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Familienkutsche gesucht: Familie Kokoschka auf den Münchner Autotagen.

Vom Oldtimer bis zum Cabrio

Autotage: Eine Messe voller Träume

München - Endspurt! Noch bis Sonntag präsentieren mehr als 50 Händler auf den Münchner Autotagen in der Messe München ihre Modelle. Die Anbieter werben mit satten Rabatten um Käufer.

Von der oft beschworenen Krise in der Autobranche ist in Halle C4 der Messe München wenig zu spüren. Hunderte Besucher wuseln umher, blicken unter Motorhauben und sitzen Probe in einem der gut 180 Modelle, die auf den Münchner Autotagen präsentiert werden. Alle paar Minuten ertönt ein Gong und eine freundliche Stimme verkündet, dass ein weiteres Auto seinen Besitzer gewechselt hat. Eine Flasche Champagner gibt es noch obendrauf.

Familienkutsche oder Traumauto?

Die Kokoschkas brauchen ein größeres Auto. Die kleine Valentina, 17 Monate alt, bekommt nämlich demnächst ein Geschwisterchen. „Das ist hier optimal zum Probesitzen“, findet Vater Damian Kokoschka. „Man hat alle Modelle im Vergleich.“ Bevor der Serviceleiter einer Ayinger Gaststätte in die Arbeit muss, schaut er noch für ein paar Stunden mit Frau Katharina und Tochter Valentina bei den Auto-Tagen vorbei. 30 000 Euro darf der Wagen kosten, sagt Kokoschka. Kaufen wird er auf der Messe aber trotz der Rabatte nichts: „Das ist mir immer noch zu teuer. Hier informiere ich mich und kaufe mir dann einen Jahreswagen.“ Ohne die Expertise seiner Frau, berichtet Kokoschka, gehe beim Autokauf nichts: „Die kennt sich da viel besser aus als ich.“

Pickup für den Motorrad-Transport

Pickup für das Motorrad gesucht. 

Bisher hat Markus Schaupp sein Motorrad mit einem Anhänger in den Urlaub transportiert. Jetzt hätte der 40-jährige Dachauer dafür gerne eine Ladefläche: Ein Pickup soll es sein. Bei 40 000 Euro liege seine Schmerzgrenze, verrät Schaupp. „Ich bin heute schon zwei Modelle Test gefahren“, berichtet der Fertigungsplaner. „Die kosten ungefähr das Gleiche, also ist der direkte Vergleich hilfreich.“ Kaufen will er aber nicht sofort. So eine Investition will schließlich sehr gut überlegt sein.

Cabrios zum schwach werden

Traumauto: Das Corvette Cabrio von 1958 hat es Karina Sonner und ihrem Mann angetan.

Mit leuchtenden Augen steht Karina Sonner vor dem Corvette Cabrio aus dem Jahr 1958. Kostenpunkt: 83 000 Euro. „Wenn man die ersten beiden Ziffern vertauscht, würde ich vielleicht schwach werden“, sagt Sonner mit einem Augenzwinkern. Eigentlich hat sie aber ein funktionierendes Auto. Mit ihrem Mann Hans, ebenfalls Autofan, ist sie aus Bad Tölz angereist. Nur zum Schauen.

Auf über 10.000 Quadratmetern zeigen seit Mittwoch 28 Hersteller ihre Modelle auf den Münchner Autotagen, die vom Münchner Merkur mitveranstaltet werden. Mehr als 120.000 Besucher kamen vergangenes Jahr auf die Auto-Tage und die parallel stattfindende Freizeitmesse F.re.e. Nicht jeder von ihnen will ein Auto kaufen – viele bummeln auch einfach durch die Gänge und setzen sich hinter das Steuer ihres Traumautos. Mancher vergleicht auch Modelle für einen späteren Kauf beim Händler. 2700 Besucher nutzten vergangenes Jahr die Gelegenheit zu einer Probefahrt. Wer sich dann gleich zum Kauf entscheidet, profitiert von satten Messe-Rabatten: 40 Prozent auf den Listenpreis versprechen manche Händler.

Oldtimer aus den 50er Jahren begeistern

Reger Betrieb herrscht auch am Stand von AIL. Das Münchner Unternehmen bietet eine Leasing-Finanzierung für Oldtimer an und hat einige Schmuckstücke in der Messehalle ausgestellt: Um die Corvette aus dem Jahr 1958 und die Jaguar-Modelle aus den 1960er-Jahren scharen sich die Besucher. „Diese Klassiker begeistern sogar Leute, die mit Autos nichts am Hut haben“, sagt Geschäftsführer Peter Schiessl.

Die Autotage und die F.re.e sind bis Sonntag täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Tagesticket kostet am 7,50 Euro, Kinder unter 6 Jahren sind kostenlos dabei. Kinder zwischen 6 und 14 Jahren zahlen 3,50 Euro. Bei Onlinebuchung (www.f.re.e-muenchen.de) kostet das Ticket nur fünf Euro.

Angelo Ryche

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