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    • 25.02.13
    • Kino
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Musical auf der Kino-Leinwand

"Les Misérables": Oscar-Rolle für Anne Hathaway

Ein tränenreiche Überraschung hat Regisseur Tom Hooper mit seiner Musicalverfilmung "Les Misérables" auf die Kinoleinwand gebracht. Anne Hathaway wurde für ihre Rolle sogar mit einem Oscar geehrt.

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Da behaupte noch einer, bei teuren Kinoproduktionen werde jedes Risiko gescheut, um den Kassenerfolg nicht zu gefährden. Für Tom Hoopers „Les Misérables“ trifft das jedenfalls nicht zu. Der britische Regisseur, dessen „The King’s Speech“ vor zwei Jahren vier Oscars gewann, hat bei seinem Musicalfilm alle Darsteller selbst singen lassen. Normalerweise bewegen die Schauspieler bei einer solchen Produktion lediglich die Lippen, während die von Profis interpretierten Lieder vom Tonband eingespielt werden. Bei Hooper dagegen singen Anne Hathaway, Amanda Seyfried, Hugh Jackman, Russell Crowe und all die anderen tatsächlich selbst.

Ein Wagnis – für Regisseur und Schauspieler. Ein Wagnis, bei dem sich die Frauen noch recht ordentlich schlagen. Crowes Stimme droht allerdings manches Mal wegzubrechen, bei höheren Tonlagen ist der gute Mann völlig überfordert. Man darf das furchtbar finden – oder den Charme des Unperfekten darin entdecken. Mit acht Nominierungen geht Hoopers Film am Sonntag in Hollywood ins Oscar-Rennen – und zählt damit zu den Favoriten. Verständlich. Denn „Les Misérables“ ist eine zwar überzeichnete, doch stimmige Interpretation des Musicals von Claude-Michel Schönberg (Musik) und Alain Boublil (Libretto) nach Victor Hugos Roman aus dem Jahr 1862.

Die Handlung

Natürlich schwelgen der Regisseur, seine Ausstatter und sein Kameramann im Kitsch. Doch wer sagt, dass das schlecht sein muss? „Les Misérables“ appelliert an die ganz großen Gefühle – der Film erzählt ja zweieinhalb Stunden von nichts Geringerem als der Wucht des Schicksals: Im nachrevolutionären Frankreich des 19. Jahrhunderts wird Jean Valjean (Jackman) zu 19 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, weil er ein Stück Brot gestohlen hat. Nach dieser Zeit nimmt er einen falschen Namen an, wird angesehener Bürger und Wohltäter. Er kümmert sich um die entlassene Arbeiterin Fantine, die sich prostituieren muss, um ihr Kind zu ernähren. Nach Fantines Tod zieht Valjean ihre Tochter Cosette (Seyfried) auf – stets auf der Flucht vor dem Justizbeamten Javert (Crowe), der inzwischen Valjeans wahre Identität kennt. Als sich Cosette in den hitzig-revolutionären Studenten Marius (Eddie Redmayne) verliebt, spiegelt sich das private Schicksal der Figuren in den Pariser Barrikadenkämpfen.

Trotz seiner Länge hat „Les Misérables“ nur wenig Leerlauf. Singen die Protagonisten, hält Danny Cohen seine Kamera oft angenehm ruhig, sodass der Film geradezu altmodisch langsam erzählt wirkt. Doch Hooper versteht natürlich auch, Spannung aufzubauen – und nutzt dabei geschickt die Vorteile seines Mediums: In der Nacht vor dem Zusammenstoß zwischen Studenten und Polizisten springt die Kamera immer rascher zwischen diesen Gruppen und Valjean, der seine Flucht plant, hin und her, beobachtet, wie sie sich rüsten, singend ermutigen. In solchen Szenen gelingt Hooper eine packende Dramaturgie, die jeder Bühneninszenierung überlegen ist.

Das sind die Oscar-Gewinner

„Les Misérables“ bietet auch Komisches. Helena Bonham Carter und Sacha Baron Cohen dürfen ihre Wirtsleute bis zu schrillen Karikaturen überzeichnen. Jenseits des Gesangs beeindruckt Russell Crowe als Javert, der so sehr auf die Durchsetzung des Rechts versessen ist, dass er nicht bemerkt, als er Valjean nur noch aus persönlichen Rachegelüsten jagt. Jackman zeigt uns diesen Ex-Sträfling zunächst als Wüterich, nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Nachdem er jedoch zu Gott gefunden hat und ein geläutertes Leben führt, wird die Figur schlicht und erwartbar. Von Valjeans zerrissenem Charakter, den Jackman zu Beginn so eindrucksvoll vorführt, ist am Ende kaum noch etwas zu spüren. Schade.

Anne Hathaway als unschuldig ins Unglück geratene Fantine und die jeden Film adelnde Amanda Seyfried („Mamma Mia!“) als Cosette dürfen jede Gefühlsregung ihrer Figuren ganz, ganz groß zeigen. Das ist zwar kitschig. Aber herzergreifend.

Nachtrag: Anne Hathaway wurde für ihre Rolle als Fantine mit einem Oscar als beste Nebendarstellerin geehrt.

Von Michael Schleicher

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