Wintersport in Kanada: Zwei Münchner ziehen Bilanz

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    • 10.12.12
    • Leserreisen
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Traum von endlosen Weiten

Heliskiing in Kanada – bringt´s das?

Die Frage spukt wohl im Kopf jedes leidenschaftlichen Skifahrers rum: Muss ich einmal in Kanada gewesen sein? Wie ist das wirklich mit dem Champagnerschnee, den endlosen weißen Weiten und dem Heliskiing?

© Till, Hagen, tmn dpa

Im März werden wir die Leserreise mit Hagen Alpin Tours wiederholen.

© TillZwei Münchner im kanadischen Skihimmel: Till  li.) und Thomas ( re.) beim Heliskiing in Whistler.

Sich mit einem Hubschrauber auf dem Berg absetzen lassen und dann über unberührte Hänge hinunterschwingen, wie fühlt sich das an? Thomas und Till, beide gebürtige Münchner, beide 55 und Freunde seit Schultagen, haben sich im März in den Flieger nach Vancouver gesetzt, um es im wahrsten Sinne des Wortes zu er-fahren: Im Interview sprechen sie mit Reiseredakteurin Christine Hinkofer über die Verwirklichung eines lang gehegten Skifahrertraums und beantworten schonungslos ehrlich die Frage: Heliskiing, bringt’s das wirklich?

Kanada ist für euch jetzt ein Dreivierteljahr her. Erst mal rückblickend ein Spontan-Kommentar.

Thomas: Also ich hatte Angst. Nicht vor der sportlichen Herausforderung, sondern davor, dass das Heliskiing witterungsbedingt nicht stattfinden kann. Das war bis zum letzten Tag eine Zitterpartie, weil es soviel geschneit hat. Wir hätten zwar unser Geld zurückbekommen, wenn es nicht zustandegekommen wäre. Aber fürs Heliskiing waren wir eigentlich nach Kanada geflogen. Es wäre eine riesen Enttäuschung gewesen, wenn das nicht geklappt hätte. Normal Skifahren kann man in den Dolomiten auch ganz schön, und das ist näher und preiswerter.

© Till, Hagen

Till: Ich hatte, ehrlich gesagt, einen riesen Respekt vor dem Heliskiing und bei der Sicherheitseinweisung und dem Lawinentraining, das man vorher absolvieren muss, steigt das mulmige Gefühl noch einmal. Man denkt in dem Moment: Muss ich mir das eigentlich antun? Aber wenn du dann da oben am Berg stehst, geduckt vor dem Hubschrauber, so wie du es geübt hast, und wenn du das erste Mal die Hänge runterwedelst durch diese Unmengen von Schnee, die unglaublich leicht sind, dann ist das alles vergessen. Dann beginnt die Sucht.

Wie ist euer Skifahrer-Profil, wie würdet ihr euch vom Können her selbst einordnen?

Thomas (grinst): Wir sind Experten. Das haben wir auch im Anforderungsprofil bei der Reiseanmeldung für Kanada so angegeben.

Wann habt ihr Skifahren gelernt und wie oft fahrt ihr?

Thomas: Ich hab mit vier das erste Mal auf Skiern gestanden, auf einem Bergerl bei Gräfelfing. Seitdem fahre ich jeden Winter Ski. Mit 40 wollte ich nochmal was Neues ausprobieren und bin aufs Snowboard umgestiegen. Das war für Kanada kein Hindernis, eher im Gegenteil. Das Snowboard ist ideal für den leichten Schnee.
Till: Als ich am Feiglberg bei Wolfratshausen meine ersten Bögerl gefahren bin, war ich fünf. Skifahren ist seitdem meine große Leidenschaft. Ich fahre jeden Winter, so oft wie möglich.

Seid ihr schon mal an euere Grenzen gestoßen?

Thomas: Ja, das war in Kanada. Die Rinne hieß Spanky’s Ladder und war, daher der Name, so steil, dass man fast eine Leiter braucht, um hochzukommen. Als ich da oben stand, haben mir die Knie gezittert.

Till (zu Thomas): Die Langkofelscharte bei Wolkenstein im Grödnertal, das war auch so eine Grenzerfahrung. Wir waren jung und leichtsinnig, so was würden wir heute nicht mehr machen, das war Schwingen zwischen Felsen. Wenn’s uns da geschmissen hätte...! Einen Helm hat man damals ja auch nicht getragen. Inzwischen ist die Scharte auch gesperrt und der Lift ist stillgelegt.

Was sind eure Lieblings-Skigebiete?

Till & Thomas gleichzeitig: Die Dolomiten, das Skigebiet von Alta Badia, vom Wohnen, vom Essen, wegen der relaxten italienischen Atmosphäre, den urigen Hütten und der Weitläufigkeit des Skigebiets.

Welche Erwartungen hattet ihr an Kanada? Wurden sie erfüllt?

© Till, Hagen, tmn dpa

Till: Wir sind einfach den Legenden hinterhergereist, den Geschichten vom Champagnerschnee, der Weite, der Freiheit und dem American Way of Life, auch im Skisport. Wir waren neugierig. Diesbezüglich haben sich meine Erwartungen voll und ganz erfüllt. Aber die Länge des Fluges ist auch nicht zu unterschätzen. Das ist der Wermutstropfen.
Thomas: Ich wollte den Vergleich zu den Alpen. Wir hatten vorher mit niemandem gesprochen, der schon mal in Kanada gefahren ist. Wir haben dem Ganzen einfach mit Spannung entgegengesehen.

Wie gut sollte man sein, um sich das Skifahren in Kanada und vor allem das Heliskiing zuzutrauen?

Till: Man braucht fahrerisches Können und muss mit Tiefschnee klarkommen. Wer das hier in den Alpen kann, für den ist das in Kanada ein Klacks, zumal der Puderschnee leichter ist als bei uns und die Skier ganz anders sind. Das sind superbreite Langlöffel, Karnickelschlappen haben wir sie genannt. Da gleitest du praktisch über den Tiefschnee – wenn du weiß,t wie du dein Gewicht verlagern musst.
Thomas: Ich bin mal eingetaucht und hab eine halbe Stunde gebraucht bis ich mich wieder rausgebaggert hatte. Du hast ja um dich rum nur Watte, nichts zum abstützen.

Wie sollte man sich zu Hause auf das Kanada-Skiabenteuer vorbereiten?

Till: Mit einer guten Skigymnastik, die man rechtzeitig beginnt.

Was braucht man an Ausrüstung?

© Till, Hagen

Thomas: Alles wie wenn man daheim Skifahren geht. Schneebrille, eine gute Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Kleidung für warme und kalte Tage. Ein Helm ist nicht Pflicht, oder um es mit unseren Skibegleitern Christian Neureuther und Rosi Mittermaier zu sagen: „Dort können wir endlich mal ohne Helm fahren, daheim können wir das nicht, da sind wir Vorbilder.“

Wie läuft die Vorbereitung auf das Heliskiing vor Ort ab?

Till: Es wird sehr viel Wert auf Sicherheit gelegt.
Thomas: Ja, während des Trainings kommen einem schon auch solche Gedanken wie: Wo fliegen wir denn da hin, das muss ja extrem sein.

© TillDer Schnee ist federleicht, die Skier sind schluppenbreit und die Hänge unberührt.

Till: Ja, da kommst dir vor wie ein Astronaut, den sie für die Landung auf dem weißen Planeten vorbereiten. Aber auf der anderen Seite kommt in einem auch das gute Gefühl auf, dass man sich zu 100 Prozent verlassen kann. Wir haben ja erst gemeint: Da steigst du jetzt in den Heli ein und fliegst auf den Berg und es geht los. Von wegen! Da musst du erst lernen wie man mit einem Lawinenpiepser umgeht und wie man nach einem Verschütteten sucht. Du kriegst aber auch gesagt, dass du dir überhaupt keine Sorgen machen musst und dass die unten über GPS immer genau wissen, wo du bist. Da lockert man selbst auch auf, weil man merkt, wie professionell alles ist. Es sind auch pro Gruppe von acht Personen immer zwei Begleiter dabei, einer fährt voraus, der andere hinterher.
Thomas: Was man vielleicht noch sagen sollte: Das Ankommen in Kanada ist wegen der Zeitverschiebung schon hart. Du bist um 22.30 Uhr Ortszeit da und morgens um 8 Uhr stehst du an der Skiausgabe.
Till: Ja, aber das war alles so gut organisiert, dass es in einer halben Stunde über die Bühne war. Um 9 Uhr standen wir an der Piste und bekamen die Gruppen eingeteilt. Das hat schon gepasst.

Abschließende Bilanz: War es das wert? Oder zur Anfangsfrage zurück: Heliskiing, bringt’s das?

Thomas: Einmal im Leben sollte man das auf alle Fälle gemacht haben. Schon, damit man weiß, wie sich das anfühlt.
Till: Das sagst du. Ich sage: Wenn dich einmal die Sucht packt, musst du es wieder tun.
Thomas: Heliskiing ja. Aber allein fürs Skifahren muss ich nicht mehr nach Kanada. Das kann man auch in Südtirol. Bei mehr Hüttenromantik. Die gigantischen kanadischen Autobahnrestaurants am Berg mit ihrer Italo-Theke, der Asia-Theke und der Burger-Theke sind schon sehr gewöhnungsbedürftig.

Und was sagt, um das Thema auch noch anzuschneiden, der Umweltschützer in euch zum Heliskiing?

© Till, Hagen

Thomas: Ob da ein paarmal ein Hubschrauber rauffliegt oder nicht, deswegen geht die Welt nicht unter. Da oben ist soviel Natur, die juckt das überhaupt nicht.
Till: Dann muss man sich auch überlegen, ob man im Sommer ans Meer fliegt. Ich bin auch überzeugt, dass in den Alpen durch den Bau neuer Seilbahnen viel mehr Natur zerstört wird. Und durch die Beschneiungsanlagen. Die braucht es in Kanada zum Beispiel gar nicht. Da schneits von Haus aus mehr als genug.

DIE REISE-INFOS ZU WHISTLER

REISEZIEL Whistler ist ein bekanntes Skigebiet im Westen von Kanada, etwa 115 Kilometer nordöstlich von Vancouver/British Columbia. Die Region ist nach den beiden Bergen Whistler Mountain und Blackcomb Mountain benannt. 1966 wurden hier die ersten Lifte gebaut.

ANREISE Linienflüge ab/bis München über London mit British Airways nach Vancouver.

LESERREISE Die nächste Leserreise von Münchner Merkur/tz zusammen mit Hagen Alpin Tours nach Whistler findet vom 11. bis 19. März 2013 (7 Übernachtungen) bzw. bis 22. März 2013 (10 Übernachtungen) statt.

© Till, Hagen, tmn dpa

REISEPREIS Inklusive Linienflügen, Transfers, sieben bzw. zehn Ü/F im Fairmont Chateau Whistler, fünf oder sieben Tage Skipass für die beiden Skigebiete Whistler und Blackcomb Mountain, Skiguiding und deutschsprachiger Betreuung vor Ort und Gratis-Testski der Firma Völkl kostet die Leserreise 1.999 bzw. 2.399 Euro pro Person im DZ (sieben/zehn Tage) und 2.469 bzw. 3.099 Euro im EZ.

HELISKIING
Ein Tag Heliskiing (drei Abfahrten) kann für 725 Euro inklusive aller Vorbereitungen wie Sicherheits- und Lawinentraining und dem Skiguiding dazugebucht werden. Muss die Buchung wegen schlechten Wetters storniert werden, wird der Betrag zurückerstattet.

INFO/BUCHUNG
bei Hagen Alpin Tours in Oy-Mittelberg unter Tel. 08366/98 88 93, www.pulver-schnee.de. Bitte Leserreise Münchner Merkur/tz angeben.

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