Kanada ist für euch jetzt ein Dreivierteljahr her. Erst mal rückblickend ein Spontan-Kommentar.
Thomas: Also ich hatte Angst. Nicht vor der sportlichen Herausforderung, sondern davor, dass das Heliskiing witterungsbedingt nicht stattfinden kann. Das war bis zum letzten Tag eine Zitterpartie, weil es soviel geschneit hat. Wir hätten zwar unser Geld zurückbekommen, wenn es nicht zustandegekommen wäre. Aber fürs Heliskiing waren wir eigentlich nach Kanada geflogen. Es wäre eine riesen Enttäuschung gewesen, wenn das nicht geklappt hätte. Normal Skifahren kann man in den Dolomiten auch ganz schön, und das ist näher und preiswerter.
Wie ist euer Skifahrer-Profil, wie würdet ihr euch vom Können her selbst einordnen?
Thomas (grinst): Wir sind Experten. Das haben wir auch im Anforderungsprofil bei der Reiseanmeldung für Kanada so angegeben.
Wann habt ihr Skifahren gelernt und wie oft fahrt ihr?
Thomas: Ich hab mit vier das erste Mal auf Skiern gestanden, auf einem Bergerl bei Gräfelfing. Seitdem fahre ich jeden Winter Ski. Mit 40 wollte ich nochmal was Neues ausprobieren und bin aufs Snowboard umgestiegen. Das war für Kanada kein Hindernis, eher im Gegenteil. Das Snowboard ist ideal für den leichten Schnee.
Till: Als ich am Feiglberg bei Wolfratshausen meine ersten Bögerl gefahren bin, war ich fünf. Skifahren ist seitdem meine große Leidenschaft. Ich fahre jeden Winter, so oft wie möglich.
Seid ihr schon mal an euere Grenzen gestoßen?
Thomas: Ja, das war in Kanada. Die Rinne hieß Spanky’s Ladder und war, daher der Name, so steil, dass man fast eine Leiter braucht, um hochzukommen. Als ich da oben stand, haben mir die Knie gezittert.
Till (zu Thomas): Die Langkofelscharte bei Wolkenstein im Grödnertal, das war auch so eine Grenzerfahrung. Wir waren jung und leichtsinnig, so was würden wir heute nicht mehr machen, das war Schwingen zwischen Felsen. Wenn’s uns da geschmissen hätte...! Einen Helm hat man damals ja auch nicht getragen. Inzwischen ist die Scharte auch gesperrt und der Lift ist stillgelegt.
Was sind eure Lieblings-Skigebiete?
Till & Thomas gleichzeitig: Die Dolomiten, das Skigebiet von Alta Badia, vom Wohnen, vom Essen, wegen der relaxten italienischen Atmosphäre, den urigen Hütten und der Weitläufigkeit des Skigebiets.
Welche Erwartungen hattet ihr an Kanada? Wurden sie erfüllt?
Wie gut sollte man sein, um sich das Skifahren in Kanada und vor allem das Heliskiing zuzutrauen?
Till: Man braucht fahrerisches Können und muss mit Tiefschnee klarkommen. Wer das hier in den Alpen kann, für den ist das in Kanada ein Klacks, zumal der Puderschnee leichter ist als bei uns und die Skier ganz anders sind. Das sind superbreite Langlöffel, Karnickelschlappen haben wir sie genannt. Da gleitest du praktisch über den Tiefschnee – wenn du weiß,t wie du dein Gewicht verlagern musst.
Thomas: Ich bin mal eingetaucht und hab eine halbe Stunde gebraucht bis ich mich wieder rausgebaggert hatte. Du hast ja um dich rum nur Watte, nichts zum abstützen.
Wie sollte man sich zu Hause auf das Kanada-Skiabenteuer vorbereiten?
Till: Mit einer guten Skigymnastik, die man rechtzeitig beginnt.
Was braucht man an Ausrüstung?
Wie läuft die Vorbereitung auf das Heliskiing vor Ort ab?
Till: Es wird sehr viel Wert auf Sicherheit gelegt.
Thomas: Ja, während des Trainings kommen einem schon auch solche Gedanken wie: Wo fliegen wir denn da hin, das muss ja extrem sein.
Abschließende Bilanz: War es das wert? Oder zur Anfangsfrage zurück: Heliskiing, bringt’s das?
Thomas: Einmal im Leben sollte man das auf alle Fälle gemacht haben. Schon, damit man weiß, wie sich das anfühlt.
Till: Das sagst du. Ich sage: Wenn dich einmal die Sucht packt, musst du es wieder tun.
Thomas: Heliskiing ja. Aber allein fürs Skifahren muss ich nicht mehr nach Kanada. Das kann man auch in Südtirol. Bei mehr Hüttenromantik. Die gigantischen kanadischen Autobahnrestaurants am Berg mit ihrer Italo-Theke, der Asia-Theke und der Burger-Theke sind schon sehr gewöhnungsbedürftig.
Und was sagt, um das Thema auch noch anzuschneiden, der Umweltschützer in euch zum Heliskiing?
DIE REISE-INFOS ZU WHISTLER
REISEZIEL Whistler ist ein bekanntes Skigebiet im Westen von Kanada, etwa 115 Kilometer nordöstlich von Vancouver/British Columbia. Die Region ist nach den beiden Bergen Whistler Mountain und Blackcomb Mountain benannt. 1966 wurden hier die ersten Lifte gebaut.
ANREISE Linienflüge ab/bis München über London mit British Airways nach Vancouver.
LESERREISE Die nächste Leserreise von Münchner Merkur/tz zusammen mit Hagen Alpin Tours nach Whistler findet vom 11. bis 19. März 2013 (7 Übernachtungen) bzw. bis 22. März 2013 (10 Übernachtungen) statt.


© TillZwei Münchner im kanadischen Skihimmel: Till li.) und Thomas ( re.) beim Heliskiing in Whistler.
© Till, Hagen
© Till, Hagen, tmn dpa
© Till, Hagen
© TillDer Schnee ist federleicht, die Skier sind schluppenbreit und die Hänge unberührt.
© Till, Hagen
© Till, Hagen, tmn dpa



















