Tagebuch unserer Leserreise mit Henning Wiesner nach Tansania

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    • 29.11.12
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Auf Safari in Tansania

Die große Show der Tiere

Was unsere Leser auf einer Safari mit Münchens ehemaligem Zoodirektor Henning Wiesner in Tansania erlebten, übertraf alle Erwartungen. Im Mai 2013 wollen wir den großartigen Trip zu den Tieren wiederholen. Ein Rückblick, ein Ausblick:

Was unsere Leser auf einer Safari mit Münchens ehemaligem Zoodirektor Henning Wiesner in Tansania erlebten, übertraf alle Erwartungen.

SAMSTAG Ankunft in der Mitte Afrikas

Es ist schon dunkel, als wir auf dem Flugplatz von Arusha landen, der so heißt wie Afrikas höchster Berg: Kilimandscharo. Eine Stunde dauert der Transfer in die Stadt. Holzfeuer und Hupen, Stimmen, Musik und samtige Luft: Wir können Afrika durchs offene Autofenster riechen, spüren und hören. Sehen können wir nichts, die Nacht ist tiefschwarz wie Ebenholz.

© fknLeser auf einer Safari mit Münchens ehemaligem Zoodirektor Henning Wiesner in Tansania

Einchecken im Arusha Hotel am Clocktower, dem Uhrturm, der die Mitte Afrikas markiert. An das nördliche und das südliche Ende des Kontinents, nach Kairo und Kapstadt, ist es von hier aus gleich weit: 3800 Kilometer. Unser Quartier für die Nacht, 1894 zur ostafrikanischen Kolonialzeit erbaut, erzählt die Geschichte der Pioniere. Viel Prominenz hat hier seitdem logiert. Schauspielerin Jessica Biel schrieb ins Gästebuch: „I love Africa“.

Wo traf man Hemingway an solchen Orten? Richtig, abends immer an der Bar, wo man sich die besten Geschichten erzählt. Wir ordern unser erstes tansanisches Bier, das so heißt wie Afrikas höchster Berg: Kilimandscharo Der schneebedeckte Gipfel leuchtet vom Etikett.

SONNTAG Der wahre Reichtum in der Wildnis

Erste Tansania-Lektion: Afrika kann sehr kalt sein. Blick aus dem Fenster morgens um sieben: Der Gärtner in der Hotelanlage trägt eine Wollmütze. Kurze Safarihose? Vergiss es! Den Sonnenschutz können wir uns vorerst auch sparen, es regnet. Das kann ja heiter werden.

Zweite Tansania-Lektion: Geld ist nicht der wahre Reichtum des Landes. Die Inflation galoppiert so schnell wie ein Warzenschwein in der Serengeti. Umtausch in der Wechselstube: So schnell wird man in Afrika zum Millionär.

© fkn

Alles fertig, es kann losgehen. Wir verteilen uns auf vier Geländewagen, Fensterplätze sind garantiert und für das ganz große Kino in der Wildnis kann das Dach aufgeklappt werden. Die Fahrer von Leopard Tours sprechen Deutsch. Damit wir die Tiere verstehen, haben wir ohnehin den besten Übersetzer dabei, den man sich für diese Aufgabe vorstellen kann: Professor Henning Wiesner, den langjährigen Direktor des Münchner Tierparks und Begründer der Akademie für Zoo- und Wildtierschutz.

Langsam verdrängt die Wildnis die Zivilisation auf der Ausfallstraße von Arusha zum Lake Manyara, dem ersten Nationalpark, den wir besuchen werden. Am Straßenrand verschwinden Häuser, Läden und Tankstellen, wir sichten die ersten Giraffen und Zebras im weiten Grasland. Dicke Baobabs, die markantesten unter Afrikas Bäumen, recken ihre Arme in den Himmel.

© fknDie Reise war ein Geschenk: Die Münchnerin Helga W. mit Enkel Tobias (16).

Erster Fotostopp: Hunderte von Riesenreihern haben am Mto wa Mbu (heißt übersetzt: der Fluss, der immer Wasser führt) eine Schirmakazie mit Beschlag belegt. Die Äste biegen sich unter dem Gewicht der kreischenden Vögel. Sind das Störche? Henning Wiesner unterscheidet für uns: „Der da ist ein afrikanischer Nimmersatt, der mit dem vollen Kehlsack ein Marabu. Seht Ihr, er hat ihn aufgefüllt, um seine Jungen zu tränken.“ Till (16) pirscht sich, die Kamera im Anschlag, ganz nah ran an den Vogelbaum – und entgeht im wahrsten Sinne des Wortes haarscharf einem spiegeleigroßen „Anschiss“.

Ein paar Serpentinen noch, von oben ein erster Blicke auf den Lake Manyara, ein letztes Stück lehm-rote Schüttelpiste und wir erreichen unser Quartier für die Nacht. Die Kirurumu Manyara Lodge ist ein Traum aus „Jenseits von Afrika“. In solchen schilfgrünen Wohnzelten haben wohl einst die Safaripioniere logiert. Unser Vorteil heute: Dass wir unsere Zelte nicht aufbauen müssen. Sie stehen fest montiert auf einer Holzterrasse mit gemauertem Duschbad rückwärtig, schön verteilt unter Bäumen im weiten Gelände. Durch mückensichere Netze kann man vom Bett aus in den Nachthimmel schauen, hört die Affen übers Dach trappeln, spürt, wie sich Tiere an der Zeltwand reiben. Afrika hautnah mit eingebautem Sicherheitsfaktor.

© fknHaben „D’ Roas nach Tansania“ als bayerisches Gedicht geschrieben: Architekt Paul T. aus Tegernsee und seine Frau Irmi.

Vor Sonnenuntergang machen wir uns auf zur Tierbeobachtung am Lake Manyara. Der See ist das Reich der Vögel. Eine Kolonie von Flamingos breitet sich wie ein rosafarbener Teppich auf dem Wasser aus. Henning Wiesner lenkt unsere Augen: „Da, ein Stelzenläufer. Das ist ein Regenpfeifer. Und seht Ihr die Pelikane da drüben!“

Auf dem Rückweg zum Camp begegnet uns der erste Elefant im weiß blühenden Stechapfelfeld. Sein Interesse an uns ist weitaus geringer als umgekehrt. Gelangweilt fingert er mit seinem Rüssel im Gebüsch und würdigt die komischen Menschen mit den klickenden Apparaten keines Blickes. Blöde Touristen, die einen beim Abendessen stören ...

MONTAG Eine Kobra ist in Gefahr

Eine Safari ist nichts für Langschläfer. Unser Professor kennt den Stundenplan der Tiere. „Frühstück um sechs, um halb sieben sind wir auf der Piste“, gibt er die strenge Order aus. Um nicht zu verschlafen, stellt Stefan, der Hotelier aus München, den Wecker. Sohn Patrick (8) erzählt beim Frühstück begeistert, wie sich die Vögel bei Sonnenaufgang mit dem Piepser unterhalten haben.

Die Piste hinauf zum Ngorongoro Krater hat weniger Schlaglöcher als manche Kreisstraße in unserer bayerischen Heimat. Fahrer Loti schimpft auf die Steuern, die sie für den asphaltierten Luxus zahlen müssen. „20 Prozent vom Lohn, pah!“ Wie ähnlich Europa und Afrika sich doch manchmal sein können ...

Wir verstehen uns: Erzieherin Hildegard Wandinger aus Buchbach mit einem kleinen Massai-Mädchen.

Karatu, die letzte Stadt vor den großen Reservaten, ist die Heimat der Iraqui. Der Stamm musste den Wildtieren weichen und wurde umgesiedelt, als der Kraterkessel 1959 zum Schutzgebiet erklärt wurde. Nur das Hirtenvolk der Massai darf in der Tiefebene heute noch seine Rinderherden weiden. Sie seien die einzigen Menschen, die sich mit den Löwen verstehen, erklärt uns Loti und er weiß, wovon er spricht, denn er stammt selbst aus einer Massai-Familie. „Wenn Ihr hier mal zu Fuß unterwegs seid, nehmt einen von uns mit – ist sicherer so“, rät er.

Es ist Mittag, als wir den Krater umrundet haben und in Richtung Serengeti fahren. Für die Zebras ist jetzt Kuschelzeit. Neben der Piste stehen sie im Grasland, die Köpfe gegenseitig auf den Rücken gestützt. Ob sich Paul Anka von denen zu seinem Song „Put your head on my shoulder“ inspirieren ließ, überlegt Evelyn, die Arzthelferin aus Rottach-Egern. Henning erklärt ihr, was es mit den kuschelnden Zebras auf sich hat: „Groomen nennt man dieses Verhalten, das ist sowas wie Sozialkontakte pflegen.“ Die Mittagszeit sei dafür ideal: „Das Tier will sich in der Hitze so wenig wie möglich bewegen. Und es kann jetzt auch ganz entspannt sein, weil die Löwen nur morgens und abends jagen.“

© fkn

Die kuschelnden Zebras beschäftigen uns noch am Serengeti-Gate, als wir Halt machen, um die Eintrittsformalitäten für den Nationalpark zu erledigen. Es wird rege diskutiert, ob die Tiere unter den weißen und schwarzen Streifen vielleicht unterschiedliche Körpertemperatur haben. Henning erzählt, wie er das einmal mit einer Gruppe von blinden Schülern im Münchner Zoo getestet habe. Das Ergebnis sei nicht eindeutig gewesen. Aber auf alle Fälle könnten sich die Zebras an ihrem Muster selbst identifizieren. Wir schauen ihnen ab sofort genauer auf die drallen Flanken und erkennen, dass keines der Tiere dieselbe Zeichung hat.

Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel, das sind die klassischen Big Five, die jeder Tourist einmal auf Safari gesehen haben will. Je nach Schutzgebiet besteht eine mehr oder minder große Erfolgsgarantie, in der tierreichen Savanne der Serengeti ist sie besonders groß. Aber was wir an diesem Nachmittag auf dem Weg zur Serengeti Sopa Lodge zu sehen bekommen, ist sowas wie der Sechser im Safari-Lotto:

© fkn„Die Reise war unser Lebenstraum“: Renate und Stefan E. aus Gmund.

Wir fahren auf ein Bachbett zu, wollen das seichte Wasser gerade mit dem Wagen durchqueren, als Loti aprupt auf die Bremse steigt. Vor unserem rechten Vorderreifen bäumt sich eine Kobra auf, umzingelt von zwei Mungos. In einer dramatischen Szene beobachten wir, wie die wagemutigen Kerlchen, die nicht einmal die Größe eines Marders haben, die Kobra in die Enge treiben. Unerschrocken rücken sie der Schlange auf den Leib, und nur die Tatsache, dass sich mittlerweile drei Fahrzeuge mit faszinierten Zuschauern um das dramatische Schauspiel gruppieren, rettet dem Reptil letztendlich den Kragen. Es nutzt einen unaufmerksamen Moment der Mungos, um sich ins Gebüsch zu verziehen. Ende der Vorstellung.

„Oh my God!“, ruft Loti, „wisst Ihr, was Ihr gerade für ein Glück gehabt habt! Sowas sieht man nicht einmal im Leben, sondern höchstens ein halbes Mal.“ Nicht einmal er, der schon Hunderte von Safaris gefahren hat, hätte so etwas jemals zuvor beobachtet.

© fknAbends gab’s was auf die Ohren: Patrick M. (8) hört Geschichten mit Mama Claudia.

Ganz entspannt lassen wir es nach diesem Abenteuer am Nachmittag ausklingen. Nein, heute brauchen wir keine Sensationen mehr. Ein gemütlicher Game Drive (der englische Ausdruck für Wildtierbeobachtung), ein paar hübsche Thomson Gazellen bewundern, ein bisschen Familienleben der Paviane beobachten, feststellen, dass auch Affenmamas der Geduldsfaden manchmal reißt und sich freche Sprößlinge eine saftige Watschn einfangen können, über den kleinen Elefanten lachen, der einen Niesanfall bekommt, weil ihn ein Grashalm im Rüssel kitzelt – dieser Safaritag ist ein voller Erfolg.

Henning geht nach dem Abendessen in der Lodge mit uns Sterne schauen – das Kreuz des Südens, den Skorpion und den auf den Kopf gestellten Großen Wagen. „Mann, was heute alles passiert ist“, sagt Ursula, die Ärztin aus München. Kann der morgige Tag den heutigen überhaupt noch toppen? Antwort vorweggenommen: Er kann!

Die große Show der Tiere Tagebuch unserer Leserreise mit Henning Wiesner nach Tansania - Hier gehts zum Teil II.

Christine Hinkofer

NEUE LESERREISE IM MAI

REISEZIEL Unsere Leserreise führt auch im Mai 2013 in die großen Nationalparks von Tansania, in die Serengeti und den Ngorongoro Krater. Zusätzlich besucht wird der Arusha Nationalpark am Fuße des Kilimandscharo und der Tarangire Nationalpark, der berühmt ist für seine Elefantenherden.

ANREISE Flug mit KLM über Amsterdam.

WOHNEN Unterbringung in komfortablen Safari-Lodges der Drei- und Vier-Sterne-Kategorie.

BEGLEITUNG Auch unsere nächste Leserreise wird von Professor Henning Wiesner begleitet. Der Wildlife-Experte war fast 30 Jahre lang Direktor des Münchner Tierparks.

TERMIN 23. Mai bis 1. Juni 2013 mit optionaler Badeverlängerung bis 4. Juni auf der Insel Sansibar.

PREIS/BUCHUNG 2995 Euro/Pers. für die Safari mit Flug und Vollpension, EZ-Zuschlag 250 Euro, Badeverlängerung 495 Euro. Buchung über Kiwi Tours, Tel. 089/7466250, Bitte Stichwort Münchner Merkur/tz-Leserreise angeben.

Auf Safari in Tansania: Die große Show der Tiere

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