IG Metall Bayern fordert sattes Lohnplus

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    • 30.01.13
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Tarifverhandlungen

IG Metall Bayern fordert sattes Lohnplus

München – Die IG Metall Bayern rüstet sich für die Tarifrunde. Nach dem kräftigen Abschluss von 4,3 Prozent für 2012 setzt die Gewerkschaft auch 2013 auf höhere Löhne. Eine konkrete Forderung gibt es aber noch nicht.

Während Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler die Journalisten auf die neue Tarifrunde einstimmt, wird nebenan bereits an der richtigen Strategie für die kommenden Verhandlungen gefeilt. Auch wenn die Gespräche erst Mitte März beginnen – das Signal ist eindeutig: Die IG Metall ist auf die Tarifrunde gut vorbereitet. „Und wir sind kampfbereit“, bekräftigt Wechsler.

Satte 4,3 Prozent hat die Gewerkschaft 2012 für die rund 770 000 Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie erkämpft. Dazu kommen Verbesserungen bei der Leiharbeit und die unbefristete Übernahme von Auszubildenden. Ja, er sei zufrieden mit dem Abschluss, räumt Wechsler ein. 2013 dürfte das Ergebnis allerdings etwas geringer ausfallen.

Wechsler will aber nicht in das Klagelied der Arbeitgeber einstimmen, die vor einem Einbruch der Wirtschaft in Deutschland warnen. „Ich kann nicht feststellen, dass wir vor einer Krise stehen“, so Wechsler. Er beruft sich auf eine Umfrage unter 340 Betriebsräten in Bayern. Danach bewerten rund 80 Prozent die Auftragslage in der Metall- und Elektroindustrie als positiv. Nur zwanzig Prozent beurteilen die Lage als schlecht oder sehr schlecht. Dazu gehört etwa das Unternehmen MAN, das wegen der schwachen Lkw-Nachfrage seine Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt hat. Kurzarbeit ist in Bayern allerdings die Ausnahme. Nur in 5,5 Prozent der befragten Betriebe ruht derzeit die Arbeit. „Die Einschätzung der Lage fällt positiver aus als erwartet“, sagt Wechsler.

Mit der Umfrage wollte die IG Metall auch feststellen, ob die Verbesserungen für Leiharbeiter und Auszubildende umgesetzt werden. Das Ergebnis: Die Hälfte der Betriebe hat den ausgehandelten Branchenzuschlag für Leiharbeiter problemlos akzeptiert. Jeder siebte Arbeitgeber versucht allerdings, sich um den Zuschlag zu drücken. Bei jedem dritten Betrieb lag noch keine Information vor. „Die schwarzen Schafe werden wir an den Pranger stellen“, kündigt Wechsler an.

Verbesserungen gibt es laut Umfrage auch bei den Auszubildenden. Zwei Drittel wurden nach der Lehre unbefristet übernommen. „Die Behauptung der Arbeitgeber, durch die Übernahmeverpflichtung gibt es weniger Lehrstellen, hat sich nicht bewahrheitet“, so Wechsler. Jeder vierte Betrieb will die Zahl der Lehrstellen erhöhen.

Und mit welchen Zielen geht die IG Metall 2013 in die Tarifrunde? Die konkrete Lohnforderung beschließt die Tarifkommission Mitte März. Die bundesweit erste Verhandlungsrunde beginnt am 19. März in München. Auch wenn sich Wechsler keine Zahl entlocken lässt, macht er deutlich, in welcher Größen-ordung sich die Forderung bewegen wird. „Wir haben einen Produktivitätszuwachs von etwa 1,5 Prozent.“ Dazu komme die Inflation von rund zwei Prozent und die Unternehmensgewinne.

Auch in den Wahlkampf will sich die IG Metall einmischen. Eine Empfehlung für eine Partei werde es nicht geben, stellt Wechsler klar. „Aber wir brauchen einen neuen Wirtschaftsminister.“ Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) gestalte zu wenig und überlasse alles dem Markt, klagt Wechsler. Mit dieser Haltung wäre Bayern heute noch ein Agrarland. Versäumnisse sieht der IG-Metall-Chef vor allem beim Zukunftsthema Elektromobilität. „Der letzte wahre Wirtschaftsminister war Otto Wiesheu.“

Steffen Habit

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