Weil er damit das sichere Meistern von Extrem-Situationen und auch die Kunst, einmal selber „Nein“ sagen zu können verinnerlicht. Dieser Überzeugung ist jedenfalls Klaus Gunschmann, der selbst mal die „Wacht am Rein“ des P1 war und darüber letztes Jahr ein Buch veröffentlichte.
„Genauso wie in Entscheidungssituationen im Berufsleben und in der Unternehmensführung spielt an der Tür die mentale Kraft eine größere Rolle als die physische Stärke“ erklärt der Gastronom, der nach seinem Ausscheiden aus der Crew der Nobel-Disse zusammen mit Alexander Lutz 2009 den Lehel - Bar-Food-Club am Altstadtring eröffnete. „Menschenkenntnis, Verhandlungsgeschick, die Kunst, sich interessant zu machen – all das sind Faktoren, um Einzigartigkeiten zu schaffen und Begehrlichkeit zu wecken.“
Über 16.000 Mal wurden seine Türsteher-Anekdötchen unter dem Titel „Du kommst hier nicht rein“ um die Schönen, Reichen und Prominenten verkauft, mit reichlich Name-Dropping von Leonardo di Caprio bis Mick Jagger, von U2 bis Prince. „Auf Basis des Bucherfolgs wurde ich des öfteren gefragt, als Speaker vor ausgesuchtem Publikum aufzutreten und über die Türphilosophie des legendären P1 zu rezitieren“ berichtet Gunschmann.
Daraus habe sich ein einstündiger Vortrag entwickelt. „Die Idee dabei war es, die verschiedenen Regeln und Attitudes aus der Welt des P1-Türstehers so realistisch und erlebbar wie nur möglich darzustellen.“ Bislang hat der diplomierte Kommunikationswissenschaftler damit unter anderem den Circle der YPO (Young Presidents Organisation) in Berlin, Münchner Werber, aber auch Vertriebsmitarbeiter von Willy Bogner geläutert, die Nachfrage sei enorm.
Demnächst könnte Gunschmann seinen Erfahrungsschatz am Disco-Einlass erweitern, der Unternehmer plant für 2013 die Eröffnung eines eigenen Clubs. Wer sich und seinen lieben das „Bouncer Principle“ angedeihen lassen möchte braucht ein Headset-Mikrophon, Stehpult, Barhocker einen Video-Beamer und 2.500 Euro.
Etwas günstiger: das Buch zur Show gibt’s bereits für 12,99 Euro.














