Exportwirtschaft steurt wieder auf Rekordjahr zu

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL2FrdHVlbGxlcy93aXJ0c2NoYWZ0L2V4cG9ydHdpcnRzY2hhZnQtc3RldXJ0LXdpZWRlci1yZWtvcmRqYWhyLTIzODQ2MzAuaHRtbA==2384630Exportwirtschaft steuert auf Rekordjahr zu0true
    • 09.07.12
    • Wirtschaft
    • 3
    • Drucken

Exportwirtschaft steuert auf Rekordjahr zu

    • recommendbutton_count100
    • 0

Wiesbaden - Die deutsche Exportwirtschaft steuert erneut auf ein Rekordjahr zu. Zwar bestellen die Krisenländer im Euroraum weniger, aber das Geschäft mit Drittländern floriert.

© dpa

 Container werden am Container Terminal Tollerort der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) im Hafen Hamburg verladen (Archivbild).

Die deutsche Exportwirtschaft ist nach einem Dämpfer im Vormonat wieder auf Rekordkurs. Die deutschen Ausfuhren legten im Monatsvergleich dank der steigenden Nachfrage aus aller Welt überraschend deutlich um 3,9 Prozent zu. Das ist das stärkste monatliche Plus seit März 2011.

Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, verkaufte die deutsche Wirtschaft im Mai Waren im Wert von 92,5 Milliarden Euro ins Ausland. Damit wird deutlich: Die Schuldenkrise im Euroraum kann den Höhenflug der Exportwirtschaft nicht stoppen - allerdings reißt sie Löcher in die Bestellbücher deutscher Schlüsselbranchen wie der Elektroindustrie.

Wer ist im DAX?

“Auch wenn dieses Plus nach einem Minus von 1,7 Prozent kommt und teilweise auf einen statistischen Sondereffekt zurückzuführen ist, zeigen sich die deutschen Ausfuhren nach wie vor erstaunlich robust“, sagte Commerzbank-Analystin Ulrike Rondorf. Die Postbank wertete die Aprilwerte im Nachhinein als “Ausreißer nach unten“: “Insgesamt ist der deutsche Außenhandel auch im Frühjahr auf Expansionskurs geblieben.“ Das Bundeswirtschaftsministerium frohlockte: “Der Exporttrend gewinnt ... wieder an Schwung.“

Die Einfuhren kletterten im Mai sogar um 6,3 Prozent auf 77,2 Milliarden Euro und damit so kräftig wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Außenhandelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 15,3 Milliarden Euro nach 14,6 Milliarden Euro zwölf Monate zuvor.

Im Jahresvergleich stiegen die Ausfuhren im Mai um 0,5 Prozent, während die Einfuhren 0,2 Prozent nachgaben. Dabei hinterlässt die Krise in Europa zwar Bremsspuren: Die Exporte in den Euroraum sanken seit Mai 2011 um 2,3 Prozent, in die EU insgesamt gingen sie um 1,5 Prozent zurück. Doch gleichzeitig konnte die wettbewerbsfähige deutsche Exportwirtschaft in Drittländern um 3,4 Prozent zulegen.

Das Netzwerk von Carsten Maschmeyer

Im Mai überstieg der Ausfuhrwert in Drittstaaten mit 38,9 Milliarden Euro den Wert der Ausfuhren in die Euroländer um mehr als 3 Milliarden Euro. Auch wenn die sogenannten Boomländer zuletzt selbst etwas an Dynamik verloren: Von Januar bis April - neuere Länderdaten liegen den Statistikern noch nicht vor - legten die deutschen Exporte nach China um 6,8 Prozent, nach Indien um 5,4 Prozent, nach Brasilien um 14,9 Prozent und nach Russland sogar um 16,3 Prozent zu.

Diese vier Staaten kauften von Januar bis April deutsche Produkte im Wert von mehr als 41 Milliarden Euro. In die 16 Partnerländer im Euroraum wurden im selben Zeitraum Waren für 141 Milliarden Euro geliefert, Tendenz sinkend.

“Das Wachstum der deutschen Ausfuhren beruht weiterhin auf der Dynamik in den Schwellen- und Entwicklungsländern“, sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton F. Börner. Die Bedeutungsverlagerung der Absatzmärkte, die bereits vor der Eurokrise begonnen habe, setze sich fort: “Für die deutschen Exporteure nimmt Europa in der Tendenz langfristig an Bedeutung ab.“

Die EU bleibt aber vorerst wichtigster Empfänger deutscher Exportwaren: Die Mitgliedstaaten kauften Produkte im Wert von 53,6 Milliarden Euro.

So viel verdienen Merkel, Ackermann & Co. - Spitzengehälter in Politik und Wirtschaft

In den ersten fünf Monaten 2012 liegen die Ausfuhren um 4,2 Prozent über dem Niveau des selben Zeitraums im Rekordjahr 2011. “Das Wachstum im deutschen Außenhandel kühlt sich ab. Jedoch erwarten wir keinen Absturz, im Gegenteil: Die deutschen Exporteure können auch weiterhin auf ein positives Wachstum blicken“, sagte Börner. Insbesondere unter den äußerst schwierigen Bedingungen und den Marktunsicherheiten in der EU solle dies nicht unterschätzt werden.

Insgesamt sprechen die Zahlen dafür, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal gewachsen ist, betonte Rondorf. Durch die Krise im Euroraum habe der deutsche Aufschwung jedoch spürbar an Schwung verloren.

Die nachlassende Dynamik hinterlässt auch Bremsspuren in der deutschen Elektroindustrie. Im Mai gingen bei den Betrieben ein gutes Drittel weniger Aufträge ein als im Vorjahresmonat, wie der Branchenverband ZVEI am Montag in Frankfurt mitteilte. Allerdings hatten die Ordereingänge im Mai 2011 auch einen kräftigen Ausreißer nach oben verzeichnet. Das Loch in den Auftragsbüchern macht sich mit Verzögerung bei Produktion und Umsatz bemerkbar. Im Mai setzte die Branche acht Prozent weniger um als vor einem Jahr, die Produktion lag preisbereinigt sieben Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Von Harald Schmidt

zurück zur Übersicht: Wirtschaft

Kommentare

  • Neueste Kommentare
  • Beliebteste Kommentare
Wofei10.07.2012, 07:26Antwort
(2)(0)

keine Angst, die sind solventer als unsere auf Pump lebenden EU-Südländer. Da gibt´s Kohle für unsere Waren und keine wertlosen Schuldverschreibungen!

Tutzinger09.07.2012, 19:33
(4)(0)

"...die Krisenländer im Euroraum weniger, aber das Geschäft mit Drittländern floriert."

Dann ist der Euro ja überflüssig. LOL

Otto09.07.2012, 18:53
(2)(0)

Hoffentlich können die alle auch bezahlen, ansonsten retten wir doch gerne auch noch ein paar Banken mehr .......

Alle Kommentare anzeigen

Wetter für München und Bayern

Meist geklickte Artikel

  • Letzte Woche
  • Monat
  • Kommentiert
  • Themen

Über die Angst der Milliardäre

Reichtum beruhigt und verpflichtet zugleich. Doch auch reiche Menschen haben Sorgen, sogar mehr als der Öffentlichkeit bewusst ist. Ein Gespräch mit dem Vermögensforscher Professor Dr. Thomas Druyen über Vermögenskultur und die Angst der Milliardäre.Mehr...

Claus Weselsky, GDL, Sixt

Sixt ernennt GDL-Chef zum „Mitarbeiter des Monats“

München - Der Autovermieter Sixt hat die Wut vieler Pendler auf die streikende Lokführergewerkschaft GDL erneut für eine provokante Werbekampagne genutzt. Die Firma wirbt mit GDL-Chef Weselsky als ihrem "Mitarbeiter des Monats".Mehr...

Papiergeld abschaffen: Ja oder Nein?

München - Horten Sie ihr Geld noch unter der Matratze? Das könnte bald vorbei sein, ginge es nach dem amerikanischen Ökonom Kenneth Rogoff. Denn er fordert rigoros die Abschaffung von Papiergeld.Mehr...

Ort des Geschehens

50.0630804,8.2433437

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

Aktuelle Fotostrecken

Wildschwein verursacht schweren Unfall - Bilder

weitere Fotostrecken:

Strom & Energie

Energiesparliste der EU: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Energiesparliste der EU: Die wichtigsten Fragen

Brüssel - Fernseher, Geschirrspüler und Lampen - sie alle stehen auf der Energiesparliste der EU. Die Geräte dürfen nur bestimmte Mengen Strom verbrauchen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Thematik.Mehr...

Fallstricke beim Anbieter-Wechsel

Fallstricke beim Anbieter-Wechsel

München - Die Öko-Umlage steigt und damit wieder einmal die Stromrechnung. Das wird viele Verbraucher zum Tarifwechsel animieren. Sie sollten aber auf Fallstricke achten.Mehr...

Runter mit den Heizkosten im Winter: Mit diesen Tipps sparen Sie Geld und Energie

Mit diesen Tipps sparen Sie Geld und Energie

Stuttgart - Pünktlich zum Beginn der Winterzeit drehen viele Haushalte wieder die Heizung auf - und merken das gleich am Geldbeutel. Mit diesen Tipps lassen sich Energie und Geld sparen:Mehr...

Der große Finanz-Rechner

"Die Rente ist sicher" - dieser Spruch hat schon lange seine Richtigkeit verloren. Bei finanziellen Angelegenheiten ist Eigeninitiative gefordert. Bei Versicherungen und Geldanlage gibt es jedoch erheblich Unterschiede. Mit unseren Finanzrechnern für Versicherung und Geldanlage erfahren Sie, wie und wo Sie Geld sparen können und trotzdem gut abgesichert sind.

Politik

Länder billigen Elterngeld Plus und Asylbewerberleistungsgesetz

Kosten für Flüchtlinge: Eine Milliarde vom Bund

Berlin - Es war mal wieder ein Geben und Nehmen: Die Länder bekommen vom Bund mehr Geld für Flüchtlinge - dafür stimmen sie beim Asylrecht zu.Mehr...

Grönland sucht mit Parlamentswahl Weg aus der Krise

Grönland sucht Weg aus der Krise

Nuuk - Mitten in einer schweren wirtschaftlichen Krise ist am Freitag in Grönland ein neues Parlament gewählt worden. Rund 40.000 Grönländer waren aufgerufen, über die Zukunft ihres Landes abzustimmen.Mehr...

Job & Karriere

Jobsuche nach dem Studium: "150 Bewerbungen in 7 Monaten"

Jobsuche nach dem Studium: "150 Bewerbungen in 7 Monaten"

Hannover/Kiel (dpa) - Der Abschluss ist geschafft, das Studium vorbei und das Berufsleben wartet. Nur leider wartet es nicht auf jeden. Das musste auch die Geisteswissenschaftlerin Beke Sinjen erfahren. Studien zeigen: Der Berufseinstieg funktioniert nicht immer nach Plan.Mehr...

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.