Berlin - Ginge es nach den unter 18-Jährigen, würde der nächste Bundestag bunt. Rund 100.000 Jugendliche gaben beim „U18-Wahlprojekt“ symbolisch ihre Stimme ab.

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Die Jugendwahl “U18“ ist die größte politische Bildungsinitiative für Kinder und Jugendliche in Deutschland.
Bei dem zweiten bundesweiten Wahlprojekt “U18“ simulierten mehr als 100 000 Jugendliche am Freitag in ganz Deutschland die Bundestagswahl in einer Woche - und wählten neben SPD, Union, FDP, Grünen und Linken auch die Piratenpartei in das Parlament. Nach Auszählung von fast zwei Dritteln der 1125 Wahllokale zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Grünen ab, die beide bei 20 Prozent lagen, die Union kam auf 18,8 Prozent, die FDP lag bei 7,3, die Linke bei 11 und die Piraten bei 8,8 Prozent.
Die Jugendwahl “U18“ ist die größte politische Bildungsinitiative für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Bei der ersten Simulation der Bundestagswahl 2005 hatte die SPD mit 38,8 Prozent klar vor der Union mit 16,7 Prozent der Stimmen gewonnen. Die Wahllokale in Schulen, Bibliotheken und Jugendeinrichtungen waren wie bei der richtigen Wahl am Freitag bis 18 Uhr geöffnet.
“Ziel ist es, über die Bedeutung von Wahlen zu informieren, Hintergründe von Politik zu erklären, aber auch eine Diskussionsplattform für eine Senkung des Wahlalters zu schaffen“, sagte der Initiator des “U18“-Projekts, Markus Lehmann, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es gehe auch darum, die Quote der Erstwähler durch eine solche Aktion zu steigern.
Bei der Bundestagswahl am 27. September sind 3,5 Millionen Deutsche erstmals zur Bundestagswahl aufgerufen - so viele wie noch nie zuvor. In der Gruppe der Jung- und Erstwähler lag die Wahlbeteiligung 2005 mit knapp 70 Prozent deutlich unter dem historisch schlechten Bundesdurchschnitt von 77,7 Prozent.
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