnungsfeier zu halten, und die Party zu organisieren. Mehr sieht er doch gar nicht. Natürlich wäre es jedoch seine Pflicht als Aufsichtsratsvorsitzender gewesen, sich umfassend zu informieren, wenigstens doch über den Eröffnungstermin und den Zeitplan, und ob dieser zu halten ist.Als Aufsichtsratsvorsitzender muss er Verwantwortung für das Debakel übernehmen.

Stinger30.07.2012, 09:01Antwort
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Warum Wowereit?
Wie Sie selber schreiben wird das in einem Verfahren geklärt werden müssen wer die Verantwortung trägt.
Auch bei Planänderungen muss der Planer rechtzeitig klarstellen ob und wie lange sich die Bauphase dadurch verzögert und wie sehr es sich verteuert.
Egal ob privat oder öffentlich: Der Bauherr vergibt einen Auftrag (für viel Geld) damit ordentlich geplant und gebaut wird.

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